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Die mittelschwere Form der Eifersucht

Von den drei Formen der Eifersucht sind eifersüchtige Personen am häufigsten von der mittleren Form betroffen.

Je mehr der Anlass für eine Eifersucht von äußeren realen Situationen abrückt, befürchtete Entwicklungen und vorgestellte Zukunftsängste in den Fokus rücken, desto weniger können sich die Partner verständigen. Die Betroffenen sind immer weniger bereit, im Gespräch offen auf ihre Partner einzugehen.

Forciert wird Eifersucht bei den Menschen, die nur schwer über ihre Gefühle reden können. Sie sprechen dann weniger über ihre eigene Eifersucht, sondern mehr über das „Fehlverhalten“ des Intimpartners.

Damit sie ihre Eifersucht und die damit verbundenen Gefühle wie Wut oder Neid oder Trennungsängste nicht mehr spüren müssen, soll sich der Partner ändern. In Eifersuchtsszenen, in denen die Vorwürfe eskalieren, wird diesem das sehr deutlich klar gemacht.

Anstatt die Ursachen für seine Eifersucht zu erforschen und sie zu bearbeiten, wird die Verantwortung für sein seelisches Wohlbefinden auf den Partner übertragen.

Er soll sich ändern, damit der Betroffene seine eifersüchtigen Gefühle nicht mehr spürt.

Leider gibt es nicht viele Menschen, die sich auf Wunsch oder auf Knopfdruck ändern können oder wollen, weil es sich der Partner wünscht. Oder weil der es braucht.

Wir alle wollen eine „Persönlichkeit“ darstellen. Und mit diesem Begriff verbinden wir auch die Vorstellung von Verlässlichkeit, Konstanz und Berechenbarkeit.

Diese Vorstellung einer konstanten „Persönlichkeit“ macht es uns gleichzeitig sehr schwer, uns weiterzuentwickeln. Weder uns selbst noch einer glücklichen Partnerschaft zuliebe.

Verlässlichkeit als ein innerer Wert unserer Persönlichkeit wird zum Fluch. Wenn wir unser Leben ändern und uns selbst weiterentwickeln wollen, mutiert Verlässlichkeit zu Verkrustung und Verweigerung.

Bei der mittleren Eifersucht wird wir auch bei der mittleren Form in eigentlich unbedeutenden Begegnungen des Partners mit anderen Menschen Angst ausgelöst. Beispielsweise bei einer angeregten Unterhaltung des Lebensgefährten mit einer fremden Person. Schnell bringt sich der Eifersüchtige ins Gespräch ein und lässt keinen Zweifel daran, dass es „sein Lebensgefährte“ ist.

Auf Beobachtungsposten

Auslöser für mittelschwere Eifersucht sind auch ungewohnte Verhaltensweise des Partners. Wie von einem Hochstand aus wird er beobachtet. Wenn er beispielsweise mehr Körperpflege betreibt und gut riechend das Haus verlässt. Wenn er länger als früher in der Arbeit oder beim Sport bleibt. Wenn er sich beim Sex mit neuen Ideen einbringt oder gar keine Lust mehr hat!

Interessiert er sich plötzlich für Dinge, die früher kein Thema waren? Ganz besonders verdächtig: Er ist viel aufmerksamer als früher … was will er verstecken? Hat er vielleicht ein schlechtes Gewissen?

(Fehl-)Interpretationen und Umdeutungen nehmen überhand.

Abschweifende Blicke des Partners in der Öffentlichkeit werden als „Fremdschauen“ interpretiert. Selbst-Zweifel, Sorgen um eine gemeinsame Zukunft und Trennungsängste machen sich breit. In der Fantasie sieht man den Lebensgefährten fremdgehen oder sich bereits einen neuen Partner suchen. Höchste Zeit, seine Eifersucht schnell zu bekämpfen.

Je intensiver die mittelschwere Eifersucht sich entwickelt, desto mehr Symptome der krankhaften Eifersucht tauchen auf: Durchsuchen von Taschen, Kontrollverhalten, „Mitlesen“ persönlicher Nachrichten, soweit es möglich ist.

Schwankungen der Gemütslage

Die mittelschwere Eifersucht ist noch stark an die momentane Gemütsverfassung eines Menschen gebunden. Je besser er sich fühlt, desto weniger eifersüchtig reagiert er. Geht es ihm schlecht, zieht ihn Eifersucht zusätzlich runter.

Durch diese emotionale Schwankungen unterscheidet sich die mittlere Eifersucht von der massiven Eifersucht. Die Symptome sind dieselben, doch ist die massive Eifersucht als Gefühlschaos ständig präsent und der krankhaft Eifersüchtige findet kaum noch Ablenkung.

Die krankhafte Form der Eifersucht

Die Grenzen zwischen den Formen der Eifersucht sind fließend.

Bei einer mittelschweren Eifersucht gibt es reale Situationen, in denen man aus gutem Grund eifersüchtig sein kann. Aber man kann mit der Eifersucht noch umgehen und hat sie im Griff!

Eine Art Brandbeschleuniger Richtung krankhafter Eifersucht ist die Scham. Wer sich für seine Eifersucht schämt, der unterdrückt sie, wo er kann. Der redet nicht darüber, sondern schmort in seiner Wut, Verlustangst und mangelndem Selbstbewusstsein. Der Verstand rotiert, alle Gedanken drehen sich um den Partner und lassen einen schlecht schlafen.

Folgen und Symptome sind bei der mittleren und massiven Eifersucht dieselben. Sie unterscheiden sich durch ihre Ausprägung.

Welche Indizien gibt es?

Es gibt verschiedene Hinweise auf eine massive Eifersucht. Jeder einzelne Hinweis ist für sich noch kein Beweis. Aber sollten sich die Hinweise verdichten, dann kann man von einer krankhaften Eifersucht ausgehen. Die betreffenden Personen …

  • durchsuchen die persönlichen Sachen ihres Lebensgefährten nach Beweisen für ihre Untreue.
  • sehen in fast jedem Verhalten des Freundes oder der Freundin ein Indiz für Untreue.
  • wollen den Partner ganz für sich allein haben und versuchen, diesen nach außen zu isolieren.
  • der Partner „darf“ das Haus nicht mehr allein verlassen.
  • erkundigen sich bei Freunden und Bekannten über momentane Aktivitäten des Partners.
  • spionieren dem Partner heimlich hinterher und machen Kontrollanrufe.
  • eMails, SMS und Posts auf Sozial-Media-Kanälen werden heimlich kontrolliert.
  • verhören ihre Lebensgefährten statt mit ihnen zu reden.
  • Je mehr sich der Partner rechtfertigt, desto mehr werden dessen Aussagen verdreht und als Beweis seiner Untreue ausgelegt.
  • beobachten genau, mit wem und wie ihre Partner mit anderen sprechen.
  • unterbinden Gespräche mit einem guten Freund.
  • stellen strenge Regeln auf, um besser kontrollieren zu können.
  • nehmen potenzielle Verehrer sofort als Rivalen wahr.
 
Ein skurriles Beispiel für ausufernden Kontrollzwang stammt aus den USA. Dort fand sich ein Paar vor dem Scheidungsrichter wieder, nachdem der Mann jeden Tag Kreide auf den Schuhsohlen seiner Frau angebracht hatte, um so erkennen zu können, ob sie das Haus verlassen hat.

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