Kategorie: Beziehungsalltag

Wo stehst Du in Deiner Beziehung? Was gelingt euch, was gelingt weniger gut. Wo könnte was in Deinem Beziehungsalltag verbessert werden?

  • Was verhindert emotionale Nähe?

    Was verhindert emotionale Nähe?

    Einsam statt verbunden: Wenn die Angst vor Nähe die Oberhand gewinnt

    Irgendwann, wenn das erste Verliebtsein kippt, entsteht Unsicherheit und wir fragen uns, ob uns der Partner noch liebt. Wir ziehen uns vorsichtshalber ein Stück weit zurück. Dem Partner zuliebe. Uns zuliebe. Und in diesem Spalt, der zwischen uns wächst, breitet sich die Kälte nach allen Seiten aus.

    Und wir warten darauf, dass uns der Partner ein Zeichen gibt. Doch was für ein Zeichen? Dass wir erwünscht sind? Dass wir aktiv werden und uns dem Partner anvertrauen dürfen?

    Die Sehnsucht nach Anerkennung und Selbstliebe treibt uns an, uns ständig mit anderen zu vergleichen und uns selbst zu optimieren. Wir vertrösten die hungernde Seele auf die nächste Woche, den nächsten Monat, das nächstes Jahr – dann werden wir uns selbst lieben. Aber vorher bitte noch eine Runde Selbstoptimierung.

    Es ist paradox. Selbst wenn uns die anderen bewundern – für was auch immer: Wir können ihre Bewunderung und Liebe gar nicht wahrnehmen und annehmen, solange wir uns selbst nicht lieben. Theoretisch wir könnten uns sagen: Wenn diese oder jener diese Qualitäten an mir mag, dann scheint es ja gar nicht so schlimm zu sein.

    Ein Beispiel: Wenn sich jemand selbst für unmusikalisch hält, aber ein Freund ihn für sehr musikalisch hält, könnte er das glauben und meine Musikalität schätzen. Aber es geht nicht

    MANGELNDES SELBSTWERTGEFÜHL

    Egal wie sehr uns die anderen mögen oder lieben. Wir können es nicht einfach „übernehmen“. Ein Selbstwertgefühl und die Liebe zu sich selbst müssen wir uns in kleinen Schritten erarbeiten.

    Aber solange wir uns nicht in unserer Haut wohl fühlen und keine Verbindung zu unseren Emotionen und Qualitäten aufnehmen können, wird jede emotionale Nähe mit unserem Partner verhindert.

    Was wir dem Partner ohne Selbstwertgefühl anbieten ist eine leere Hülle von uns, die keinen Kontakt zu unserem wahren Kern hat.

    Fallbeispiel, wie Glaubenssätze emotionale Nähe verhindern.
    [elementor-template id=“35604″]Dann halten wir die Wertschätzung und Anerkennung und Liebe für freundliche Täuschungsmanöver. Wer sich selbst nicht liebt, kann sich beim besten Willen nicht vorstellen, geliebt zu werden. Wer sich selbst nicht fühlt, kann auch die Nähe des Partners nicht fühlen. 

    Die Bewunderung durch andere ist ohnehin ein schlechter Ersatz für Liebe. Die Bewunderung kann Selbstliebe nicht ersetzen.

    Unsere Seele braucht keinen optimierten Menschen, sondern braucht uns so wie wir sind. Unsere Seele will keine Maschine lieben, die von anderen bewundert wird.

    Seelen lieben Seelen, die unvollkommen sind. Wir sind vollkommen unvollkommen. Wie die Natur. Kein Adler will schärfer sehen, kein Gänseblümchen größer wachsen. Gut ist perfekt genug.

    Wie mag sich die Begegnung zwischen zwei Menschen an, die ihr schwächelndes Selbstwertgefühl mit Botox und Schönheits-OPs kompensiert haben?

    [wpr-template id=“36195″]

    Innere Distanzlosigkeit​

    Sie entsteht, wenn wir nicht klar trennen zwischen unseren eigenen Angelegenheiten und denen der anderen. Wenn wir die Aufgaben, die jeder von uns als Partner hat, durcheinander bringen. Wenn wir die Angelegenheit des Partners zu unserer eigenen machen.

    Mal angenommen, wir wünschen uns von unserem Partner, dass er mehr Zeit mit uns verbringt. Da unser Lebensgefährte aber keine Anstalten macht, von sich aus mehr Zeit mit uns zu verbringen, wird unser Wunsch immer größer.

    Wie fühlt sich das an? Du wünschst dir zwar mehr gemeinsame Zeit, aber er oder sie will nicht. Am liebsten würdest du in den Momenten von Streit und Enttäuschungen den Partner komplett umkrempeln – oder zumindest ein bisschen. Oder bist du frei von solchen Wünschen?

    In einem solchen Momenten, in denen du deinem Partner erwartungsvoll gegenüber stehst und du hoffst, dass er dir deinen Wunsch von den Augen abliest: Fühlt es sich nach Nähe oder Distanz an?

    Warum äußerst du nicht deinen Wunsch? Ist es vielleicht ein unheimlicher Geist in dir, der dir sagt: Ich darf mich nicht aufdrängen!

    Wenn du dich aber mit diesem Glaubenssatz im Hinterkopf nicht äußerst, dann soll dein Partner die Nähe herstellen. Du übergibst ihm die Verantwortung für etwas, was du haben möchtest. Das meine ich mit innerer Distanzlosigkeit.

    Sie entsteht, wenn wir unseren Partner nicht annehmen, wie er ist. Wenn wir ihn mit unseren Erwartungen aufblähen und ihn zu einem Menschen machen, der sich uns verweigert.

    Mit unseren unausgesprochenen Bitten und Erwartungen sind wir distanzlos. Reagiert unser Partner aber nicht und kommt er nicht auf uns zu, kränkt uns das und wir halten uns nun frustriert auf Distanz.

    An der Kränkung merken wir, dass wir trotz aller Wortlosigkeit distanzlos waren.

    FEHLENDE SELBSTVERANTWORTUNG​

    Selbstverantwortung setzt voraus, eine Wahl zwischen wenigstens zwei Optionen zu haben. Was emotionale Nähe betrifft, müssen wir uns entscheiden können, ob wir sie wollen oder nicht wollen.

    Wir können uns mit einem Menschen nur dann angstfrei verbinden, wenn wir gleichzeitig wissen, dass wir die Verbindung jederzeit wieder lösen können.

    Wenn wir Angst haben, uns in emotionaler Abhängigkeit vom Partner zu verlieren, lassen wir uns gar nicht erst auf ihn ein.

    Genausowenig, wenn wir durch Druck zu Nähe gezwungen werden.

    Emotionale Nähe braucht den souveränen Umgang mit Nähe und Distanz, mit Verbindung und Trennung.

    Auch wer Angst vor Trennung oder Nähe hat, lässt sich nur ungern auf einen Partner ein.

    Erwartungen und Enttäuschungen

    Liebe passiert. Wir können sie weder herbei- noch wegzaubern. Nicht wenige verliebte Menschen verbieten sich Gespräche über Erwartungen an ihren Partner. Es könnte etwas ausgesprochen werden, was die Beziehung in Schieflage bringt.

    Ohne Gespräche gerät die Beziehung in Schieflage, weil die Themen, die uns bewegen, unausgesprochen bleiben. Doch unsere Erwartungen bleiben, auch wenn wir sie nicht aussprechen.

    Erwartungen, die der Partner nicht erfüllt, schaffen Frust und Distanz und verhindern emotionale Nähe. Wie geht man mit nicht erfüllten Erwartungen um?

    Die Enttäuschung über unbefriedigte Wünsche und Bedürfnisse ist immer groß, wenn wir nicht wissen, wo die Enttäuschungen herrühren.

    Es geht nicht um die Wünsche nach einem neuen Auto oder einer Reise in die Karibik, sondern über beziehungsstiftende Bedürfnisse.

    Das Bedürfnis nach Nähe, nach Berührung und Intimität. Nach gutem Sex – aber was ist guter Sex, wenn wir nicht darüber reden? Jeder sieht es anders.

    Unsere Erwartungen und Vorstellungen, unsere Bedürfnisse und Urteile haben sich schon früh wie Gäste mit Dauerkarte einquartiert. Und sie bleiben über all unsere Beziehungen hinaus bei uns. Höchste Zeit, sich um sie zu kümmern.

    Wenn es mit der emotionalen Verbundenheit nicht ohne Gespräch klappt, ergeben sich Männer und Frauen mit hängenden Schultern ihrem Schicksal.

    Die einen schweigen, die anderen streiten. Beide verzweifeln und ziehen sich resigniert zurück.

    Denkmuster verhindern emotionale Nähe

    Es gibt kaum ein Thema, bei dem unsere Denkmuster keine Rolle spielen. So ist es auch bei der Frage, wie wir emotionale Nähe verhindern. Wenn wir Angst haben, den Partner zu bedrängen, unser Bedürfnis nach mehr Nähe zu äußern, dann stecken dahinter Glaubenssätze der Kategorie „Ich nicht Ok. Ich bin es nicht wert! Wir haben eine Vorsicht verinnerlicht, die es verhindert, dass wir uns mit unserer Lebendigkeit zeigen und uns dem Partner mit dieser Lebendigkeit zumuten. Der Grund, uns über unsere Bedürfnissen und Wünsche nicht zu äußern, ist der, dass wir vom Partner oder der Partner von sich selbst erwartet, in irgendeiner Weise zu reagieren. Doch wie? Würden wir uns Zeit geben, würden wir einen Weg finden angemessen zu reagieren. Aber diese Zeit geben wir uns oft nicht. Doch zunächst einmal müssen wir uns äußern – ganz ohne Erwartung an den Partner –, und erst dann können wir darüber reden, ob überhaupt reagiert werden kann oder muss. Im Gespräch zeigen wir uns und unsere Bedürfnisse.Durch diesen Austausch im Gespräch entsteht Beziehung, und nicht durch unsere unausgesprochenen Erwartungen und stillen Forderungen an unseren Partner. 

    Eine Umfrage hat zeigt, welche Glaubenssätze Menschen davon abhält, ihre Bedürfnisse hinsichtlich mehr Nähe zu äußern.

    Immerhin wollen 25 % ihren Partner nicht bedrängen wollen, knapp 20 % Prozent haben Angst vor einer Zurückweisung.

    Aber zeigen die beiden Punkte nicht das Gleiche: Die Angst, seine Bedürfnisse zu äußern?

    Ist es nicht erstaunlich, wie schnell in unserer Gesellschaft Menschen glauben, anderen Menschen mit unseren Bedürfnissen zu bedrängen?

    Wer ein Zeichen von seinem Partner braucht, der macht es sich auch bequem. Er gibt die Verantworung für sein Wohlbefinden an den Partner ab, der irgendwie signalisieren soll, dass auch er mehr Nähe braucht. Kann man nur hoffen, dass der Partner nicht auch auf ein Zeichen wartet … Doch wie geht es nach dem gegebenen Zeichen weiter? Nachdem der Partner also das Zeichen gegeben hat, muss derjenige, der darauf gewartet hat, aktiv werden. Nach vielleicht monate- oder jahrelanger Passivität wird das sicherlich schwierig, ganz unerwartet Nähe herstellen zu müssen. Wie macht man das eigentlich?[elementor-template id=“41909″]

    Egal welche Überzeugungen und Glaubenssätze es verhindert emotionale Nähe aufzubauen: Wir kommen nicht drumherum, uns für uns und unser Leben einzusetzen. Seine Glaubenssätze zu hinterfragen: Was verhindert emotionale Nähe bei mir? Und dadurch den Weg zu einem freien und lebendigen Lebenswandel mit mehr emotionaler Nähe zu finden.

    PERFEKTIONISMUS​

    Alle, die sich Perfektionismus auf die Fahne geschrieben haben, erleiden die Qualen des Tantalus. Von den Göttern bestraft sollte er auf alle Ewigkeit in einem kleinen Teich stehen und an unstillbarem Durst und Hunger leiden.

    Sobald er sich bückte, um Wasser zu schöpfen, wich das Wasser zurück. Wenn er nach den Olivenzweigen über ihm griff, wichen die Äste zurück. Tantalus konnte weder seinen Durst noch Hunger stillen.

    Wir wollen perfekt schlank sein, perfekt glatte Haut haben. Klüger sein. Wir wollen sportlicher sein, mehr Geld haben und es vor allem allen zeigen. Wir wollen mehr reisen oder Urlaub haben, um besser dazustehen und bei unseren Freunden mitreden zu können. Wir wollen die Familienfeste perfekt ausrichten, die Mitarbeiter perfekt führen. Unsere Perfektion soll perfekt sein.

    Gefühle haben dabei nichts verloren.Wer weiß schon, wie der perfekte Zustand aussieht? Für die meisten Menschen ist es nur ein Motivationsanreiz, den sie nach dem Karotten-Prinzip vor sich herhalten. Dieser Möchte-Gern-Anreiz ist gleichzeitig unheilvoll, weil wir uns dadurch selbst klein machen. „Verzeiht mir, ich bin nicht perfekt. Aber beim nächsten Mal werde ich es bestimmt besser machen.“

    Jeder kennt diese Sprüche.

    Perfektion ist immer größer als wir es sind. Wir werden uns ewig nach ihr strecken.​

    Es ist ein Unterschied, ob man sagt: „Das hätte ich besser machen müssen!“ oder „Das hätte ich anders machen können!“ Wir machen uns zum Tantalus, sobald wir glauben, dass wir es hätten besser machen können. 

    Perfektion ist ein anderer Ausdruck für Unerreichbarkeit.

    Jedes Verlangen, die Dinge perfekt oder perfekter (was für eine Steigerung!) zu machen, geht hervor aus dem Gefühl hervor, dass wir nicht in Ordnung sind.

    Wer das Bedürfnis nach Perfektion hat, will auch seine intimen Momente perfekt gestalten. Doch wie geht das?
    In unseren intimen Momenten zeigen wir uns im besten Fall „kopflos“. Wir zeigen unsere Lebendigkeit, unsere Gefühle, wir öffnen unser Herz gegenüber dem Partner und öffnen das Herz für den Partner. Das geht nur spontan und nicht mit einer verkopften Planung. Bei jeder Planung läuft immer Angst mit, dass die Planung über den Haufen geworfen werden könnte. Und Angst ist kein guter Geselle in unseren intimen Situationen.

  • Mit Enttäuschungen umgehen

    Mit Enttäuschungen umgehen

    Missverständnisse und Streit: Verstehe die Hintergründe Deiner Enttäuschungen

    Kennst Du das Gefühl, enttäuscht zu sein, sei es in der Beziehung, im Job oder im Alltag? Oft stellen sich in solchen Momenten Gefühle der Hilflosigkeit und Resignation ein. Enttäuschungen können uns emotional stark belasten und uns das Gefühl geben, dass Dinge außer Kontrolle geraten. Vielleicht erkennst Du Dich in dem Foto oben wieder: Ein Paar, das nebeneinander sitzt, beide in Gedanken verloren, scheinbar distanziert, vielleicht sogar resigniert. Diese stille Spannung zeigt, dass Enttäuschungen uns schwer belasten können – sei es in der Partnerschaft oder anderen Lebensbereichen.

    Enttäuschungen sind ein natürlicher Teil des Lebens. Sie entstehen, wenn unsere Erwartungen nicht erfüllt werden, und oft wissen wir nicht, wie wir damit umgehen sollen. Vielleicht kennst Du das Gefühl, dass die Erwartungen an andere oder an Dich selbst zu hoch gesteckt waren, und nun fühlst Du Dich blockiert oder enttäuscht. Das Gute ist: Du kannst lernen, diese Enttäuschungen zu verstehen und besser mit ihnen umzugehen. Dabei spielt es keine Rolle, ob es um zwischenmenschliche Beziehungen geht, um berufliche Ziele oder persönliche Erwartungen.

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    Es geht darum, die Emotionen nicht zu verdrängen oder kleinzureden, sondern sie zu erkennen, zu verstehen und daraus etwas zu lernen. Es bedeutet, Verantwortung für die eigenen Gefühle zu übernehmen und sich selbst zu erlauben, enttäuscht zu sein, ohne sich dafür zu verurteilen.

    Warum Enttäuschungen schmerzhaft sind: Erwartungen und Glaubenssätze

    Besonders in zwischenmenschlichen Beziehungen erleben wir häufig, wie sich der Weg von anfänglicher Begeisterung zur Enttäuschung entwickelt. Zu Beginn einer Partnerschaft oder Freundschaft sind wir oft von einer romantischen oder idealisierten Vorstellung getragen. Die Person, die wir kennenlernen, scheint perfekt zu sein, und wir projizieren viele unserer Wünsche und Erwartungen auf sie. Doch je besser wir jemanden kennenlernen, desto mehr fallen uns auch die Schwächen auf. Das ist natürlich und normal, doch wenn unsere Erwartungen zu hoch waren, kann das zu starken Enttäuschungen führen.

    Aber Enttäuschungen sind nicht nur auf Beziehungen beschränkt. Auch in beruflichen oder persönlichen Zielen können wir enttäuscht werden. Vielleicht hast Du hart für ein Ziel gearbeitet, und als der Erfolg ausblieb, warst Du frustriert. Vielleicht hast Du Dich besonders auf ein Ereignis gefreut, und es lief ganz anders, als Du es Dir vorgestellt hast. Diese Diskrepanz zwischen Erwartung und Realität ist es, die die Enttäuschung so intensiv macht. Je größer der Unterschied zwischen dem, was Du Dir vorgestellt hast, und dem, was wirklich passiert, desto stärker die Enttäuschung.

    ➡️ Mehr dazu, wie Erwartungen zu Enttäuschungen führen können, erfährst Du hier

    Wenn Du Dir das Foto oben noch einmal anschaust, erkennst Du vielleicht die Distanz und die stille Verzweiflung, die sich durch unerfüllte Erwartungen in das Gesicht des Paares eingeschlichen haben. Genau diese Momente der Enttäuschung, wenn die Mimik angespannt ist und die Worte unausgesprochen bleiben, sind es, die die emotionale Distanz zu unseren Mitmenschen erzeugen. Aber Enttäuschungen müssen nicht das Ende sein – sie können vielmehr ein Wendepunkt sein, um innezuhalten, sich selbst zu reflektieren und neue Wege zu finden.

    Nur wer sich traut, seine Erwartungen loszulassen, kann den wahren Kern der Zufriedenheit entdecken.

    Der Weg zur Enttäuschung – Vom Zauber zur Ernüchterung

    Besonders in Beziehungen erleben wir häufig, wie sich der Weg von anfänglicher Begeisterung zur Enttäuschung entwickelt. Erinnere Dich an die Anfangszeit einer neuen Partnerschaft: Alles scheint perfekt, und wir sehen nur die besten Seiten des anderen. In dieser Phase der „rosaroten Brille“ projizieren wir viele unserer Wünsche und Ideale auf unseren Partner. Doch je länger wir jemanden kennen, desto deutlicher treten auch die Schwächen und Unterschiede zutage. Diese Veränderungen führen oft zu Enttäuschungen, weil unsere idealisierten Vorstellungen nicht der Realität standhalten.

    Doch nicht nur in Beziehungen erleben wir diesen Prozess. Auch im beruflichen Umfeld, im Freundeskreis oder sogar in der Familie können Enttäuschungen auftreten. Die ersehnte Beförderung bleibt aus, ein Freund reagiert anders als erwartet, oder ein Familienmitglied handelt nicht so, wie wir es uns gewünscht haben. Was all diese Situationen gemeinsam haben, ist das Auseinanderklaffen zwischen unseren Erwartungen und der Realität.

    ➡️ Mehr dazu, wie Erwartungen zu Enttäuschungen führen, erfährst Du hier

    Enttäuschungen entstehen, wenn wir feststellen, dass die Realität nicht mit unseren Vorstellungen übereinstimmt. Doch anstatt uns selbst die Schuld zu geben oder andere zu verurteilen, ist es hilfreich, diese Momente als Gelegenheit zur Reflexion zu nutzen. Warum hatte ich diese Erwartungen? Woher stammen sie? Und wie kann ich in Zukunft anders damit umgehen?

    Mit Enttäuschungen umgehen – praktische Schritte

    Enttäuschungen sind unvermeidlich, aber Du kannst lernen, besser mit ihnen umzugehen. Hier sind einige Strategien, die Dir dabei helfen können:

    Akzeptiere Deine Enttäuschung: Der erste Schritt ist, Deine Enttäuschung anzuerkennen. Es ist in Ordnung, enttäuscht zu sein – das bedeutet nicht, dass Du schwach bist. Indem Du Dir erlaubst, die Enttäuschung zu fühlen, gibst Du Dir selbst Raum, sie zu verarbeiten. Viele Menschen neigen dazu, ihre Enttäuschungen herunterzuspielen oder zu ignorieren, weil sie glauben, dass sie dadurch stärker wirken. Aber das Gegenteil ist der Fall: Wenn Du Deine Enttäuschungen anerkennst, gibst Du ihnen die Möglichkeit, Dich zu verändern.

    Hinterfrage Deine Erwartungen: Welche Erwartungen hattest Du, die nicht erfüllt wurden? Waren sie realistisch? Oft sind unsere Enttäuschungen das Ergebnis von Erwartungen, die wir nicht klar formuliert oder die zu hoch gesteckt waren. Hinterfrage, ob Deine Erwartungen fair und angebracht waren. Zum Beispiel: Hast Du von Deinem Partner erwartet, dass er Dir jeden Wunsch von den Augen abliest? Oder hast Du erwartet, immer perfekt zu sein? Indem Du Deine Erwartungen hinterfragst, kannst Du sie anpassen und so zukünftige Enttäuschungen reduzieren.

    ➡️ Mehr dazu, wie Du Deine Erwartungen reflektieren kannst

    Erkenne Deine Glaubenssätze: Welche Glaubenssätze haben Deine Erwartungen beeinflusst? Vielleicht hast Du unbewusst geglaubt, dass der Partner immer Deine Bedürfnisse verstehen muss oder dass Erfolg im Beruf immer leicht sein sollte. Diese Glaubenssätze führen oft zu wiederkehrenden Enttäuschungen. Es kann sehr hilfreich sein, sie zu erkennen und zu hinterfragen, damit Du nicht in alte Muster verfällst.

    ➡️ Hier erfährst Du mehr darüber, wie Glaubenssätze uns beeinflussen

    Kommuniziere Deine Enttäuschung: In Beziehungen ist es wichtig, offen über Enttäuschungen zu sprechen. Anstatt Vorwürfe zu machen, sprich in Ich-Botschaften, z. B.: „Ich bin enttäuscht, weil ich gehofft habe, dass wir heute mehr Zeit miteinander verbringen.“ Kommunikation ist ein wichtiger Schlüssel, um Missverständnisse aufzulösen und Klarheit zu schaffen. Oft liegt die Lösung in einem ehrlichen Gespräch, bei dem beide Seiten ihre Sichtweise darlegen.

    ➡️ Lerne mehr über Ich-Botschaften

    Finde einen neuen Blickwinkel: Oft liegt die Chance in einer Enttäuschung darin, einen neuen Blickwinkel zu finden. Was kannst Du aus dieser Situation lernen? Vielleicht zeigt Dir die Enttäuschung, wo Du Veränderungen vornehmen oder Deine Erwartungen anpassen musst. Indem Du Deine Enttäuschungen als Lernchancen siehst, kannst Du innerlich wachsen und gelassener mit zukünftigen Enttäuschungen umgehen.

    Zwei Frauen sprechen über ihre unausgesprochenen Erwartungen und Enttäuschungen in ihrer Beziehung.
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    Erkenne Deine Enttäuschungen: Ein Selbsttest

    Vielleicht fragst Du Dich gerade, wie oft Du eigentlich enttäuscht bist und ob es bestimmte Muster gibt. Hast Du Dich schon einmal gefragt, warum Du immer wieder enttäuscht wirst – sei es von Dir selbst, von anderen oder von bestimmten Situationen? Es ist hilfreich, sich selbst besser kennenzulernen, um zu verstehen, warum Enttäuschungen so stark auf uns wirken.

    Der Selbsttest „Enttäuschung“ hilft Dir dabei, genau das herauszufinden. Dieser kurze Test unterstützt Dich, einen tieferen Einblick in Deine eigenen Enttäuschungsmuster zu bekommen und herauszufinden:

    • Wie oft Du wirklich enttäuscht bist und welche Situationen diese Gefühle auslösen
    • Welche Erwartungen und Glaubenssätze Deinen Enttäuschungen zugrunde liegen
    • Wie Du bisher mit Deinen Enttäuschungen umgehst und welche Strategien Du ausprobieren könntest, um damit besser umzugehen

    ➡️ Mach den Test und finde heraus, wie Du Deine Enttäuschungen besser verstehen und auflösen kannst. Zum Selbst-Test „Enttäuschungen“

    Enttäuschungen sind nicht das Ende, sondern eine Einladung, tiefer zu schauen und zu verstehen, was uns wirklich wichtig ist.

    im Alltag mit Enttäuschungen umgehen

    Enttäuschungen gehören zu unserem Alltag – sie sind unvermeidbar, egal ob in der Beziehung, im Job oder im Umgang mit uns selbst. Wichtig ist, wie Du darauf reagierst. Hier sind einige zusätzliche Tipps, wie Du im Alltag besser mit Enttäuschungen umgehen kannst:

    Selbstfürsorge praktizieren: Enttäuschungen können unser Selbstwertgefühl belasten. Es ist wichtig, freundlich zu Dir selbst zu sein. Gönne Dir eine Pause, wenn Du enttäuscht bist, und kümmere Dich um Dein Wohlbefinden. Manchmal hilft ein Spaziergang, ein gutes Buch oder ein Gespräch mit einer vertrauenswürdigen Person, um die Enttäuschung zu verarbeiten.

    Setze klare Grenzen: Wenn Du immer wieder von denselben Personen oder Situationen enttäuscht wirst, ist es wichtig, klare Grenzen zu setzen. Grenzen schützen Dich davor, immer wieder in die gleiche Enttäuschungsfalle zu tappen. Sie helfen Dir, Deine Erwartungen realistisch zu halten und Dein Wohlbefinden zu bewahren.

    Übe Vergebung: Manchmal sind wir von anderen enttäuscht, manchmal von uns selbst. Vergebung – sowohl gegenüber anderen als auch gegenüber Dir selbst – kann ein mächtiges Mittel sein, um loszulassen und inneren Frieden zu finden. Vergebung bedeutet nicht, dass Du alles akzeptieren musst, sondern dass Du Dich entscheidest, die Last der Enttäuschung nicht länger mit Dir herumzutragen.

    ➡️ Hier erfährst Du mehr darüber, wie Du mit Enttäuschungen in Beziehungen umgehen kannst

    Intensiver Kurs „Enttäuschungs-Detox“

    Wenn Du merkst, dass Du immer wieder an den gleichen Enttäuschungen scheiterst, könnte es Zeit sein, einen Schritt weiter zu gehen. In meinem Intensivkurs „ENTTÄUSCHUNGS-DETOX“ lernst Du nicht nur, wie Du Deine Erwartungen realistisch hinterfragen kannst, sondern auch, wie Du durch konkrete Übungen und Reflexionstechniken langfristig einen neuen Umgang mit Enttäuschungen findest. Dieser Kurs bietet Dir eine intensive Auseinandersetzung mit Deinen Glaubenssätzen, gibt Dir Werkzeuge an die Hand, um Deine Enttäuschungen zu bewältigen, und zeigt Dir, wie Du wieder mehr Zufriedenheit und Gelassenheit in Dein Leben bringst.

    ➡️ Hier entlang zum Kurs „ENTTÄUSCHUNGS-DETOX“ und Deinem Weg zu mehr Klarheit und Erfüllung.

    ENTTÄUSCHUNGS-DETOX

    Wieder Nähe spüren und Vertrauen aufbauen

    Alte Enttäuschungen lasten wie ein unsichtbarer Rucksack auf Deinen Schultern und schwächen die Verbindung zu Deinem Partner.

    Im ENTTÄUSCHUNGS-DETOX Kurs wirst Du in 3–5 Wochen lernen, diese Last abzuwerfen und mehr Leichtigkeit in Deiner Beziehung zu spüren.


    KURS-DETAILS

    Lerne, mit Enttäuschungen umzugehen und daran zu wachsen

    Enttäuschungen sind ein unvermeidbarer Teil unseres Lebens, aber sie sind auch eine Chance, mehr über uns selbst und unsere Erwartungen zu lernen. Je besser Du verstehst, was hinter Deinen Enttäuschungen steckt, desto leichter wird es Dir fallen, sie zu akzeptieren und daran zu wachsen.

    Falls Du das Gefühl hast, dass Du Deine Enttäuschungen alleine nicht in den Griff bekommst, könnte das Progressive Beziehungscoaching der richtige nächste Schritt für Dich sein. Es hilft Dir dabei, unbewusste Glaubenssätze zu erkennen, Deine Erwartungen realistisch zu hinterfragen und besser mit Enttäuschungen umzugehen.

    Was Du aus diesem Artikel mitnehmen kannst

    Enttäuschungen sind normal: Sie gehören zum Leben, aber sie müssen Dich nicht dauerhaft belasten.

    Erkenne Deine Erwartungen und Glaubenssätze: Je bewusster Du Dir Deiner Erwartungen wirst, desto besser kannst Du mit Enttäuschungen umgehen.

    Lerne, offen über Deine Enttäuschungen zu sprechen: Kommunikation ist der Schlüssel, um Missverständnisse zu klären und Enttäuschungen zu überwinden.

    ➡️ Wenn Du Unterstützung brauchst, um Deine unerfüllten Erwartungen und schmerzlichen Enttäuschungen zu überwinden, vereinbare mit mir ein Kennenlern-Gespräch. Gemeinsam finden wir Deinen Weg aus den Enttäuschungen.


    Jetzt Kennenlern-Gespräch vereinbaren

  • Toxischer Partner

    Toxischer Partner

    Nicht länger am toxischen Partner festhalten

    Befreie Dich aus toxischen Beziehungen: Erkenne die Warnsignale und rette Dich

    Hast du einen solchen Partner, der kein bisschen zuhören kann? Einen toxischen Partner, an dem du festhalten willst?

    Fühlt es sich manchmal auch so an, als würdest du wie Dreck behandelt werden? Ohne Respekt, ohne Achtung – geschweige denn wertschätzend? Als würde der Mensch, für den du dich vor langer Zeit (Monate oder Jahre) entschieden hast, in einer anderen Welt leben oder von einem anderen Stern namens Toxikor kommen.

    Zermürbt dich der tägliche Umgang mit deinem eitlen Partner, seiner Selbstgefälligkeit? Seinem Blick, der durch dich hindurch geht oder über dich hinweg. Nicht einmal, nicht zweimal. Sondern bei jedem Gespräch. Was ist toxisch, wenn nicht sein abfälliger Blick? Seine Missgunst, die aus seinen stechenden Augen spricht. Ein Narzisst, den du schon lange nicht mehr ‚Schatz‘ nennst.

    Dein toxischer Partner lebt in seiner eigenen Welt, in der Selbstzweifel ein Fremdwort sind. In einer Welt voller Selbstbewunderung – während du vor die Hunde gehst, weil du inmitten seiner Welt lebst, die nicht deine Welt ist, sondern dein Gefängnis. Du bist ein Fremdkörper in seiner nicht nur angehaucht narzisstischen Welt. Eine Nummer. Nun heißt es handeln.

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    Kein Verständnis mehr für toxische Partner

    Seine Überheblichkeit ertränkt jedes Bedürfnis nach emotionaler Nähe. Und vergrößert den Abstand, der gar nicht mehr größer werden kann in einer Beziehung. Du hast den Begriff toxisch aufgeschnappt und sofort für dich adaptiert. Ja, du hast einen toxischen Partner. Da passt es gut, wenn deine Freundinnen von deinem Partner als Narzissten reden. Und dir wird klar: eine gute Beziehung ist keine Frage einer guten Kinderstube oder von Bildung. Eine erfüllte Beziehung ist eine Herzensangelegenheit. Eine Frage von Herzflow. 

    Pack es an. Fridays for you. Und all die anderen Wochentage auch.

    Alle deine Versuche in der Vergangenheit, vergiftete Situationen zu harmonisieren, nutzt dein toxischer Partner nur, um dich weiter zu demütigen. Das kann er. Das kann er richtig gut. Demütigung ist sein zweiter Name. Sein dritter: Toximan.

    Hinter verschlossener Tür schweigt er dich tagelang an, während du mit einem Glas Tee und einem kleinen Mürbeteig-Keks davor stehst und inständig bittest, dich reinzulassen. „Um mal miteinander zu reden“, rufst du. Aber nein, kein Ton kommt zurück. Oder vielleicht ein „Jetzt-Nicht“. Er kennt dein Harmoniebedürfnis und lässt dich genüsslich zappeln. Mit Genugtuung. Du spürst: du bist schuld. „Wofür“, fragst du piepsig, und er: „Na, denk doch mal nach!“

    Lebst Du in einem Beziehungskoma?

    Das ist normal, denkst du, wer hat denn keinen Toximan daheim rumsitzen? Eine vorübergehende Schieflage, ja Gott noch, das gehört doch zu jeder Beziehung dazu. 

    HALLO, GEHT’S NOCH? Lebst du in einem Beziehungskoma?

    Andere sind längst ausgebrochen und haben ihren toxischen Partner auf den Mond geschossen. Aber du hast Verständnis für die Situation!? Super! 

    Gern frage ich noch einmal nach: Geht’s noch?

    [wpr-template id=“36195″]

    Verständnis als Beruhigungspille​

    Früher kam „toxisches Verhalten“ in den besten Familien vor, war halt namenlos. Auch in meiner Herkunftsfamilie kam’s vor, auch bei mir selbst. Ich weiß, worüber ich rede. Und zum Glück rede ich mittlerweile über etwas, was bereits hinter mir liegt. Heute quäle ich keinen mehr mit Schweigen. 

    Mit dem Begriff vom „toxischen Partner“, der mittlerweile die heiligen Hallen der Therapeutenbibliotheken verlassen hat und in den Niederungen von populärwissenschaftlichen Magazinen angekommen ist, hat man einen Ausdruck gefunden, der ein übergriffiges respektloses Verhalten als das kennzeichnet, was es für andere Menschen ist: hochgiftig.

    Mit diesem Begriff im Gepäck lässt man seinen arroganten Partner nicht mehr davonkommen. Hochnäsigkeit ade. Die Zeiten des Verständnis-Habens sind vorbei. Jahrelang hast du geglaubt, deinen Partner zu verstehen, warum er so ist wie er ist. Aber wenn du ehrlich zu dir selbst bist, merkst du sofort, dass du dir etwas vorgemacht hast: Dein Verständnis und dein Verstehen sind nichts weiter als eine Beruhigungspille – für dich! Narkotika – für dich! Und nicht für deinen toxischen Partner, der es dringend bräuchte. In deinem Interesse.

    Verständnis für den toxischen Partner und Selbstablehnung sind wie Brandbeschleuniger Richtung narzisstischer Beziehung. Dazu kommt: Je größer die Ablehnung von dir selbst ist, desto mehr wächst dein Verständnis für den toxischen Partner. Wieviel Selbstverleugnung braucht es, um dich aus der narzisstischen Beziehung zu befreien?

    Dein toxischer Partner – ein Kotzbrocken​

    Doch wer ist jetzt wirklich toxisch? Dein toxischer Partner oder bist du es vielleicht selbst? Ist es nicht vielleicht deine Rücksicht, dein Kleinbeigeben, dein ständiges Verstehen selbst völlig absurden Verhaltens. Das Duckmäusern, um keinen Unfrieden und Zorn zu provozieren: ist das nicht vielleicht auch toxisch?

    In den meisten Beziehungen herrscht ein hierarchisches Ungleichgewicht, wie es der Kommunikationswissenschaftler Paul Watzlawick postuliert hat. Ein Machtgefälle. In einer narzisstischen Beziehung ist dieses Machtgefälle extrem. Einer schaut von weit oben auf den Partner weit unten herab. 

    Bist du es, die aufschauen muss? Bist du es, die zappeln lässt, oder diejenige, die zappelt? Soll das ewig so weitergehen? Wann willst du das ändern?

    Ok, ok, ich will dich nicht bedrängen. Es ist ja dein Leben.

    Lebst du mit einem Partner zusammen, der sich verschließt und keinen anderen an sich ran lässt, am wenigsten dich, weil er so seine Macht ausüben kann! Du versuchst diese „Verschlusssache“ Peter oder Herbert oder Kevin zu knacken und aufzubrechen mit dem ganz ganz starken Motiv: „Aber ich liebe ihn doch!“

    Aber die Sache mit der Liebe ist längst vorbei. Selbst die Erinnerung an die guten alten Tage verblasst angesichts der Schandtaten und Kränkungen und Verletzungen. Auf dem rot-weißen Absperrband um eure Mißbrauchs-Beziehung steht nicht „Polizeiabsperrung“, sondern „Achtung: toxisch!“

    Wenn man die Temperatur eurer Beziehung messen würde, würde man Unterkühlung diagnostizieren. Fehlende Empathie auf der ganzen Strecke. 

    Wenn deinem toxischen Partner wieder einmal etwas an dir missfällt und er dich rüde zurechtweist, dich belehrt und ein „normales“ Verhalten von dir fordert: „Die anderen können es doch auch!?“ – was soll frau dann sagen? Ein Kotzbrocken?

    Es gibt kein Glück mit einem toxischen Partner​

    Du fragst dich, wie man nur so narzisstisch und selbstgefällig wie dein Partner sein kann. Aber es gibt keine Antwort. Ihn zu fragen traust du dich nicht. Du willst nicht dafür verantwortlich sein, dass der Haussegen wieder schief hängt. Und ich sag dir, fass dich nicht an die eigene Nase , sondern zieh dich am eigenen Schopf aus der Kacke, die dir bis zum Hals steht. So fängt Selbstachtung an, die du irgendwann an den Nagel gehängt hast.

    Es gibt erfüllte Beziehungen, und es gibt toxische Beziehungen. In einer solchen lebst du. Gerne würdest du hinüberwechseln in eine erfüllte Beziehung, am liebsten mit einem Zauberstab, der alles schwuppdiwupp ändert. Aber Feen sind längst ausgestorben. Leider. Zumindest für dich.

    Andere Menschen haben mehr Glück als du, glaubst du, aber es ist kein zufälliges Glück, sondern gemachtes Glück. Andere Menschen hatten auch einmal einen toxischen Partner – bis zum Cut, den sie gemacht haben. Sie waren nicht länger bereit, eine narzisstische Beziehung in Kauf zu nehmen, ihren toxischen Partner zu hofieren und sich selbst zu erniedrigen. Worauf wartest du noch?

    Befreiung braucht Zeit​

    Sie haben sich irgendwann einmal über ihre Glaubenssätze hinweggesetzt wie zum Beispiel, dass sie ohne einen Partner vereinsamen würden. Jeder Tag, den du nicht bereit bist für dein glückliches Leben zu kämpfen, erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass du recht haben wirst.

    Je früher du dem toxischen Partner, der euer Wohnzimmer zum Übungsplatz für Besserwisserei und Vorwürfe erklärt hat, je früher du die Beziehung mit diesem toxischen Typen beendest, desto mehr Chancen bekommst du, das Leben wieder aufs Glück auszurichten.

    Aber Vereinsamung ist ja keine Frage des Alleinseins, sondern der fehlenden emotionalen Nähe. Bist du nicht schon längst vereinsamt neben deinem Partner? Kannst du überhaupt noch schlimmer vereinsamen als du schon bist? Höchste Zeit, das zu ändern.

    Andere Menschen, die sich von ihrem toxischen Partner befreit haben, haben sich vielleicht auch über den Glaubenssatz hinweggesetzt, dass es eine Schande sei, sich zu trennen. Sie haben vielleicht auch das Versprechen gebrochen, in guten und schlechten Zeiten mit dem Partner zusammenzubleiben. Aber eine narzisstische Beziehung mit einem toxischen Partner ist keine schlechte Zeit im Sinne sich verändernder Bedingungen. Eine toxische Beziehung ist einfach Scheiße, in der man bis zum Hals drinsteckt. Wer da an seinem einmal gegebenen Versprechen festhält, hält auch an seinem Unglück fest und fragt vielleicht ganz theatralisch: „Warum ich?“ Meine Antwort: „Weil du nichts unternommen hast, das zu ändern!“

    Das Aushalten emotionaler Vernachlässigung bedeutet nicht, beziehungsfähig zu sein.​

    Überhaupt, hast du es nicht satt, dass dieser narzisstischen Typ, der so selbstgefällig im Wohnzimmersessel fläzt, immer wieder für dich Entscheidungen trifft? Willst du weiterhin enttäuscht vom Leben dein Leben anderen überlassen und nicht endlich selbst entscheiden? Selbstwirksam werden, wie es so schön im Coaching-Deutsch heißt? 

    Stell dich endlich deiner Angst und dem Irrglauben, nicht beziehungsfähig zu sein, und mach dir nicht länger vor, dass das Aushalten von emotionaler Vernachlässigung Beziehungsfähigkeit bedeutet.

    Bleibe nicht länger Anhängsel. Kämpf dich aus dem Kohlekeller frei und hoch, strampel nicht länger auf dem Treibsand deines toxischen Partners – es wird nur schlimmer. Fang noch heute an. Rom ist nicht in sieben Tagen erbaut worden, und auch du wirst nicht von heute auf morgen deine innere Freiheit wiedergewonnen haben. Entwicklung braucht Zeit.

    Werde unberechenbar für deinen toxischen Partner​

    Unter was leidest du mehr? Unter der Impulsivität deines Partners, der kein anderes Verhalten duldet als Gehorsamkeit, als wäre er im letzten Jahrhundert hängengeblieben? Der wie eine Krake an deinem Hals festsitzt und dir die Kehle zuschnürt?

    Oder sind es die Entscheidungen, die Rechtfertigungen und die Erklärungen – diese massive Abrissbirne von Überzeugungen, der du nichts entgegensetzen kannst. Noch einmal: Worunter leidest du mehr? Wieviel Enttäuschung erträgst du noch?

    Was setzt du der Impulsivität deines Partners entgegen? Ist es vielleicht Verlässlichkeit – Zuverlässigkeit? Getragen von der Hoffnung, dass er durch deine Zuverlässigkeit vernünftig wird? Dass er weniger cholerisch reagiert?

    Dann aber musst du wissen, das gerade deine Verlässlichkeit und Zuverlässigkeit dich berechenbar machen. Und das nutzt dein Partner dein toxischer Partner aus. Ein Weg aus der Manipulierbarkeit ist Unberechenbarkeit. Höchste Zeit, in dein neues Leben aufzubrechen. Werde wie das Leben. Werde unberechenbar.

  • Gedanken schaffen Tatsachen

    Gedanken schaffen Tatsachen

    Gedanken sind Realität: Wie wir unsere Welt mit unserer Vorstellungskraft erschaffen

    In diesem Anthropo leben Menschen in Freigehegen. Die Freigehege sind sehr unterschiedlich gestaltet. Es gibt Urwälder, Steppen und städtische Szenerien. Einige Menschen laufen in Straßenschluchten hin und her, andere verbringen ihre Zeit in sogenannten Mietswohnungen, wo sie sich manchmal zusammen an einen Tisch setzen und dort etwas essen und trinken. 

    Die marsianischen Menschenpfleger servieren das Essen in Töpfen und Schüsseln, so mögen das die Menschen. Zum Schlafen legt sich der Mann auf die Coach, die Frau geht in ein Nachbarzimmer. In manchen Wohnungen haben sie ein gemeinsames Schlafzimmer, aber der Blick in die Schlafzimmer wird marsianischen Besuchern verwehrt.

    Deine Kinder bleiben gerne beim Baustellengehege stehen. Es herrscht immer ein enormer Lärm. Entweder weil ein Haus hochgezogen oder weil es zwei Wochen später wieder abgerissen wird.

    Das, was du als marsianischer Besucher bei dem menschlichen Treiben siehst, sind Tatsachen: Die Menschen stehen, laufen, liegen, sitzen, essen, gucken, kratzen, anfassen, fallen lassen. Auf der Baustelle: rühren, hämmern, schlagen, klatschen, schwenken, heben. Schreien, rufen. 

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    Tatsachen​

    Tatsachen sind immer ganz einfach und alle Menschen auf der Welt erleben es gleich.

    Tatsachen sind all die Dinge, die um uns herum passieren. Sie sind der Ausgangspunkt für unsere Meinungen, Urteile, Bewertungen, Glaubenssätze usw. An diese Tatsachen „heften“ wir unsere subjektiven Gedanken. 

    Wenn aus einem „Gucken“ ein „blödes Gucken“ wird, und wenn aus einem „Essen“ ein „Fressen“ wird, dann steckt schon jede Menge Meinung in diesen Begriffen.

    Bewertende Gedanken​

    Bei der Begegnung mit vor allem fremden Menschen können wir – theoretisch – sachlich bleiben. Bei Menschen, die uns nahe stehen, ist das so gut wie nicht möglich. 

    Je näher uns eine Person steht, desto schwerer fällt es uns, neutral über sie zu denken. Es ist eine eher therapeutische Haltung, die wir einem Freund oder einer Freundin gegenüber nicht einnehmen wollen. Es fühlt sich distanziert an. Und das ist es auch.

    Wir haben eine Meinung über diesen oder jenen Menschen, auch wenn wir nicht immer in der Lage sind, unsere Meinung detailreich zu formulieren. Im Alltag sind wir gar nicht in der Lage, zwischen Tatsachen, Gefühlen, negativen oder positiven Gedanken, Gefühlen und Meinung zu unterscheiden. Und hier beginnt die menschliche Kommunikation. Manchmal ein Desaster.

    Wir wollen immer recht behalten und manipulieren unsere Gedanken, so dass wir recht bekommen.
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    Bei der Begegnung mit vor allem fremden Menschen können wir – theoretisch – sachlich bleiben. Bei Menschen, die uns nahe stehen, ist das so gut wie nicht möglich. 

    Je näher uns eine Person steht, desto schwerer fällt es uns, neutral über sie zu denken. Es ist eine eher therapeutische Haltung, die wir einem Freund oder einer Freundin gegenüber nicht einnehmen wollen. Es fühlt sich distanziert an. Und das ist es auch.

    Wir haben eine Meinung über diesen oder jenen Menschen, auch wenn wir nicht immer in der Lage sind, unsere Meinung detailreich zu formulieren. Im Alltag sind wir gar nicht in der Lage, zwischen Tatsachen, Gefühlen, negativen oder positiven Gedanken, Gefühlen und einer Meinung zu unterscheiden. Und hier beginnt die menschliche Kommunikation. Manchmal ein Desaster.

    Positive und negative Gedanken​

    Durch Bewertung bekommen Tatsachen Bedeutung. Ohne wirklich nachzudenken fragen wir uns: Bleibt durch das, was gerade passiert, unser Status quo erhalten oder bringt es Unordnung in unser Leben? Sorgt das, was gerade passiert, dafür, dass wir in unserer Komfortzone bleiben können oder katapultiert es uns in die Panikzone?

    Der Begriff „neutraler Gedanke“ ist nicht wirklich geläufig. Gedanken sind für uns entweder positiv oder negativ. Die einen beflügeln uns, die anderen ziehen uns runter. Die Bedeutung macht’s. 

    In der Literatur werden die negativen Gedanken immer wieder als Selektionsvorteil betrachtet. Und das Adrenalin als Panikhormon ist eine Art Beweis.

    Warum sollte positives Denken keinen Vorteil für das Überleben haben?

    Ich kann diese wissenschaftliche Erkenntnis nicht teilen. Warum sollte das positive Denken und die damit verbundene Freude am – sagen wir – Gelingen einer neuartigen Erfindung keinen Selektionsvorteil bringen? Und natürlich muss es nicht immer eine große Nummer sein.

    Wenn einem Musiker beim Üben etwas Schwieriges gelingt und er von Freudehormonen überschüttet wird, hat seine Freude, schwierige Passagen zu meistern, sicherlich einen „Selektionsvorteil“ gegenüber anderen Musikern.

    Gedanken über die Gedanken

    Unser Geist ist erstaunlich. Nicht nur, dass wir uns über die Tatsachen, die wir wahrnehmen, Nach-Denken können. Nein, wir können außerdem über unsere Gedanken nachdenken.

    Wir können über das, was wir geplant und gedacht haben, nachdenken und ein Urteil fällen. Entweder analysieren wir eine Planung, sprich den Gedankenablauf im Nachhinein, oder korrigieren uns während einer Planung. Dann besteht zwischen planenden Gedanken und unseren Bewertungen eine sehr kurze Feedback-Schleife. Eine wunderbare Fähigkeit, die wir sicherlich den Tieren voraushaben, und die uns zu dem macht, was wir sind.

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    Diese Art des Nachdenkens über unsere Gedanken – schlaudeutsch Metakognition genannt – ist sehr produktiv … und sehr unproduktiv. Nämlich dann, wenn wir aus der sachlichen Analyse aussteigen und uns selbst gegenüber polemisch werden. Wer kennt sie nicht, die Gedanken, mit denen wir uns selbst fertig machen und uns verurteilen? „Ach wie dumm von mir!“ oder „Das hätte ich besser planen müssen!“

    Diese Fähigkeit, uns von unserem Denken distanzieren zu können, ist auch sehr heilsam. Denn durch dieses Distanzierungsvermögen können wir über uns selbst nachdenken. Über unser Denken. Unser Fühlen. Unser Empfinden

    Wir können uns selbst und unsere Gedanken beobachten. Nur müssen wir uns dessen erstens bewusst werden und zweitens gezielt anwenden, um uns aus unseren verschiedenen Verhaltens- und Denkmustern „herauszuarbeiten“.

    Gedanken werden Tatsachen​

    Wie du oben gelernt hast, folgt auf die Wahrnehmung einer Tatsache das Nach-Denken. Sobald wir etwas wahrgenommen haben, machen wir uns Gedanken, bilden eine Meinung und sortieren es in unsere verschiedenen Bedeutungsschubladen ein.

    Bewertende Gedanken geben den Tatsachen eine gewisse Ladung. Ist diese „Ladung“ positiv – löst sie bei uns Freude aus. Erleben wir sie negativ, löst sie WutAngst oder Trauer aus.

    Umgangssprachlich ist dieses Mischmach aus Gefühlen, Gedanken (Meinungen, Glaubenssätzen etc.) und äußeren Sachverhalten Tatsachen. Realität. 

    Erklärungsneurotiker

    Zu den einfachen Etikettierungen (das ist gut, das ist schlecht) kommt hinzu, dass wir alles, wirklich alles versuchen zu erklären: das Verhalten eines Menschen oder die Entwicklung von Tatbeständen und Sachverhalten. 

    Wie konnte es nur passieren, dass Peter das Glas umstößt? Warum geht Vera nicht nach Haus? Warum ist Olaf fremdgegangen? Warum lässt Moni mich nie ausreden?

    In unseren Augen hat alles einen Grund, warum es ist, wie es ist. Und wenn wir den Grund nicht kennen und auch nicht nachforschen, erfinden wir ihn. Das ist nicht immer schön für die betroffenen Personen.

    Wenn sich Ludger beispielsweise mit einem Freund zum zweiten Mal innerhalb einer Woche trifft – was ungewöhnlich ist –, findet seine Bärbel das komisch und überlegt, warum er das wohl macht. Da sie Ludger nicht fragt, sagt ihr Verstand ihr, dass eine Frau dahinter stecken muss …

    Als in der Nacht zurückkommt, geht ihr Puls schneller und sie kann sich schnippische Bemerkungen nicht verkneifen. Am nächsten Tag macht sie ihm eine Eifersuchtsszene.

    Aber worauf reagiert sie eigentlich? Warum geht der Puls hoch? Warum kann sie sich die schnippischen Bemerkungen nicht verkneifen?

    Der Grund für ihre Eifersuchtssymptome sind ein Schäferstündchen, das sich aber nur in ihrem Kopf abspielt. Wir reagieren eben nicht auf das, was tatsächlich passiert, sondern auf das, was wir denken, was passiert.

    Erklären – auf Teufel komm raus

    Wo immer es geht, stellen wir kausale, also Ursache-Wirkungs-Zusammenhänge her. Sobald wir etwas verstanden haben, atmen wir auf. Und verzweifeln, wenn wir Zusammenhänge nicht verstehen.

    Eine Klientin namens Barbara versuchte monatelang zu verstehen, warum ihr Partner fremdgegangen ist. Erst suchte und fand sie eigene Erklärungen, die sie aber selbst sofort anzweifelte. Und als sie dann endlich ihren Partner fragte, konnte er keine Antworten geben, die sie befriedigte. Sie glaubte, er lüge.

    Auf meine Frage, wie seine Antwort hätte lauten müssen, fand sie keine Antwort. 

    So sind wir manchmal in einer Erwartungshaltung ohne zu wissen, was wir erwarten.

    Weißt du immer ganz genau, was du von deinem Partner oder anderen Mitmenschen erwartest? Hast du deine Erwartungen völlig durchdacht?

    Manchmal erwarten wir vom Partner etwas, ohne jedoch genau zu wissen, was dieses Etwas ist.

    Ich will Beispiel aus dem Alltag erzählen, wie es nicht sein sollte: Karsten hat immer wieder Streit mit seiner Lebensgefährtin Vera, die von ihm mehr Ordnungssinn erwartet. 

    In den Gesprächen über diesen Konflikt stellt sich heraus, dass er zunächst keine konkreten Vorstellungen über Ordnung hat. Nach einem unserer Gespräche startet er völlig unerwartet eine Art Ordnungs-Challenge. Die Bücher, die sonst im Wohnzimmer verteilt liegen, werden ins Regal geräumt und die alle Bücher ganz neu sortiert; nicht nach Inhalt, sondern nach Farbe der Buchrücken. Das entspricht überhaupt nicht Veras Vorstellungen von Ordnung. 

    Im Grunde genommen hat sie erwartet, dass Karsten sich ihrer Vorstellung von Ordnung geschmeidig einfügt und alles so aufräumt, wie es ihr gefällt.

    Oder stell dir doch einmal folgende Situation vor. Du als Frau erwartest, dass dein Partner nicht dir selbstverständlich das Kochen überlässt, sondern dass auch er kocht. Fifty-fifty wäre super. Und eines Tages – als hätte ihn in der Nacht eine Fee geküsst – kocht dein Partner für euch zwei, für die Familie. Aber nicht vegan, auch nicht vegetarisch, sondern er haut Fleisch in die große Pfanne. War es was, was du erwartet hast als Vegetarierin?

    Wenn wir unsere Erwartungen aussprechen, wollen wir in der Regel, dass die Partner es so handhabt wie wir. Oder wie wir es brauchen.

    Kann das gut gehen?

    Non Contingent Reward Experiment​

    Um zu verdeutlichen, wie wichtig es uns Menschen ist, Sachverhalte / Tatsachen und das Verhalten unserer Mitmenschen zu verstehen, stelle ich dir das sogenannte „Non Contingent Reward Experiment“ aus den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts vor.

    Die Versuchsteilnehmer wurden vor eine Maschine mit bunten Knöpfen gesetzt. Ihre Aufgabe war es zunächst, diese Knöpfe so lange zu kombinieren, bis ein Klingel-Ton signalisierte: diese Kombination ist richtig. Es gab mehrere Durchläufe. 

    Durch Versuch und Irrtum und durch Nachdenken sollten die Teilnehmer die Gesetzmäßigkeiten hinter den Kombinationsfolgen herauszufinden.

    Was die Versuchsteilnehmer nicht wussten: der Ton klingelte nach dem Zufallsprinzip. Es gab also keine richtigen oder falschen Kombinationen.

    Trotzdem stellten die Probanden Regeln und gesetzmäßige Zusammenhänge zwischen ihren Kombinationen und dem Klingelton her. Und jeder konnte das Prinzip hinter den „richtigen Kombinationen“ begründen.

    Selbst als die Teilnehmer über das Zufallsprinzip aufgeklärt wurden, behaupteten sie steif und fest, es steckten „Gesetzmäßigkeiten“ hinter den Kombinationsfolgen. Sie wollten nicht glauben, dass ihre Erklärungen nicht stimmen konnten.

    Erklären und begründen ohne Ende

    Die Teilnehmer hatten mit ihren Begründungen Zusammenhänge geschaffen, die keine waren. Darum geht’s.

    Und so wie die Versuchsteilnehmer suchen auch wir Erklärungen dafür, warum unser Partner so handelt, wie er handelt – und finden einen Grund. Er redet nicht mit mir, weil … Sie ist so herzlos mit ihren Eltern, weil … Mein Kind ist so unruhig, weil … Es ist ja kein Wunder, dass … , weil …

    Wer einmal auf seine oder die Sprache der anderen achtet, wird erstaunt sein, wie viele Erklärungen wir für das Geschehen um uns herum haben. Es gibt kaum etwas, das vor unserer Erklärungsneurose verschont wird.

    Wenn du an dieser Stelle aufhören würdest zu lesen und ich würde es bemerken, würde ich vielleicht denken, dass dir der Text zu langweilig ist. Oder weil ich alles viel zu kompliziert geschrieben habe …

    Aber vielleicht bist du einfach nur müde. Weil du über das Non Contingent Reward Experiment nachdenken willst. Weil du dir Beispiele aus deinem eigene Leben überlegen willst. Weil …

    Was haben meine Begründungen mit deinen Gründen zu tun? Wo überschneiden sie sich? Nirgends. Und das ist unsere Normalität.

    20 Jahren Ehe

    Je länger wir unseren Partner kennen, desto häufiger haben wir uns unseren Partner erklärt. Wir glauben zu wissen, warum er wie handelt – oft ohne mit ihm darüber gesprochen zu haben. Wir behalten unsere Urteile für uns und halten sie für Tatsachen.

    Da sich unsere Erklärungen über ihn nicht ändern, bleibt unser Partner, wie wir schon immer über ihn gedacht haben.

    Je öfter wir unsere Gedanken wiederholen, desto glaubwürdiger halten wir sie. Nach 20 Jahren Ehe kennt man seinen Partner eben. Doch im Grunde genommen kennt man nur seine eigenen Gedanken und Erklärungen, die wir vor 20 Jahren zum ersten Mal gedacht haben.

    Es gibt so gut wie keine Momente in unserem Leben, in denen wir die Welt so wahrnehmen wie sie ist. Wir formen und verformen sie mit unseren Gedanken.

    Am ehesten gelingt uns die wertfreie Betrachtung noch in der Natur, bei einem Spaziergang durch einen Wald. Die Natur können wir so wahrnehmen wie sie ist. Das macht einen Spaziergang so erholsam – sofern wir den Alltag loslassen können. Die Begegnung mit der Natur befreit uns von unseren vielen Gedanken, die uns überrumpeln, sobald wir Menschen begegnen.

    Inneres Drama

    Ein gutes Beispiel, wie wir uns mit unseren Gedanken innerliche Dramen inszenieren, ist ein kleine Episode aus Christas Leben. Sie kam zu mir, weil sie sich unsicher in ihrer neuen Beziehung fühlte und ein scheinbar harmloser Vorfall hatte sie tagelang beschäftigt: Sie hatte bei Johannes, ihrem neuen Partner, eine besondere Shampooflasche entdeckt und sich sofort gefragt, ob diese etwas mit seiner italienischen Ex-Freundin zu tun haben könnte. Christa war sofort eifersüchtig. 

    Diese eine Flasche löste in ihr eine ganze Kaskade von Gedanken aus, die sie von Tag zu Tag mehr verunsicherte. 

    Das Problem war, dass sie vor ihrem neuen Freund nicht als eifersüchtig dastehen wollte. Deshalb traute sie sich nicht, ihn auf diese Flasche anzusprechen. Sie wollte ihre Eifersucht nicht „verraten“.

    Solche Gedankenspiralen haben manche Menschen fast täglich. Oft hängen wir uns an kleinen Details auf und bauen daraus ganze Welten in unserem Kopf. Je mehr wir grübeln, desto weiter entfernen wir uns von den Tatsachen

    Anstatt anzusprechen, was uns bewegt – in Christas Fall die Eifersucht –, drehen wir uns im Gedankenkarussell. Christa wollte unbedingt „gut“ dastehen. Möglichst unkompliziert. Doch das Gegenteil ist passiert.

    Dadurch, dass sie ihre Eifersucht für sich behielt, aber in Johannes Bad ständig dran erinnert wurde, konnte sie sich in Gesprächen mit ihrem Partner überhaupt nicht auf Gespräche konzentrieren. Die gemeinsame Zeit mit Johannes wurde immer komplizierter.
    Zufällig und zum Glück kam Johannes von sich auf das Shampoo zu sprechen und Christa erfuhr, dass er sich das Shampoo bei einem Kurzurlaub nach Italien gekauft hatte.

    Und es zeigt auch, dass wir manchmal das Gegenteil von dem erreichen, was wir eigentlich beabsichtigen. Aus „unkompliziert wollen“ wird „kompliziert machen“.

    In Christas Fall hätte ein offenes Gespräch mit ihrem Partner viel Klarheit schaffen können. Indem wir lernen, unsere Gedanken zu beobachten und zu hinterfragen, können wir uns selbst und unsere Beziehungen entlasten. Es sind nicht allein große Blumensträuße, die eine Beziehung stärken, sondern die kleinen, alltäglichen Gespräche über die Dinge, die uns bewegen.

  • Wie leere Versprechen manipulieren

    Wie leere Versprechen manipulieren

    Immer wieder zurück auf Hoffnung: Wie Beziehungen stagnieren

    Leere Versprechen? Kennen wir alle, oder? Sie sind wie Zuckerwatte – süß, aber ohne Substanz. In Beziehungen können sie echt nerven, weil sie so tun, als würde es weitergehen, aber am Ende zementieren sie nur den Status quo.

    Manchmal rutschen uns Versprechen raus, die wir einfach nicht halten können. Warum? Vielleicht wollen wir jemandem einen Gefallen tun oder uns selbst in ein besseres Licht rücken. Je mehr Druck dahinter, desto wahrscheinlicher wird’s, dass das Versprechen platzt.

    Einige Leute sind wahre Meister im Verteilen von leeren Versprechen, nur um ihren Willen durchzusetzen. Versprechen haben diese magische Anziehungskraft, sie binden uns emotional, aber können auch für ordentlich Frust sorgen, wenn sie sich als heiße Luft entpuppen.

    Jetzt mal ehrlich, wer von uns ist ein Prophet? Niemand! Bei jedem Versprechen tun so, als könnten wir in die Zukunft gucken. Und wenn dann ein Versprechen bricht, zucken wir die Schultern und sagen: „Wer kann schon in die Zukunft schauen?“

    Wenn du das Gefühl hast, in einem Teufelskreis aus Versprechen und Enttäuschungen gefangen zu sein, check mal das BeziehungsReich-System. Dort geht’s um die Kunst der Kommunikation und wie du deine Erwartungen und Bedürfnisse klar ausdrücken kannst, ohne dich in leeren Versprechen zu verlieren.

    Mächtiges Versprechen

    Ein Versprechen hat etwas „Heiliges“. Es hat Bedeutung und eine (Überzeugungs-)Kraft, gegen die sich keiner so recht wehren kann. Mit einem Versprechen lassen sich andere Menschen relativ leicht um den Finger wickeln. Selbst dann, wenn jeder der Beteiligten weiß, dass es sich um ein leeres Versprechen handelt und die Wahrscheinlichkeit groß ist, dass es gebrochen wird.

    Versprechen sind zwischenmenschliche Verpflichtungen, die uns emotional verbinden, einerseits. Aber andererseits führen sie zu viel Frust, wenn sie sich als leere Versprechungen entpuppen.

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    Leere Versprechen

    Der Blick in die Vergangenheit zeigt, wie oft wir schon enttäuscht worden sind (oder wir – wenn wir ehrlich bleiben – unsere Versprechen gebrochen haben), während der Blick in die Zukunft uns neue Chancen und ein verlässlicheres Leben verspricht.

    Denn keiner von uns – wie schon gesagt – hat prophetische Kräfte. Aber wir tun so. Wir tun so, als könnten wir in die Zukunft schauen. Wir wissen zwar, dass es erstens anders kommt als man zweitens denkt. Dass durch diese Unzuverlässigkeit der Zukunft ein Versprechen auch mal gebrochen wird – nun gut, wiegeln wir ab, dafür können wir quasi nichts. „Wer kann schon in die Zukunft schauen?“ fragen wir mit Unschuldsmiene, wenn wir ein Versprechen brechen „müssen“.

    Bei jedem Versprechen, das wir geben, schwingt immer ein bisschen Unsicherheit mit: Wird es am Ende ein leeres Versprechung werden – trotz bester Absicht? In Filmen wird es dann spannend, wenn ein Versprechen gegeben wird. Wird es gehalten?

    Unmögliche Versprechen​

    Doch versprechen wir auch Dinge, auf die wir gar keine Einfluss haben. Die Wahrscheinlichkeit, dass wir solche Versprechen brechen (müssen), ist sehr groß und führt regelmäßig zu großen Enttäuschungen.

    Obwohl wir wissen, dass uns leere Versprechen gemacht werden, knüpfen wir wider besser Wissen große Erwartungen daran und hoffen, dass es diesmal anders wird. Wir sind Experten des Verdrängens und des Ignorierens!

    Auf dem Standesamt versprechen wir immerwährende Liebe. Und sie wird uns versprochen. Gerne glauben wir dem Versprechen – obwohl jeder von uns weiß, wie schnell sich unsere Gefühle ändern. Die Liebe macht da keine Ausnahme.

    Anstatt uns selbst und anderen vorzutäuschen, dass alles beim Alten ist, sollten wir lernen, den Wandel zu akzeptieren und damit umzugehen.

    Lerne Dich besser kennen!

    CheckUp-Interviews

    Manipulation
    Beziehung

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    Wie kann man jemanden seine Liebe als Gefühl auf alle Ewigkeit versprechen?

    Grundgefühle kommen und gehen, wie es ihnen gefällt. 

    Das betrifft nicht nur die Liebe. Kein Mensch wünscht sich Angst. Aber wenn sie da ist, ist sie da. Nicht einmal sich selbst kann man versprechen, dass man nie wieder Angst haben wird. Absurd ist es, einem Menschen ein Versprechen abzuringen wie „Versprich mir, keine Angst mehr vor dem großen Hund zu haben.“

    Wer als Vater oder Mutter ein aggressives Kind hat und diesem Kind das Versprechen abringt, nie wieder ein Wutanfall zu bekommen, bringt das Kind in noch größere Not. Wie soll ein Kind das unterdrücken können?

    Aber OK. Wir Erwachsenen haben das ja auch lernen müssen – irgendwann. Manche durch brutale disziplinarische Erziehungsmaßnahmen, manche schaffen es heute nur mit Hilfe von Tabletten und/oder Alkohol oder anderen Drogen.

    Wir werden dazu erzogen, Versprechen zu geben, die wir nicht halten können.

    Wir können unseren Gefühlen nicht verbieten zu entstehen. Wir können sie allenfalls zurückhalten und unterdrücken, sich „öffentlich“ zu zeigen. Wem das jahrzehntelang gelingt, der hat irgendwann auch das „Gefühl“, keine Gefühle mehr zu haben.

    Die Enttäuschung hinter den leeren Versprechen​

    Das eigentlich Schlimme an den gebrochenen Versprechen ist oft nicht das Versprochene selbst, sondern das Brechen des Versprechens. Das Versprochene selbst (Nie wieder fremdzugehen oder den Partner nie wieder zu versetzten etc.) wird zur Nebensache. Gestritten wird über das verlorengegangene Vertrauen. Maßlose Enttäuschung macht sich breit.

    Die betroffenen Personen diskutieren, fluchen und beschimpfen sich und über allem schwebt der Vorwurf: „Aber du hast mir doch versprochen …“ Und auch die unkalkulierbare Zukunft wird zur Rechtfertigung benutzt: „Ich konnte ja nicht wissen …“

    Dinge zu versprechen, die mit keinem Gefühl verbunden sind, lassen sich im Prinzip noch recht einfach versprechen. Weil wir es einigermaßen in der Hand haben. Beispielsweise kann ein Lehrer seinen Schülern versprechen, die Klassenarbeit innerhalb von einer Woche zu korrigieren. Der Angestellte seinem Chef, seine Aufträge bis zu einer bestimmten Deadline zu erledigen.

    Heikel wird ein Versprechen erst dann, wenn bestimmte „Gefühle“ versprochen werden, die man morgen oder übermorgen haben wird. Eine Verabredung, ein Kinobesuch, auf den wir heute Lust haben. Aber wie sieht es in einer Woche aus?

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    Versprechen „überwachen“

    Jedes gegebene Versprechen zwingt uns, unser Verhalten hinsichtlich des Versprochenen zu kontrollieren. Habe ich ewige Liebe versprochen im Sinne von jeder Zeit und in jedem Moment meines Lebens, zeige ich mich bei der nächsten Begegnung so, als würde ich diese Liebe ständig fühlen.

    Manch einer streut nicht Sand, sondern Blumen in die Augen. Symbole helfen zu kaschieren, dass das Gefühl der Liebe schon lange nicht mehr da ist. Was bleibt, ist das leer gewordene Versprechen.

    Wer etwas versprochen hat, befragt sich selbst nicht mehr regelmäßig. Der hört nicht auf seine innere Stimme, überprüft nicht mehr seinen Gefühlsraum, weil er verlässlich wirken will.

    Leere Versprechen, die wir nicht mehr halten können, sind Herausforderungen an unsere Phantasie. Wie glaubwürdig können wir uns herausreden, wie glaubwürdig sind unsere Rechtfertigungen und Erklärungen?

    Leere Versprechen sind kleine Verbrechen

    Im Grunde genommen sind falsche und leere Versprechen kleine Verbrechen an unser soziales Denken und Empfinden. Sie funktionieren nur, weil wir im Prinzip an gegebene Versprechen glauben. Selbst dann, wenn wir wissen, dass sie nicht gehalten werden. Man denke nur einmal an die Versprechen, die vor politischen Wahlen gegeben werden.

    Wir glauben den leeren Versprechen nicht, und trotzdem beeinflussen sie uns.

    Leere Versprechen sind ein gut funktionierendes Instrument, um Menschen zu manipulieren und zu beruhigen. Im Kleinen wie im Großen. In Beziehungen dienen sie dazu, einen unhaltbaren Zustand erst einmal zu halten.

    Versprechen oder Lüge. Nicht immer auseinanderzuhalten.

    Beispielsweise fordert der Mann seine Frau auf, weniger mit anderen Männern zu flirten, und sie verspricht es. Hoch und heilig. Da Versprechen in die Zukunft reichen und erst irgendwann einmal passieren werden, festigt das Versprechen zunächst einmal die Gegenwart, so wie sie ist. Die nächste kritische Situation liegt ja noch in weiter Ferne.

    Ein leeres Versprechen vertröstet auf morgen, übermorgen oder irgendwann und funktioniert nur beim Empfänger, wenn der hofft, dass es morgen besser wird. Oder spätestens übermorgen.

    Versprechen, die nicht gegeben werden müssen

    Versprechen müssen noch nicht einmal ausgesprochen werden. Das ganze Verhalten eines Menschen kann schon viel versprechen. Wenn wir in bestimmten Belangen sehr bedürftig sind – beispielsweise wenn bei emotionaler Abhängigkeit sind –, dann „verspricht“ jeder Mensch, der sich für uns ein bisschen interessiert, ganz große Liebe, ohne dass er das Wort Liebe jemals in den Mund genommen hat.

    Das ist weder ein leeres Versprechen noch ein falsches Versprechen, sondern ein projiziertes Versprechen. Als Sender muss man nur wissen, was wie beim Empfänger ankommt.

    Versprechen sollen etwas ändern, festigen aber nur den Status quo.​

    Im Grunde genommen sind Versprechen kleine Verbrechen, weil wir gegen unser Wesen handeln. Wenn wir keine Choleriker oder Melancholiker sind, können wir – im Prinzip – weder Liebe noch Wut noch Angst auf Befehl produzieren oder weglassen. Und trotzdem versprechen wir manchmal das Unmögliche.

    Nichts mehr versprechen

    Ich hab’s mit Versprechen nicht mehr so. Warum? Weil ich keine Ahnung habe, was morgen ist. Heute sage ich meiner Partnerin, dass ich sie liebe. Das gilt für jetzt, für diesen Moment. Es ist kein Versprechen für die Ewigkeit, sondern eine Momentaufnahme der Liebe. Keine Angst, keine Fesseln.

    Vielleicht bin ich morgen sauer auf sie, und dann teile ich das auch mit. In diesem Moment fühle ich weniger Liebe. Gefühle sind wie Wetter – ständig im Wandel. Und genau das macht das Leben auch spannend, oder?

    Wer sein Beziehungshaus auf dem Fundament von Versprechen baut, sollte sich nicht wundern, wenn es bei der ersten Krise einstürzt. Versprechen sind tricky; sie können genauso gut Bindungen schaffen wie sie zerstören können. Und von den Versprechen, die nur dazu dienen, die Lage zu beruhigen oder zu manipulieren, fang ich gar nicht erst an.

    Wenn du lernen willst, wie du in deiner Beziehung authentisch kommunizieren kannst, ohne dich in Versprechen zu verstricken, schau dir Modul 3 + 4 im BeziehungsReich-System an. Dort geht’s um Kommunikation und Handlungsstrategien und wie du deine wahren Gefühle und Bedürfnisse ausdrücken kannst.

  • Ich gehöre nicht dazu

    Ich gehöre nicht dazu

    Die Macht der Gedanken: Wie unsere „Einbildung“ die Realität beeinflusst

    Die Welt, so wie wir sie erleben, ist eine Mischung aus Tatsachen und „Einbildung“, also Gedanken über die Welt in Form von Überzeugungen, Meinungen und den sogenannten Glaubenssätzen.

    Diese Gedanken sind Bewertungen oder subjektive Kommentare zu diesen Tatsachen und färben diese auf sehr individuelle Weise. Das ist der Grund, warum jeder von uns ein und dieselbe Situation anders erlebt als ein anderer.

    Das meiste, was wir erleben, ist „homemade“. Eine kleine Tatsache wird mit viel gedanklicher Bedeutung aufgeladen. Diese Bedeutung verändert unsere Stimmung und unser Wohlbefinden. Erst die Bedeutung, die wir den Tatsachen geben, erzeugt in uns Stress.

    Und so kann sich jeder fragen, was macht es eigentlich mit mir, wenn ich bestimmte Gedanken glaube. Wie fühlt es sich an? Welche andere Gedanken habe ich, wenn ich diesen oder jeden Gedanken über einen Menschen oder eine Situation habe?

    Ich möchte das gerne einmal an einem Beispiel demonstrieren. Dazu nehme ich einen Satz, den viele von uns kennen, weil sie ihn selbst haben: „Ich gehöre nicht dazu!“ Im Internet findet man dazu den ein oder andere Artikel (MyMonk: „Je mehr du dazu gehören willst, desto mehr verlierst du dich!“).

    Ich möchte mich in meinem Post allerdings nicht akademisch zu dem Thema ausbreiten, sondern versetze mich in einen Menschen, der den Gedanken „Ich gehöre nicht dazu“ immer wieder in bestimmten Situationen denkt. Natürlich kann es nicht alles erfunden sein, sondern fließen hier meine eigenen Erfahrungen rein – mir ist der Gedanken nicht fremd.

    Ich gehöre nicht dazu​

    Wenn ich den Gedanken „Ich gehöre nicht dazu“ denke und glaube, dass er wahr ist, dann fallen mir sofort all die Situationen ein, in denen ich mich im Umgang mit andern Menschen ein bisschen ungeschickt verhalte und verhalten habe. Situationen, in denen ich unsicher war und in denen es mir schwer fiel, auf die anderen zuzugehen. Situationen, in denen ich auch von meiner Partnerin enttäuscht war. Und sie von mir.

    Mir wird es leicht schlecht und ein großes Unwohlsein überkommt mich.

    Da ich in diesen Situationen schon mit der Vorstellung reingehe, dass ich nicht dazugehöre, bin ich fast verängstigt und es ist mir nicht möglich, sicher aufzutreten. Das Gegenteil ist der Fall.

    Die Vorstellung, nicht dazuzugehören, lässt mich von vornherein auf Distanz gehen und verunsichert mich dermaßen, dass ich mich den anderen Menschen gegenüber völlig skurril verhalte. Bilde ich mir ein. Gewiss weiß ich es nicht, denn ich frage ja nicht nach. Vorsichtshalber und ich käme mir noch schräger vor. Aber ich bin mir ziemlich sicher!

    Es schlägt mir total auf den Magen, wenn ich denke: „Ich gehöre nicht dazu!“ und ich gezwungen bin, mit anderen Menschen – Bekannte oder Fremde – umzugehen. Freundlich zu sein. Sie nicht vor den Kopf zu stoßen. Ich gehöre zwar nicht dazu, aber ich will dazugehören.

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    Da ich einerseits dazugehören will, und ich aber andererseits das Gefühl habe, nicht dazuzugehören, muss es so sein, dass die anderen mich ablehnen. Ist ja logisch. Die anderen lehnen mich ab. Woher sollte sonst das Gefühl kommen?

    Keiner soll’s merken​

    Wenn ich mir vorstelle, dass ich von den anderen ausgeschlossen werde, darf es aber keiner merken, dass mir das etwas ausmacht. Ich versuche zu überspielen, dass ich merke, wie ich ausgeschlossen werde.

    Ich zeige mich launig, lasse mir Witze einfallen als Zeichen einer gewissen Lockerheit – und gleichzeitig möchte aus der Gruppe fliehen. Wer ist schon gern mit anderen Menschen zusammen, die einen ablehnen. Es geht mir körperlich so richtig schlecht. Das Herz geht schneller, die Atmung wird flacher. Jeder innere Frieden ist dahin.

    Selbst wenn jemand meine Witze mit einem Lacher honoriert, kann die Freude und Bestätigung darüber nicht über mein allgemeines Unwohlsein hinwegtäuschen. Nur raus, nur weg von den Menschen, bevor irgendjemand meine gespielte Coolness bemerkt. Ich gehöre nicht dazu.

    Ich gehöre zu denen, die nicht dazugehören.​

    Eigentlich würde gern die Dinge auf mich zukommen lassen. Gespräche und Gesprächsinhalte. Aber es geht nicht. Egal wo ich geh oder steh, ein Satz donnert durch meinen Kopf: Ich gehöre nicht dazu!

    Wer so denkt wie ich, kann keine Gespräche führen. Gespräche und Kommunikation sind das A und O einer lebendigen Gemeinschaft, aber ich gehöre ja nicht dazu. Wahrscheinlich kann mich keiner leiden, weil Gespräche mit mir total langweilig sind.

    Ich bin zwar neugierig auf die anderen, aber ich traue mich nicht Fragen zu stellen, weil ich mich aufdringlich fühle. Ich bin der Prototyp eines Menschen, der nicht dazugehört. I

    ch gehöre zu denen, die nicht dazugehören. Deshalb sollte ich auf Distanz bleiben, weil je weniger ich mich auf irgendeinen Menschen einlasse, desto später wird man entdecken, dass ich keine Ahnung habe, wie man ein gutes anregendes Gespräch führt. Wie man natürlich und authentisch bleibt.

    Eigenbrötelei​

    Wenn ich denke, dass ich nicht dazugehöre, dann sehe ich nur die Situationen, in denen es mir schwer fiel oder schwer fällt, mich auf die Menschen einzulassen, die mir nicht geheuer sind. Die mir irgendwie unsympathisch sind.

    Zwar hat jeder das Recht, andere Menschen abzulehnen, aber ich katapultiere mich damit auch gleich freiwillig aus der Gemeinschaft raus: Ich gehöre nicht dazu.

    Ich will gar nicht wissen, dass in einer Gruppe keiner auf mich zukommt und mir Fragen stellt. Ich will gar nicht wissen, dass ich eigentlich gar keine Lust auf Menschen habe und ich lieber allein bleiben würde. Aber dieses Bedürfnis will ich mir nicht eingestehen, sondern diagnostiziere mir Eigenbrötelei als Krankheit, die ich in inneren und äußeren Dialogen besser verteidigen kann als das Bedürfnis nach Alleinsein.

    „Eigenbrötelei“ ist natürlich super als Erklärung für mein manchmal komisches Verhalten. Wenn mein Bedürfnis mich zurückzuziehen groß ist und ich mich nicht wirklich traue, das zu kommunizieren, wird es schräg und ungelenk. Das spüre ich natürlich und dieses vage ungute Gefühl bestätigt nur, dass ich nicht dazugehöre.

    Es fällt mir auf, dass ich meine Eigenbrötelei immer erst im Nachhinein als Rechtfertigung für ein bestimmtes unerwünschtes Verhalten hernehme. Ich kann ganz schlecht im Vorfeld schon sagen: „Pass auf, Schatz, ich werde mich gleich oder in absehbarer Zeit sonderbar verhalten.“

    Sondern man kann immer das Argument, ein Sonderling zu sein, erst anbringen, wenn das Kind schon in den Brunnen gefallen ist. Frei nach dem Motto, wie hätte ich mit meinen beiden linken Händen das Kind retten sollen.

    Wenn ich dagegen öfter zu meinem Bedürfnis nach Alleinsein stehe würde, dann könnte ich das bereits klären, während andere mich einplanen und mit mir rechnen.

    Heimlicher Gewinn​

    Wenn ich denke, dass ich nicht dazugehöre, und das für absolute Wahrheit halte, kann ich mich gar nicht weiterentwickeln. Ich bleibe auf meiner Entschuldigung hocken und verbarrikadiere mich dahinter. Das ist der heimliche Gewinn des Gedankens: „Ich gehöre nicht dazu!“

    Der Preis, den ich aber dafür bezahle, ist hoch. Wann immer ich mit anderen Menschen zusammenkomme, bleibe ich unsicher. Kann mich auf niemanden wirklich einlassen. Gedanklich bin ich stets bei meiner Entschuldigung und male mir aus, wie ich mich später bei meinem Gesprächspartner entschuldigen werde – und blende aus, dass ich das sowie nie mache werde, denn schließlich soll es ja keiner wissen, dass ich mich ausgeschlossen fühle.

    Nicht umsonst stelle ich alles mögliche an, um das zu vertuschen. Dazu gehört es, unpünktlich zu sein. Es fällt zwar auf, dass ich zur knappen Verspätung neige, aber ich muss vorher keinen Smalltalk führen.

    Nicht bei der Sache sein​

    Bei Gesprächen versuche ich mich mit kritischen Zwischenfragen und Bedenken einzubringen, um zu zeigen, dass ich mitdenke. Aber eigentlich denke ich nicht mit, sondern achte nur auf die richtigen Momente, in denen ich mich einbringen kann.

    Auch achte ich auf mögliche Aufhänger für einen Witz. Ich bin nicht wirklich beim Gespräch dabei, sondern achte nur auf Gelegenheiten für mich, mich einzubringen, damit keiner merkt, dass ich eigentlich nicht dabei bin.

    All meine Aktivitäten, mit denen ich versuche zu vertuschen, dass ich mich außen vor fühle, führen dazu, dass ich nicht wirklich dabei bin.

    Ich bemerke, dass wenn ich den Gedanken habe: „Ich gehöre nicht dazu“, dann stelle ich mir gern eine kleine Gruppe vor, die ich toll finde. Oder eigentlich eine einzelne Persönlichkeit in dieser Gruppe, die ich toll finde und deren Bewunderung ich gerne hätte. Immer wieder suche ich mir Menschen aus, die ich aus irgendeinem Grund bewundere und von denen ich bewundert werden möchte.

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    Die Leute, die mich klasse finden sollen, haben ein großes Manko: sie wollen bewundert werden. Würde ich zu ihrer „Gefolgschaft“ gehören, würden sie mich gar nicht wahrnehmen. Ich wäre nur Teil der Menschen, die sich devot um sie scharen. So sehr Menschen bewundert werden wollen, so sehr verachten sie gleichzeitig die, die sie devot bewundern.

    Das unehrliche Jammern​

    Sobald ich aber den Gedanken: „Ich gehöre nicht dazu“ nicht mehr für wahr halte und meinen Blick für alle Menschen um mich herum öffne, dann sehe ich vielleicht, dass ich dazugehöre. Sobald ich diesen Gedanken loslasse, lebe ich sofort in einer großartigen Nachbarschaft mit viel Nachbarschaftshilfe. Es gibt kaum jemanden, an den ich mich nicht wenden würde, wenn ich Hilfe brauche.

    In meinem Beruf bin ich einer von vielen Kollegen, die viel Spaß miteinander haben und die gern an einem gemeinsamen Ziel arbeiten. Und meine Familie ist auch stets für mich da.

    Wenn ich das sehe, ist es mir ein absolutes Rätsel wie ich denken kann, dass ich nicht dazu gehöre. Als würde ich „bewusst“ meine Augen verschließen vor dem, wie meine Lebenswelt tatsächlich ist. Als würde ich bewusst bestimmte Tatsachen ignorieren, weil sie nicht in mein Weltbild passen. Ich kann mich gut mit anderen Menschen unterhalten, aber das will ich nicht immer sehen und degradiere es zu einem meiner Schattenanteile. Ich bin im Grunde genommen unehrlich mit mir und suhle mich lieber in meinem Opferdasein und jammere lautlos: O weh, ich gehöre nicht dazu!

    Überheblichkeit​

    Und wenn ich genau hinschaue sehe ich auch, dass wenn etwas nicht ganz genau nach meinen Vorstellungen, mein Verstand den Verlauf der Dinge sehr persönlich nimmt und glaubt, dass sich das Leben gegen mich richtet. Ich gehöre nicht dazu: zum Leben. Zu einer, zu meiner Lebensgemeinschaft.

    In gewisser Weise ist es arrogant zu erwarten, dass alles nach meinem Geschmack laufen soll. „Ich gehöre nicht dazu!“ ist das kleine Kind in mir, das sich abwendet, wenn die anderen nicht nach meiner Pfeife tanzen. Neulich hörte ich auf einem Spielplatz ein Kind immerzu schreiben: „Ich will entscheiden! Ich will entscheiden!“ War ich vielleicht früher auch so?

    „Ich gehöre nicht dazu!“ ist nur ein Gedanke, ein Glaubenssatz, der so viel an Gefühlen, Unwohlsein und weiteren Gedanken auslöst, die ich nur nicht zu glauben brauche. Es entsteht eine Welt aus Hinzudichten und Wegdenken.

    Wahrheit ist das, was ich für wahr halte. Gedanken kommen und gehen – oder welche soll ich für wahr halten?

    Dieser Text ist eine Art Spiel. Ich tue so, als würde ich den Gedanken „Ich gehöre nicht dazu“ heute noch glauben. Doch ist diese Zeit vorbei, aber meine alten Erfahrungen sind hier eingeflossen und haben mich als Teil meiner Vergangenheit wieder eingeholt. Längst weiß ich, dass ich dazugehöre. Wie auch immer.

    Kennst du deine Gedanken?​

    Manche unserer Gedanken, die wir für wahr halten, halten uns zwar auf Trab, aber lassen uns nicht leiden. Das kann jeder selbst entscheiden, ob es sich für ihn lohnt, seine Gedankenwelt einmal genauer zu untersuchen und ob es sich für ihn lohnen würde, seinen Stress, den er Tag für Tag hat, loszulassen.

    Ein wunderbares Werkzeug ist The Work of Byron Katie, das mir geholfen hat, all meine Gedankenschleifen und nachtragenden Gedanken loszulassen. Heute lebe ich frei und voller Freude.

  • Vom Geben und Nehmen

    Vom Geben und Nehmen

    Eine Weisheit mit viel Konfliktpotential

    Die Redewendung „Das Leben ist ein Geben und Nehmen“ soll es schon seit Beginn der Menschheit geben und das ein Grundprinzip menschlicher Gemeinschaften ausdrücken. Das hört sich plausibel an und die meisten Menschen werden dem so beipflichten können. Sie kennen es aus ihrem Alltag. Es ist ein Geben und Nehmen – und manchmal ist das Verhältnis zueinander ungleich.

    Die Redewendung „Das Leben ist ein Geben und Nehmen“ soll es schon seit Beginn der Menschheit geben und das ein Grundprinzip menschlicher Gemeinschaften ausdrücken. Das hört sich plausibel an und die meisten Menschen werden beipflichten. Sie kennen es aus ihrem Alltag. Es ist ein Geben und Nehmen – und manchmal ist das Verhältnis zueinander ungleich.

    Es gibt Menschen, die geben mehr, und es gibt Menschen, die nehmen mehr als sie geben. Das finde ich nicht weiter tragisch, denn das Leben ist immer unausgewogen. Wenn zwei Menschen zusammenkommen, will ein Mensch mehr, der andere weniger. Der eine will länger zusammen am Tisch sitzen, der andere kürzer. Der eine will mehr Sex, der andere weniger. Der eine will länger verreisen, der andere kürzer. So gesehen gibt es keine Gleichheit.

    „Geben und Nehmen“ klingt wie „Zahn um Zahn“

    Obwohl es kaum eine Lebenssituation gibt, in der zwei Menschen genau das gleiche im selben Tempo wollen, in derselben Häufigkeit, in derselben Menge wollen, streiten wir uns um diese Nuancen und machen aus einer Mücke einen Elefanten.

    Buchführung über das Geben und Nehmen​

    Wenn ich die Redewendung „Das Leben ist ein Geben und Nehmen“ höre, denke ich auch an „Wie du mir, so ich dir.“ Das klingt weniger weise, sondern hört sich nach Drohung an. Aber das Prinzip dahinter ist dasselbe: es geht um Gegenseitigkeit. Es ist die diplomatische Variante von „Zahn um Zahn“.

    Der gemeinsame Nenner, warum ich „Geben und Nehmen“ und „Wie du mir, so ich dir“ zusammenbringe, ist vielleicht die gefühlte Unfreiheit dahinter. „Geben und „Nehmen“ klingt im ersten Moment charmant und positiv im Sinne einer guten Gemeinschaft, aber eigentlich steckt immens viel Druck dahinter.

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    Sobald wir etwas geben, erwarten wir, dass über kurz oder lang auch etwas zurückkommt. Wir führen unbewusst ein Haushaltsheftchen mit zwei Spalten: eine Spalte für unsere guten Taten, und eine für die guten Taten der anderen – an und für uns. Freundschaftsdienste eben.

    So manch ein Freundschaftsdienst kann sich wie eine Last anfühlen, die man umgehend loswerden will: durch zeitnahes Zurückschenken von etwas Gleichwertigem.

    Glaubenssätze, die ein Geben und Nehmen verhindern.​

    Geduldigere und spirituelle Naturen unter uns haben beim Gegenrechnen einen langen Atem, denn sie wissen, dass das Universum sie nicht vergisst und ihre gute Tat irgendwann belohnt wird. Solche Menschen rechnen halt in langen Zeiträumen mit. Nach außen fühlt es sich großzügig an, trotzdem ist es ein buchhalterisches Gegenrechnen im Sinne von „Geben und Nehmen“.

    Wie wir ja alle wissen, ist bei vielen Menschen das Verhältnis im Geben und Nehmen nicht immer im Gleichgewicht. Das ist sicherlich abhängig davon, mit welchen Glaubenssätzen wir in der Welt stehen. Ein Menschen mit einem gesunden Selbstwertgefühl hat sicherlich die besten Voraussetzungen, um das Geben und Nehmen einigermaßen ausgewogen zu leben.

    Menschen mit einem Glaubenssatz wie „Das Leben ist nicht fair“ oder „Kein Mensch interessiert sich für mich“ oder „Mich mag sowie keiner“ tun sich wohl eher schwer zu geben. Denn wer will schon, denken sie, von einer ungeliebten Person etwas nehmen?

    Und sie können auch nicht wirklich etwas annehmen, weil sie sich nicht vorstellen können, dass die Freundschaftsdienste an sie von Herzen kommen könnten. An sie, die keiner mag.

    Im Grunde genommen sind die Menschen mit so einem selbstzerstörerischen Mindset raus aus der Nummer „Geben und Nehmen“. Kein Geben, weil ihr „Zeug“ sowie keiner mögen würde. Kein Nehmen, weil sie nichts verdient haben.

    Falsche Erziehung​

    Und sonst? Was ist mit den Menschen, die eine einigermaßen gesunde Einstellung zum Leben haben? Ich glaube, dass es in unserer Gesellschaft verdammt schwierig ist, etwas unbekümmert anzunehmen, ohne gleich zu überlegen, wie kann ich mich revanchieren.

    Einen Menschen mit einer guten Kinderstube erkennen wir daran, dass er niemals ‚Ich‘ an den Satzanfang stellt. Und so, wie wir es formulieren und uns bescheiden an die zweite Stelle setzen, so sollen wir auch denken. Immer kommen die anderen zuerst. Natürlich ist die „richtige“ Satzstellung des Ich eine Kleinigkeit, aber symbolisch dafür, wie unsere Erzieher daran arbeiten, uns unseren sogenannten Egoismus auszutreiben.

    Und sonst? Was ist mit den Menschen, die eine einigermaßen gesunde Einstellung zum Leben haben? Ich glaube, dass es in unserer Gesellschaft verdammt schwierig ist, etwas unbekümmert anzunehmen, ohne gleich zu überlegen, wie kann ich mich revanchieren.

    Einen Menschen mit einer guten Kinderstube erkennen wir daran, dass er niemals ‚Ich‘ an den Satzanfang stellt. Und so, wie wir es formulieren und uns bescheiden an die zweite Stelle setzen, so sollen wir auch denken. Immer kommen die anderen zuerst. Natürlich ist die „richtige“ Satzstellung des Ich eine Kleinigkeit, aber symbolisch dafür, wie unsere Erzieher daran arbeiten, uns unseren sogenannten Egoismus auszutreiben.

    Später, wenn wir uns in der Welt der Erwachsenen zurechtfinden müssen, geht es genau so weiter: Zuerst die anderen. Die Ehemänner gehen altruistisch für die Familie arbeiten („Ich mach das nur für uns!“), die Mütter opfern sich für die Kinder auf und bringen ihnen bei, wie man sich nicht egoistisch verhält. Immerhin leben sie es vor – pädagogisch betrachtet vorbildlich.

    Menschen, die beispielsweise wegen Burnout zum ersten Mal in eine Therapie gehen oder zum ersten Mal mit Selbsterfahrung konfrontiert werden, müssen schmerzlich erfahren, dass das An-sich-selbst-denken kein Egoismus ist.

    Die Angst, von den Mitmenschen als Egoist betrachtet zu werden, ist so in unser Hirn eingebrannt, dass es lange dauert, da wieder rauszukommen und ein gesundes Selbstvertrauen zu entwickeln.

    Was ist daran das Schlimmste …​

    Wenn man einmal die Übung macht: Was ist das Schlimmste daran …“, dann stoßen wir immer wieder auf den Grund dessen vor, wo es wirklich mangelt: am Selbstwertgefühl. Für diejenigen, die diese Übung nicht kennen, zeige ich hier einen typischen Verlauf:

    Eine Frau hat das Problem, alles perfekt machen zu müssen. Sie leidet an dieser Forderungen, kann es aber nicht abstellen. Der Coach fragt sie, was ist das Schlimmste daran, wenn sie es nicht perfekt machen könnte.

    Sie: „Es wäre einfach nur schrecklich!“

    Er: „Was wäre daran das Schlimmste …?“

    Sie: „Die Menschen würden schlecht über mich reden!“

    Er: „Was wäre daran das Schlimmste …?“

    Sie: „Die Menschen würden nicht sehen, wie ich wirklich bin!“

    Er: „Was wäre daran das Schlimmste …?“

    Sie: „Keiner würde mich lieben.“

    Er: „Was wäre daran das Schlimmste …?“

    Sie: „Ich würde nicht mehr dazugehören.“

    Er: „Was wäre daran das Schlimmste …?“

    Sie: „Ich würde verkümmern. Keine Liebe. Einsamkeit.“

    In den meisten Fällen, in denen die Menschen diese Fragenkaskade beantworten, läuft es am Ende darauf hinaus, dass sie – egal was sie tun – es tun, um die Einsamkeit und die fehlende Wertschätzung nicht nicht zu spüren. Die Achtung und Wertschätzung für ihr wahres Wesen. Für das innere Kind.

    Bedingungsloses Geben​

    Und wir, die wir gelernt haben, unseren gesunden Egoismus zu verbergen (er lässt sich ja nicht wegerziehen), können im Grunde genommen gar nicht so viel geben wie es im Sinne des Geben und Nehmen sein sollte.

    Wir leben alle in einem Defizit von Wertschätzung und haben ein fehlendes Selbstwertgefühl. Doch ohne ein gesundes Selbstwertgefühl und einem nach Wertschätzung und Achtung und Respekt dürstendem Selbst kann man nicht von Herzen geben.

    Von Herzen geben bedeutet keine Gegenleistung zu erwarten. Und da stellt sich die Frage, wie das möglich sein soll. Wie kann ein leeres Herz bedingungslos lieben? Ist es da nicht zuerst einmal wichtig, sich selbst mit Wertschätzung und Respekt bedingungslos zu überhäufen?

    In spirituellen Kreisen versuchen viele Menschen einen Weg zu bedingungsloser Liebe zu finden. Das ist ja einem bedingungslosem Geben sehr nah.

    Was ist daran das Schlimmste …​

    Und wir, die wir gelernt haben, unseren gesunden Egoismus zu verbergen (er lässt sich ja nicht wegerziehen), können im Grunde genommen gar nicht so viel geben wie es im Sinne des Geben und Nehmen sein sollte.

    Wir leben alle in einem Defizit von Wertschätzung und haben ein fehlendes Selbstwertgefühl. Doch ohne ein gesundes Selbstwertgefühl und einem nach Wertschätzung und Achtung und Respekt dürstendem Selbst kann man nicht von Herzen geben.

    Von Herzen geben bedeutet keine Gegenleistung zu erwarten. Und da stellt sich die Frage, wie das möglich sein soll. Wie kann ein leeres Herz bedingungslos lieben? Ist es da nicht zuerst einmal wichtig, sich selbst mit Wertschätzung und Respekt bedingungslos zu überhäufen?

    In spirituellen Kreisen versuchen viele Menschen einen Weg zu bedingungsloser Liebe zu finden. Das ist ja einem bedingungslosem Geben sehr nah.

    Ein feines Sprungbrett zur bedingungslosen Liebe ist das „bedingungslose Geben“. Wer danach lebt, beschenkt andere und sich selbst.

    Wer bedingungslos gibt, verschenkt sich. Er gibt, was er hat. Er gibt ohne Vorsicht, gibt ohne zu zögern, weil er nicht spekuliert, etwas zurückzubekommen. Hat er gegeben, lässt er los. Kein Gedanke hängt mehr am Beschenkten: wann werde ich etwas zurückbekommen?

    Wer auf das bekannte „Geben und Nehmen“ pocht, wartet. Wer bedingungslos gibt, macht sich bereit fürs nächste Verschenken.

    Undankbarkeit​

    Ich finde, dass die Redewendung vom Geben und Nehmen belastet wird durch unsere Bewertungen. Geben ist „seliger als nehmen“ und Nehmen ist sowie nur für Egoisten. Diese angebliche Gegenseitigkeit kann ich nicht fühlen.

    Wer schenkt, ohne eine Gegenleistung zu erwarten, kennt keine undankbaren Menschen.​

    Wer gibt, ohne auf Gegenseitigkeit zu bestehen, entledigt sich quasi all der undankbaren Menschen. Dieses „Entledigen“ findet nur im Geiste statt. Denn tatsächlich entledigt man sich seiner quälenden Gedanken, dass die anderen Menschen undankbare Menschen sind. Wenn es uns gelingt, tatsächlich alle Gedanken rund um das Nehmen und Geben abzulegen und uns selbst frei zu verschenken, dann bleiben wir als Individuuen zurück, die nicht mehr hinter dem Rücken des anderen lästern: „Der ist so unglaublich undankbar!“

  • 8 Tipps gegen Eifersucht

    8 Tipps gegen Eifersucht

    Diese 8 Tipps helfen, um gelassener mit Eifersucht umzugehen.

    Effektive Tipps gegen Deine Eifersucht

    So bleibst Du trotz Eifersucht gelassen

    Eifersucht ist ein Beziehungskiller. Acht konkrete Tipps helfen dir, deine Eifersucht besser in den Griff zu bekommen und entspannter mit deinem Partner zu bleiben.

    Wenn du oft eifersüchtig auf deinen Partner bist, heißt das noch lange nicht, dass du deine Eifersucht sofort bekämpfen musst.

    Zunächst einmal ist wichtig zu wissen, wo du mit deiner Eifersucht stehst. Mach dafür einen Eifersucht-Test, der deine Positionen hinsichtlich der Aspekte Verlustangst, Selbstwertgefühle, Kontrollsucht u.a. feststellt. Du erfährst, ob eine milde Form der Eifersucht vorliegt oder ob deine Eifersucht bereits krankhaft ist und du die in den Griff kriegen solltest. Beim Othello-Syndrom ist allerdings professionelle Hilfe notwendig.

    Mit den folgenden Tipps gegen Eifersucht lernst dein eifersüchtiges Verhalten besser kennen und effektiver vorzubeugen:

    TIPP #1 – FÜHRE TAGEBUCH​

    Wenn du deine Eifersucht in den Griff kriegen willst, solltest du eine Art Tagebuch führen. Darin notierst du, was dir zum Thema Eifersucht einfällt: All deine Gefühle, deine Gedanken über dich und deinen Partner. Oder schreib auf, was dich am Verhalten deines Partners eifersüchtig macht.

    Auf diesem Wege kannst du allmählich den Ursachen auf den Grund gehen. So erfährst du auch, welche Glaubenssätze deine Eifersucht befeuern.

    Das Hinterfragen seiner Glaubenssätze ist eine ganz zentrale Methode, um seine Eifersucht zu bekämpfen.

    Notiere deine Vermutungen über die Untreue deines Partners. Oder beschreibe dein Kontrollverhalten – auch, wenn es dir peinlich ist.

    Formuliere deine Gefühle von Vernachlässigung und fehlendem Vertrauen. Dein Bedürfnis nach mehr Austausch.

    Im besten Fall schreibe unkontrolliert drauf los. Achte nicht auf Rechtschreibung oder den richtigen Satzbau. Erlaube dir, undiplomatisch über das zu schimpfen, was dich verletzt und gekränkt. Wie dir das gut gelingt, beschreibe ich in dem Artikel „Automatisches Schreiben“.

    Unterdrücken all deiner Gefühle und Gedanken verstärkt nur deine Eifersucht. Vertrauen dich wenigstens deinem Tagebuch an. Schimpfe oder verurteile nicht deine Partner, sondern schreib über dich. Über deine Gedanken und deine körperlichen Empfindungen. Schreib über deine Gefühle – über die Eifersucht hinaus. Also über deine Trauer, die Wut oder auch Verlustangst.

    Um Verlustangst zu überwinden, müssen andere Ängste überwunden werden.

    Es muss übrigens kein Tagebuch sein. Es darf auch gerne eine „Lose-Blatt-Sammlung“ werden. Hauptsache, du schreibst. Am effektivsten ist das automatische Schreiben. Schnell und ohne verstandesmäßige Kontrolle.

    TIPP #2 – PERSPEKTIVWECHSEL​

    In einer Beziehung, in der die Eifersucht im Brennpunkt steht, wird wenig über die Eifersucht geredet, aber viel über das Verhalten des Partners, das die Eifersucht auslöst.

    Über das, was er falsch macht. Was er zu viel oder zu wenig macht. Über das, was er fühlt und fühlen sollte, während der eifersüchtige Partner „nur“ eifersüchtig ist und hinter der Eifersucht „verschwindet“!

    Mein Tipp gegen Eifersucht: Anstatt sie nur zu fühlen und deinem Partner eine Szene zu machen, erforsche, was dich eifersüchtig macht. Es gibt ausreichend Gründe und Ursachen, die in dir liegen und nicht beim Partner. Lerne, dich aus seinen Angelegenheiten rauszuhalten.

    Fehlt dir emotionale Nähe und Geborgenheit? Was tust du selbst für eine bessere Beziehung – außer es von deinem Partner einzufordern? Fehlt dir Sicherheit und Geborgenheit. Hast du Angst vor einer Zukunft ohne Partner? Wie steht es um dein Selbstvertrauen? Wie um deine innere Freiheit?

    Wende den Blick von deiner Eifersucht ab und erforsche deine wahren Bedürfnisse. Bei dieser Arbeit hilft dir das Tagebuch weiter.

    Stell dich aktiv deinen Bedürfnissen und erforsche sie, sonst wirst du von deiner Eifersucht überfahren.

    Solange eine Beziehung prima läuft, werden viele persönliche Schwachstellen kaschiert. Die Eifersucht bringt sie aber ans Licht.

    So gesehen sind Schieflage der Beziehung und Eifersucht eine Chance, seine Partnerschaft neu zu gestalten oder zu ordnen. Selbstbestimmter.

    TIPP #3 – ÜBERPRÜFE DEINE GLAUBENSSÄTZE​

    Mach dir die Ursache deiner Eifersucht bewusst. Das gelingt dir, wenn du dich zunächst in stressfreien Situationen fragst: Was denke ich über die Situation? Was gefällt mir an ihr, was missfällt mir? Wie sieht meine Meinung aus oder wie beurteile ich die Situation?

    So lernst du nach und nach deine Glaubenssätze kennen, die deine Eifersucht erzeugen, und kannst sie durch andere positiv wirkende Glaubenssätze ersetzen. Dieser Tipp gehört mit zu den wichtigsten Tipps gegen Eifersucht. Siehe dazu auch das Fallbeispiel aus meiner Praxis „Eifersucht durch Selbstbeherrschung“.

    Jeder eifersüchtige Mensch ist vom Partner geistig sehr absorbiert. Der zieht die ganze Aufmerksamkeit ungewollt auf sich. Viele Gedanken kreisen um ihn. Die Betroffenen fragen sich, wo er steckt und was er gerade (mit wem) macht? Misstrauen ist ein ständiger Begleiter bei eifersüchtigen Personen.

    Die Tipps gegen Eifersucht zielen darauf ab, den Partner aus der Schusslinie seiner Gedanken zu nehmen. Wechsel die Perspektive und nimm dir die Zeit, dein eigenes Verhalten und deine Gefühle zu reflektieren. Frage dich, welche Bedürfnisse du hast. Das Tagebuch hilft dir dabei.

    Weißt du eigentlich, wie dein Verhalten das Verhalten deines Partners beeinflusst? Es ist nicht so, dass nur du auf ihn reagierst, sondern er auch auf dich.

    Stell dir die Frage stellen: „Was tue ich, dass sich mein Partner so verhält, wie er sich verhält?“

    Zum Beispiel: „Was tue ich, dass mein Partner immer später nach Hause kommt?“ Vielleicht erklärt er es selbst mit zahllosen Überstunden …

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    Aber wie sorgt dein Verhalten dafür, dass er immer später aus der Arbeit kommt? Deine Antwort könnte lauten: „Es sind meine Eifersuchtsszenen, warum er/sie sich rar macht! Aber er möchte es mir nicht ins Gesicht sagen.“

    Oder: „Was tue ich, dass wir keinen Sex mehr haben?“ Vielleicht entdeckst du bei dieser Frage, dass deine Liebe nicht mehr groß ist. Und dass du in gewisser Weise froh bist, keinen Sex mehr zu haben.

    Natürlich kannst du darüber Vermutungen anstellen. Am besten fragst du deinen Partner. Kommt ins Gespräch und tauscht euch aus anstatt nur zu vermuten.

    Dein Anteil an deiner Eifersucht​​

    Wie ehrlich kannst du sein, um deinen Anteil an deiner Eifersucht zu hinterfragen? Ohne Ehrlichkeit dir gegenüber wirst du deine Eifersucht nicht wirklich in den Griff bekommen und ständig mit Misstrauen leben müssen.

    Wenn dein Partner in deinen Augen allein die Ursache für deine Eifersucht ist, solltest du nicht vergessen, dass es deine Eifersucht ist. Also hat sie auch mit dir zu tun.

    Reflektiere nicht nur dein Verhalten, sondern auch deine Gedanken und deine Bedürfnisse. Frage dich beispielsweise: „Was würde ich gerne tun, aber kannst es nicht, weil sich mein Partner ‚falsch‘ verhält?“ Diese Frage hilft dir, deinen Bedürfnissen auf die Schliche zu kommen.

    Hinter dem ‚falschen Verhalten‘ deines Partners stecken immer Erwartungen, die mit deinen Bedürfnissen oder Wünschen verbunden sind. Erforsche sie in deinem Tagebuch.

    TIPP #4 – VERGLEICH DICH NICHT LÄNGER​

    Eine Ursache für Eifersucht ist oft ein fehlendes Selbstwertgefühl, das wir uns in früher Kindheit „eingefangen“ haben.

    Zu Beginn der Beziehung, wenn die Liebe groß ist, merken wir nicht, dass der Partner dieses fehlende Selbstvertrauen auffängt. In seinen Augen sind wir die Größten und er pumpt uns quasi voll mit Selbstwertgefühl.

    Doch irgendwann lässt diese überdimensionalisierte Wertschätzung nach und wir sind wieder allein mit unserem Selbstwertgefühl, das kaum seinen Namen verdient hat und das uns im Alltag beutelt.

    In unserer Verunsicherung vergleichen wir uns mit unseren Mitmenschen – und kommen dabei nicht gut weg. Denn wir vergleichen uns zuallererst mit Menschen, die schöner sind. Die intelligenter sind. Die die bessere Figur haben. Die mehr Geld verdienen.

    Der Vergleich mit anderen dient dazu, unser geringes Selbstvertrauen zu bestätigen und eine Opferrolle einzunehmen. So, wie wir sind, sind wir nicht gut genug für unseren Partner. Wir können so gut verstehen, wenn er einen Menschen wie uns verlassen würde.

    Doch trotz allem Verständnis für eine mögliche Trennung: wir geraten in Panik. Wir werden eifersüchtig.

    Weil wir seit Monaten und Jahren hoffen, dass uns unser Partner irgendwann einmal die Stabilität gibt, die er uns am Anfang unserer Beziehung „versprochen“ hat.

    Dieser Tipp gegen Eifersucht gilt auch ganz allgemein fürs Leben: Höre auf, dich mit anderen zu vergleichen! Wenn dir das schwerfällt, dann vergleiche dich wenigstens nicht länger mit denen, die schöner, fitter und reicher sind. Sondern mit denen, die mehr Falten haben, die bereits nach zehn Schritten schnaufen oder die von der Hand in den Mund leben müssen.

    TIPP #5 – STÄRKE DEIN SELBSTWERTGEFÜHL​

    Gestalte selbst dein Leben so, dass du zufrieden und glücklich bist. Der 5. Tipp gegen Eifersucht lautet: Achte darauf, wo du dich von anderen Menschen abhängig machst und wo du beispielsweise deinen Partner für dein Glück verantwortlich machst. Befreie dich von der Vorstellung, nur andere Menschen könnten dich glücklich machen. Und bezweifle, dass du dein Glück nicht selbst in die Hand nehmen kannst. Schenk dir Schritt für Schritt mehr Vertrauen. 

    Es ist nicht der Job deines Partners, dich glücklich zu machen. Nein, es ist dein Job, wie es die spirituelle Lehrerin Byron Katie formuliert. Woher sollte dein Partner wissen, was dich glücklich macht? Er soll es dir von den Augen ablesen?! Aber kann er das?

    Eifersuchtssymptome sind unterschiedlich gewichtet.

    Solange du der Meinung bist, dass nur dein Partner dich glücklich machen kann, solange wirst du Angst haben, ihn zu verlieren. Krankhafte Eifersucht ist vorprogrammiert.

    Gerade eifersüchtige Menschen leben oft in einer Abhängigkeit von ihrem Partner, den sie verantwortlich für ihr Beziehungsglück machen. Er soll ihnen die Wertschätzung geben, die sie bräuchten und die sie als Mensch verdient haben. Die Mehrzahl von uns lebt emotional unterversorgt.

    Hemmung vor gesunder Selbstwertschätzung​

    Einerseits das geflügelte Wort vom Geben und Nehmen. Wer diesen Satz verinnerlicht hat, der rechnet ständig mit und nach: Stimmt die Rechnung zwischen meinem Partner und mir?

    Schnell wird er beim stillen Nachrechnen feststellen, dass der Partner nicht ausreichend „liefert“. Viele haben den Eindruck diejenigen zu sein, die ständig reinbuttern, aber nichts zurückzubekommen.

    Dem Partner wird vorgeworfen, sich zu egoistisch zu verhalten. Immer nur an sich zu denken. Ein Vorwurf, den der wahrscheinlich entrüstet zurückweist.

    Oder wir leiden still vor uns hin und erwarten (seit Jahren), dass der Partner von sich aus mehr gibt. Endlich! Endlich einmal – doch nichts passiert!

    Der zweite Punkt, warum es uns so schwerfällt, für uns selbst zu sorgen, ist Angst. Wir wollen nicht in den Verdacht geraten, selbstverliebt zu sein.

    Lieber geben wir die Verantwortung für unser Glück an den Partner ab. Soll der sich drum kümmern. Das Leben, heißt es, ist ein Geben und Nehmen. Ja, richtig, aber oft genug ist es ein Verantwortung abgeben.

    Sich selbst loben ist keine Selbstverliebtheit​

    Wie ist das bei dir? Überkommt dich bei der Vorstellung, dich für die gut gemachten Dinge wertzuschätzen, ein mulmiges Gefühl? Traust du dich, dich vor anderen selbst zu loben?

    Was machst du gut? Weißt du das? Und wann hast du dich zuletzt für das geschätzt, was dir gutgetan hat?

    Wenn du deine Eifersucht überwinden willst, brauchst du ein intaktes Selbstwertgefühl.

    Versuche, dich über diesen gesellschaftlichen Allgemeinplatz des Gebens und Nehmens hinwegzusetzen. Du kannst dich im Stillen loben und keiner muss es mitbekommen. Aber tu’s. Und tu’s ehrlich.

    Selbstverliebtheit – um dies zu konkretisieren – beginnt, sobald jemand jeden Realitätsbezug verloren hat. Wenn die menschliche Dimension der Selbstwertschätzung zu einer selbstgefälligen Egomanie ausartet.

    Doch von einer solchen Egozentrik sind die meisten von uns weit entfernt.

    Was uns eher fehlt ist gesundes Selbstvertrauen und Selbstwertschätzung. Ohne verschämtes Rumgeeiere.

    Jede Wertschätzung für deine eigene Sache hilft dir, deine Eifersucht in den Griff zu kriegen

    Lobe dich also selbst für Dinge, die du gut gemacht hast oder auf die du stolz sein kannst. Warte nicht darauf, dass dein Partner es für dich macht. Manche Menschen warten ein Leben lang. Vergeblich.


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    TIPP #6 – SCHAFFE DISTANZ​

    Eifersucht ist kein Gefühl, sondern ein Cocktail verschiedener Gefühle, der mit Wut und Hass und Neid und viel Angst vor einer Trennung verbunden ist. Um nicht in diesen Sumpf extremer Gefühle hineingezogen zu werden, schaffe Distanz zu diesen Gefühlen.

    Distanz stellst du her, indem du dich selbst beobachtest und dich fragst:

    Wie reagiere ich in Eifersuchts-Situationen? Was genau reagiere ich? Was mache ich?

    Was genau hat mein Partner gemacht, dass ich eifersüchtig reagieren „muss“?

    Was denke ich über meinen Partner? Was habe ich von ihm erwartet, dass ich schon wieder von meinem Partner enttäuscht bin?

    Um diese Übung noch effektiver zu machen, begleite dein Handeln wie ein Radioreporter. Rede am besten laut und über dich in der dritten Person. Das schafft sofort Distanz und die beengte Brust wird sofort weit.

    Sobald du Distanz zu deiner Eifersucht herstellst, kannst du mit deinem Partner klarer über deine Gefühle und Bedürfnisse reden. Außerdem greifst du ihn nicht mehr mit voller Wucht an.

    TIPP #7 – WAS BRAUCHST DU?​

    Eifersucht ist ein Signal dafür, dass etwas in der Beziehung fehlt. Viele eifersüchtige Menschen fühlen sich emotional vernachlässigt und wissen nicht, wie sie mit Enttäuschungen umgehen können. Sie haben entweder in der Kindheit oder im Verlauf ihrer Beziehung verlernt, ihre eigenen Bedürfnisse und Wünsche zu formulieren.

    Um herauszufinden, was dir emotional fehlt, frage dich, wieviel „hochwertige“ Zeit ihr miteinander verbringt, in der ihr euch über eure Bedürfnisse und Wünsche austauscht? Habt ihr intime Gespräche über eure Bedürfnisse über Liebe, körperliche Berührung und Sex? Gespräche, die emotionale Nähe herstellen.

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    Rede über deine Bedürfnisse​

    Eifersucht ist ein Indiz dafür, dass in der Beziehung etwas fehlt. Dass deine Bedürfnisse nach Aufmerksamkeit und Zuneigung vom Partner nicht beachtet werden, weil er sie nicht kennt.

    In dem Fall lautet die Empfehlung, dich deinem Partner anzuvertrauen und mit ihm darüber reden, was dir fehlt oder was dich verletzt. Wichtig: bleibe beim Gespräch bei dir. Rede über dich und nicht darüber, was dein Partner dir nicht gibt.
    Nur wenn dein Partner deine Bedürfnisse und Ängste kennt, kann er darauf reagieren! So könnt ihr gemeinsam die Eifersucht bekämpfen.

    Verschiedene Gründe, seine Bedürfnisse zu äußern. Tipps gegen Eifersucht.

    Wertschätzung und Anerkennung​

    Fühlst du dich von deinem Partner genug gesehen und geschätzt? Kannst du dich deinem Partner anvertrauen – deine Gefühle, deine Sorgen und Ängste? Kennst du deine Gefühle und Bedürfnisse? Kannst du sie formulieren? Das Tagebuch oder automatisches Schreiben eignet sich hervorragend, das herauszufinden.

    Nur wenn er deine Gedanken und Sorgen kennst, kann dein Ehepartner reagieren und ihr könnt gemeinsam die Eifersucht überwinden.

    TIPP #8 – EINE BESONDERE BEZIEHUNG​

    Um deine Eifersucht zu bekämpfen werde aktiv. Gib deinem Partner gute Gründe, gerne mit dir zusammen zu sein. Zeige deine Zuneigung und zeige, dass eure Beziehung etwas Besonderes ist. Erinnere deinen Partner daran, was euch beide miteinander verbindet.

    Wofür bist du dankbar in deiner Beziehung? Erinnere dich und teile es mit deinem Partner. Und achte darauf, dass es nicht als Vorwurf oder Vorschrift ankommt.

    Wenn du diese Empfehlungen kontinuierlich übst, kannst du deine Eifersucht erfolgreich bekämpfen. Fang lieber heute als morgen an.

    Eigene Interessen entwickeln​

    Wer sein Lebensglück vom Partner abhängig macht, neigt eher zur Eifersucht als andere. Er hat Angst vor einer Trennung.

    Du allein bist für deine Gefühle verantwortlich. Gut so! Denn es bedeutet, dass es in deiner Hand liegt, deine Eifersucht zu bekämpfen.

    Suche dein Glück auch außerhalb deiner Beziehung, in anderen Lebensbereichen, im Freundeskreis oder im Beruf. Eigene Interessen, die unabhängig vom Partner gelebt werden, bestärken das Unabhängigkeits- und Selbstwertgefühl.

    Eigenständig bleiben​

    Zweisamkeit ist schön. Unsere glücklichsten Momente sind die mit einem anderen Menschen, den wir lieben. Damit das so bleibt, achte darauf, trotz einer Beziehung eigenständig zu bleiben: Setz dir deine eigenen Ziele und verfolge deine eigenen Interessen. Unabhängig von deinem Partner.

    Auf diese Weise erhältst du Anerkennung und Bestätigung auch außerhalb deiner Beziehung. Das stärkt dein Selbstwertgefühl und macht dich weniger anfällig für Eifersucht.

    Nimm dir selbst Freiräume und gib diese auch deinem Partner. Natürlich im Vertrauen.

    Freiraum lassen​​

    Ein gesundes Maß an Eifersucht ist normal. Doch wer rund um die Uhr von seiner nagenden Eifersucht beherrscht wird, verliert viel Lebensqualität in seiner Beziehung.

    Überlebe dir, in welchen Bereichen du deinen Partner kontrollierst. Entscheide, aus welchem Bereich du dein Kontrollverhalten am leichtesten zurückhalten kannst. Setze es um, und sobald dir das gelungen ist, lass den nächsten kontrollierten Bereich los.

  • Teste deine Eifersucht

    Teste deine Eifersucht

    Wie eifersüchtig bist Du? Mach hier Deinen unverbindlichen Test.

    In einer Beziehung mit viel Eifersuchtsszenen steht viel auf dem Spiel: Lebensfreude, Liebe, Nähe und Distanz, emotionale Sicherheit, Lebendigkeit, nicht zu vergessen Sex und Intimität.

    Dieser ultimative gratis Eifersucht-Test hilft dir, den Grad deiner Eifersucht einzuschätzen. Nicht selten wollen wir ja nicht alles über uns wissen und der oder andere ist nicht ganz ehrlich zu sich.


    Eifersucht Test

    Vielleicht wird durch den Eifersucht Test ein Aspekt deines Lebens angesprochen, der für dich bisher nicht wichtig war und es fallen dir Schuppen von den Augen. Plötzlich wird dir bewusst, was dir so viel Unbehagen in der Beziehung bereitet.

    Wie sieht es bei dir aus? Musst du dir Sorgen machen? Und ist es sinnvoll, den Ursachen auf den Grund zu gehen und die Eifersucht in den Griff zu bekommen?

    Der anonyme Psychotest stellt Fragen zu verschiedenen Aspekten und Themenbereichen der Eifersucht wie heftige Verlustangst oder ein mäßiges Selbstwertgefühl. Die Querverbindungen zwischen den einzelnen Themen sind eng und lassen sich nicht immer eindeutig zuordnen.

    Wenn Du nach einer umfassenden Methode suchst, die Dir hilft, Deine Eifersucht und die damit verbundenen Emotionen und Verhaltensmuster besser zu verstehen, ist das BeziehungsReich-System genau das Richtige für Dich sein. Es bietet Dir nicht nur Werkzeuge zur Selbstreflexion, sondern auch konkrete Strategien zur Verbesserung Deiner Beziehung.

    PSYCHOTEST: EIFERSUCHT​

    Der Test ist anonym, aber persönlich formuliert, damit du die Fragen ‚aus deinem Herzen‘ beantworten kannst. 


    Eifersucht Test

    Am Ende vom Eifersucht Test erhältst du eine Punkte-Auswertung, die deine Eifersucht einer bestimmten Form von Eifersucht zuordnet. Ein Link führt dich schnell und einfach zur detaillierten Beschreibung.

    Diese Auswertung dient natürlich nur einer Orientierung und ist eine Anregung. Sie ist keine psychologische Diagnose.

    EIFERSUCHT BEKÄMPFEN, NICHT DEN PARTNER​

    Eifersuchtsszenen, die Vorwürfe und die Streits sind nur Symptome ein und derselben Sache. Streng genommen kämpfen die von Eifersucht Betroffenen nicht mit ihrem Partner, sondern mit ihrer Verlustangst und mangelndem Selbstwertgefühl. Und das ist richtig so. Denn eine Grippe bekämpft man auch nicht mit einem Taschentuch. Untersuche zunächst, ob du Trennungsängste hast beziehungsweise wie stark sie ausgeprägt ist. Es ist übrigens keine Schande, Trennungsängste zu haben. Weder für Männer noch für Frauen. 

    Denn bei vielen Männern und Frauen werden beim Thema Trennungsangst unterschiedliche Glaubenssätze wachgerufen.

    Etwa 55 % der Menschen, die Angst vor einer Trennung haben, machen sich den Vorwurf, nicht beziehungsfähig zu sein. Oder dass sie vereinsamen werden (immerhin 45 % der befragten Männer und Frauen). Die finanzielle Unsicherheit spielt nur bei 35 % eine Rolle. Noch so schlechte Beziehungen – so scheint es zu sein – befriedigen immerhin unser emotionales Sicherheitsbedürfnis. Hast auch du Verlust- und Trennungsängste? Welche Glaubenssätze stecken dahinter? Finde es heraus mit dieser Kurz-Umfrage, die dir verschiedene Glaubenssätze anbietet. 

    Eine Grippe bekämpft man auch nicht mit dem Taschentuch.​

    Bei einem schwach ausgebildeten Selbstwertgefühl machen wir uns manchmal vor unserem Partner reflexartig klein, um bei ihm „Fürsorge-Verhalten“ auszulösen. Wir hoffen, ihn durch diesen Appell an sein Fürsorge-Gefühl an uns zu binden.

    Dabei bemerken wir nicht, dass untertäniges Verhalten eher abstoßend auf unseren Partner wirkt. Anstatt unseren Partner an uns zu binden, wendet er sich von uns ab.

    Um das eigene Verhalten, seine persönliche Wahrnehmung und seine Gefühle besser verstehen und einordnen zu können, ist die Reflexion über sich selbst und seine Beziehung ein erster Schritt und ein absolutes Muss.

    Mit einem Tagebuch lässt sich gut über sich selbst nachdenken. Es ist ein Dialog wie mit einem guten Freund über seine Gefühle und Gedanken. Ganz ungeschminkt.

    Die milde Form der Eifersucht betrifft das Gros der Menschen. Sie ist quasi die gesunde Form und es gibt keinen Grund, sie zu bekämpfen. Wir müssen nicht alles wegoptimieren, solange es uns nicht belastet.

    Die milde Form ist in erster Linie anlassbezogen. Betroffene Frauen und Männer reagieren, weil der Partner seine Aufmerksamkeit einer anderen Person schenkt.

    Eine mittelschwere Eifersucht ist an das momentane Wohlbefinden gebunden. Je besser du dich fühlst, desto weniger eifersüchtig bist du. Oder anders ausgedrückt: Je stärker dein Selbstvertrauen ist, desto weniger neigst du zu eifersüchtigem Verhalten.

    Die massive Eifersucht – wie die krankhafte Eifersucht auch genannt wird – ist ein Totalverlust von Lebensqualität. Man ist ständig von seinem Partner enttäuscht und kann ihn gar nicht mehr loslassen.

    Wenn du das Gefühl hast, diese Form der Eifersucht könnte auf dich zutreffen, und wenn du manchmal mehr Hilfe als ein Gespräch mit einem guten Freund bräuchtest, dann mach den Test, um dir Klarheit zu verschaffen.

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    Sonderform Eifersuchtswahn​

    Eine Besonderheit und eine Art Steigerung in den Wahn ist das Othello-Syndrom, bei dem die Betroffenen jeden Realitätskontakt verloren haben und ihre Partner ständig des Fremdgehens beschuldigen. Deren Bewegungsradius wird drastisch eingeschränkt.

    Partner ohne masochistische Neigung sollten die Notbremse ziehen und sich trennen. Es sei denn, die Betroffenen unterziehen sich einer psychotherapeutischen Behandlung und man ist bereit, diese schwere Phase gemeinsam durchzustehen.

    KONTROLLBEDÜRFNIS​

    Wir wollen unsere Eifersucht kontrollieren, aber das bedeutet nicht, sie zu überwinden. Kontrolle bedeutet nur, dass man seine Gefühle wie Wut oder Angst nicht zeigt und alles mit sich selbst ausmacht.

    Dann haben wir zwar die Gefühle aus unserem Bewusstsein ausgeschlossen, aber sie arbeiten ‚im Untergrund‘ weiter und sorgen für psychosomatische Symtome.

    Selbstkontrolle lässt uns also in unserer eigenen Wut, Neid und Verlustangst schmoren. Wer diese Gefühle unterdrückt, sorgt nur dafür, dass sie automatisch größer werden – wie alle Gefühle, die wir unterdrücken.


    Eifersucht Test

    Kontrolliere nicht deine Gefühle, sondern setze dich mit ihnen auseinander. Die Angst vor Trennung ist oft genauso groß wie die Angst vor Nähe. Beide bedingen sich.

    Teile sie mit deinem Partner. Nur durch vertrauensvollen Gespräche über Gedanken und Gefühle lassen sich in einer Beziehung emotionale Verbundenheit herstellen und Lösungen für Probleme finden. Nur in einer Atmosphäre von Freiheit und Verständnis lässt sich erfüllende Beziehung leben, Intimität und befriedigender Sex.

    MANCHMAL REICHEN TIPPS​

    Hand auf Herz: Auch ohne einen Psychotest wissen die meisten Menschen, wie eifersüchtig wir sind. Oder ahnen es zumindest und dürfen unserer subjektiven Wahrnehmung viel mehr vertrauen als wir es uns im Alltag trauen.

    Wir in der modernen Zivilgesellschaft müssen wieder lernen, uns auf unser Gespür und unsere Intuition zu verlassen. Der Verstand allein reicht nicht zum Lösen unserer Probleme.

    Wir wissen selbst am Besten, ob uns unsere Eifersucht Gesundheit kostet und unserer Beziehung schadet. Solange es sich „normal“ anfühlt und sie uns nicht überwältigt, muss niemand zum Therapeuten rennen.

    Manchmal reichen Tipps und zwischenmenschliche Hilfen wie beispielsweise ein Gespräch mit einem guten Freund. Acht hilfreiche Tipps gegen Eifersucht habe ich in einem Artikel zusammengefasst.

    Wenn Du nach einer Methode suchst, die tiefer geht und Dir hilft, Deine Eifersucht ganzheitlich zu verstehen und zu bewältigen, dann ist das innovative BeziehungsReich-System interessant für Dich sein. Es bietet Dir Werkzeuge und Strategien, um Deine eigenen Glaubenssätze und Verhaltensmuster besser zu verstehen und zu verändern.

    Eifersucht Test

    Nur sollten wir nicht dem Trugschluss verfallen, dass je größer die Eifersucht ist, desto größer ist die Liebe. Die Dosis macht’s.

    Genieße deine Beziehung und lebe glücklich.

  • Ursachen für Eifersucht

    Ursachen für Eifersucht

    Othello-Syndrom und Eifersuchtswahn – Betroffene neigen zu unberechenbaren Gewaltausbrüchen

    Stopp den Teufelskreis: Verhindere, dass Eifersucht Deine Beziehungen zerstört

    Oft werden Trennungsangst und mangelndes Selbstwertgefühl als wahre Ursachen für die verschiedenen Formen der Eifersucht genannt. Doch was steckt wirklich hinter einer Trennungsangst?

    Nie wieder einen Partner zu finden? Die Angst vor Einsamkeit? Das Gefühl, mit dem Leben allein und überfordert zu sein? Ist es das Bedürfnis nach finanzieller Sicherheit?! Oder weil man das Gefühl hat, nicht beziehungsfähig zu sein?

    Wer die wahren Ursachen für seine Eifersucht herausfinden will, der muss sich auf Spurensuche nach seinen Glaubenssätzen begeben.

    Denn die tief im Unbewussten verankerten Glaubenssätze festigen die Eifersucht in uns ab.

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    LEBEN IST NICHT FAIR​

    Bei jedem unserer Eifersuchtsanfälle fühlt es sich an, als würde sich unser Partner rücksichtlos uns gegenüber verhalten. Einer, der nur an sein eigenes Wohl denkt. Auf unsere Kosten. Der unser Wohlergehen ignoriert.

    Schnell sind wir in einem allgemeinen Jammern. Das Leben ist nicht fair.
    Womit haben wir das verdient?

    Selten gibt uns das Leben das, was wir wirklich bräuchten: Weniger Stress. Weniger Überraschungen. Mehr Zuverlässigkeit. Mehr Freundlichkeit. Mehr Liebe.

    Leben fühlt sich an, als wären wir ein Spielball der Umstände. Im Großen wie im Kleinen. Ob wir Stress haben, ob wir wütend werden oder eifersüchtig – es sind in der Regel die äußeren Umstände, die unsere Befindlichkeit beeinflussen und bestimmen.

    Ständig haben wir das Gefühl, das Leben müsste anders sein. Genauso der Partner. Nicht prinzipiell, nur ein bisschen.

    Massive Eifersucht verlangt viel Aufmerksamkeit. Von beiden. Während sich der Eifersüchtige am Verhalten des Partners oder an der Unterdrückung seiner Eifersucht „abarbeitet“, muss der Partner lernen, mit der Eifersucht des Partners umgehenzugehen.

    Das Diagramm über die häufigsten Glaubenssätze hinter der Angst vor einer Trennung. Fast 85 % der Befragten haben Angst, beziehungsunfähig zu sein. Das erklärt auch, warum sie glauben, ohne Partner zu vereinsamen.

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    Alles wird gut – wenn die Umstände sich ändern​

    In den ersten Monaten des Verliebtseins haben wir quasi uns selbst den Himmel auf Erden versprochen. Alle Selbstzweifel und Unsicherheiten lösten sich in Luft und Lust auf. Gäbe es eine Krone für den glücklichsten Menschen auf der Erde: Wir hätten sie getragen, wie die Liebe uns getragen hat.

    In den meisten Fällen kommt es anders. Aus einer Liebesbeziehung wird Beziehungsliebe. So, wie der neue Partner dafür gesorgt hat, dass wir unser Leben mehr mochten als uns selbst, so wird er nun dafür verantwortlich gemacht, dass sich unser Leben ins Negative gedreht hat. Manchmal ist es nicht nur „Zurück auf Start“, sondern schlimmer.

    Etwa 40 % aller Befragten bereuen laut meiner Umfrage „Enttäuschungen“, sich auf den Partner überhaupt eingelassen zu haben.

    Wie auch immer die äußeren Umstände in der Beziehung oder Partnerschaft sind: Eifersucht nimmt darauf keine Rücksicht. Sie kommt und geht, wie es ihr gefällt. Sie quält uns, wenn der Partner untreu wird – obwohl wir selbst schon untreu waren.

    Alles wird gut – wenn die Umstände sich ändern​

    Eifersucht ist unberechenbar, führt ein Eigenleben und lässt sich kein bisschen mit Vernunft kontrollieren. In dieser Hinsicht ist sie wie die Liebe.

    Wenn uns jemand fragt, warum wir eifersüchtig werden oder was die Ursache für unsere Eifersucht sei, dann zeigen wir mit spitzen Finger auf den Lebensgefährten: An dem oder an der liegt’s.

    Aus einer Liebesbeziehung wird Beziehungsliebe.​

    Der Grund für unsere Eifersucht ist also ausgemacht. Der Partner. Der Zusammenhang scheint klar. Das (Fehl-)Verhalten des Partners ist der Auslöser für unsere Wut und/oder TraurigkeitEnttäuschung und die Angst vor weiteren Kränkungen.

    Aber ist es wirklich so, dass unser Partner für unser seelisches Wohlbefinden verantwortlich ist? Was machen Singles?

    Wir wissen zwar so in etwa, wie sich unser Lebensgefährte anders verhalten sollte, damit wir glücklich sind: aber er tut’s nicht. Auch dann nicht, wenn wir ihn drum bitten. Und schon gar nicht, wenn wir es fordern.

    Das tut verdammt weh. Es kränkt uns. Wir fühlen uns unserem sturen Partner hilflos ausgeliefert. Ungeliebt. Wir können ihn nicht ändern.

    Aber wir können uns ändern. Und müssen uns ändern, wenn wir die Eifersucht in uns lindern wollen. Alles beginnt mit Selbstreflexion.

    GLAUBENSSÄTZE ALS URSACHE​

    Wo auch immer der Grund für die Eifersucht in der Vergangenheit liegen mag – das können wir heute nicht mehr ändern. Aber was wir ändern können, sind die „Festhalter“: die Glaubenssätze über unser Leben und über unseren Partner. Diese sorgen dafür, dass alles so bleibt, wie es ist Sie sind heute die Ursache dafür, dass du eifersüchtig bist. 

    Zu diesen Glaubenssätzen gehören nicht nur die Gedanken über den Partner oder dich selbst, sondern auch die über diese Ehe, über die Partnerschaft und Beziehungen. Was denken wir über Monogamie oder Polygamie?

    In unserer Gesellschaft bevorzugen wir monogame Beziehungen. Darin sind sich alle einig – bis auf die, die es anders machen. Was denkst du?

    Unreflektierte Überzeugungen und Glaubenssätze über Partnerschaft sind in uns vergraben wie Landminen, die bei Berührung explodieren.

    Glaubenssätze, die unsere Beziehungen massiv negativ beeinflussen, lauten beispielsweise

    • „Frauen gehören hinter den Herd.“
    • „Männer denken immer nur an das eine.“
    • „Frauen sind Zicken.“
    • „Ich genüge meiner Partnerin nicht.“
    • „Der Mann muss die Familie ernähren können.“

    Diese Beispiele hören sich teilweise plakativ an, geistern aber oft genug durch unseren Kopf und beeinflussen unbewusst unsere Beziehung zum Partner. Nach außen hin wollen wir mit diesen klischeebesetzten Urteilen nichts zu tun haben. Aber wenn du einmal in dich gehst … ?

    All diese Glaubenssätze schaffen Distanz aber keine befriedigende Verbindung.

    Lies dir einmal jeden einzelnen Satz von laut vor und stell dir dabei deinen Partner vor. Kommst du ihm näher oder entfernst du dich gefühlsmäßig?

    All diese Glaubenssätze schaffen Distanz und keine emotionale Nähe.

    Lies dir einmal jeden einzelnen Satz von laut vor und stell dir dabei deinen Partner vor. Kommst du ihm näher oder entfernst du dich gefühlsmäßig?

    Woran erkennt man Glaubenssätze?​

    Glaubenssätze lassen sich gut durch einen inneren Widerstand oder Unmut erkennen. Sobald wir etwas erleben, was in uns einen Glaubenssatz anspricht, stellt sich ein Gefühl ein. Im positiven wie negativen Sinn.

    Wie hast du als Leserin oder Leser bisher auf diesen Artikel reagiert? Hast du inneren Widerstand gespürt? Hast du den ein oder anderen Satz bestätigt oder oder als Unsinn abgetan? Hast du deine innere Stimme gehört, die gerufen hat: „Stimmt! Genauso ist es!“ oder die gesagt hat: „So ein Quatsch!“

    In jedem Fall werden ein paar Gedanken des Artikels dich berührt haben und du hast sie innerlich bestätigt oder vielleicht als Unsinn beurteilt. Und die Grundlage deines Urteils sind deine Überzeugungen, sprich Glaubenssätze.

    Glaubenssätze sind keine exotische Gedanken, sondern eher ständige Begleiter unseres Alltaglebens, die nicht von unserer Seite weichen.

    So wirken Glaubenssätze bei Eifersucht​

    Glaubenssätze beziehungsweise Glaubenssysteme sind eine Art Bewertungsmaschinerie für unser Alltagsgeschehen. Sie bestätigen, was um uns herum Positives passiert. Und sie verurteilen, was schlecht für uns ist, und mahnen zur Vorsicht.

    Wenn sich unser Partner mit einem anderen Mensch trifft, dann ist das – neutral betrachtet – zunächst einmal nur eine Begegnung zwischen zwei Menschen.

    Diese Begegnung als „neutral“ zu sehen ist sehr schwierig, wenn von den vielen unserer Glaubenssätze einige lauten:

    • „Man kann nur einen Menschen lieben!“
    • „Wir gehören zusammen.“
    • „Man kann keinem trauen.“
    • „Ich bin nicht liebenswert“.
    • „Ich genüge nicht!“

    Mit solchen Gedanken im Hinterkopf kann einem schon mal angst und bange werden, wenn der Partner sich nach einer anderen Person umdreht. Der Partner bestätigt in diesem Moment nur, was wir ohnehin seit unserer Kindheit glauben: „Ich genüge nicht.“

    Und schon dreht die Eifersucht auf und provoziert eine Szene.

    Seine Gründe der Eifersucht hinterfragen​

    In einer Dreierbeziehung wird Verhalten sehr unterschiedlich bewertet und man kann sehr gut die Subjektivität in der Wahrnehmung von Ereignissen sehen.

    Angenommen, ein Ehemann hat eine Geliebte. Die betrogene Ehefrau dreht vor lauter Eifersucht am Rad, weil sie Treue erwartet. Die Geliebte aber findet das Verhalten des Ehemannes großartig. „Fremdgehen“ ist eine Frage der Perspektive. Eifersucht auch.

    Jemand, der persönliche Freiheit in einer Beziehung hoch hängt, wird den Seitensprung seines Partners anders bewerten und emotional gelassener nehmen als jemand, dem große Nähe, Vertrauen und emotionale Sicherheit wichtig sind.

    „Fremdgehen“ ist nicht die Ursache für unsere Eifersucht, sondern unsere Geisteshaltung und unser Denken ist der Grund, warum wir eifersüchtig werden.

    Wollen wir unsere starke Eifersucht überwinden, müssen wir unsere Glaubenssätze über Beziehung, über Frauen und Männer im allgemeinen und über uns im besonderen reflektieren.

    Der Partner ist nicht die Ursache für die Eifersucht, sondern nur der Auslöser.​

    Natürlich ist es schwer, Glaubenssätze als Ursachen für unsere Eifersucht zu akzeptieren, wenn der Partner uns durch sein Verhalten immer wieder kränkt und uns unsere Eifersucht hochgehen lässt. Wir spüren nicht unsere Glaubenssätze, sondern nur Gefühle wie Angst und Wut und fühlen uns unserem Kontrollzwang ausgeliefert.

    Das Schlechte an diesem Wissen ist, dass wir nicht mehr die Schuld für unsere Eifersucht auf den Partner schieben können.

    Das Gute an diesem Wissen ist, dass wir Selbstverantwortung für unser Leben zurückbekommen.

    Um Glaubenssätze zu verändern oder loszulassen, muss man nicht gleich eine Therapie machen. Er kann auf die einfache wie geniale Selbstcoaching-Methode The Work of Byron Katie zurückgreifen.

    UNTERDRÜCKTE WÜNSCHE ALS URSACHE​

    Keiner von uns kann sich von sich behaupten, dass er in jeder Hinsicht frei sei. Dass er keine Zwänge kennen würde. Keine Handlungsautomatismen. Dass er keiner Impulssteuerung unterliege.

    Es geht nicht um das Ausmaß, sondern ums Prinzip. Jeder von uns hat Impulse, denen er am liebsten folgen würde – wenn er sie zulassen würde. Wenn er damit nicht in der Gesellschaft anecken würde. Und – zugegeben – viele Menschen merken ihre Bedürfnisimpulse nicht mehr. Sie haben eine Art Panzer um sich herum angelegt, der sie für ihre eigenen Wünsche und Bedürfnisse unempfindlich macht. 

    Wir wären keine Menschen, wäre es nicht so. Letzten Endes muss jeder mit sich ausmachen, wieviel und welche Wünsche und Bedürfnisse er bereit ist zu unterdrücken, nicht aus sich rauszulassen oder überhaupt zu spüren.

    Dieses psychologische Phänomen der Selbstunterdrückung ist ein Grund von verschiedenen Ursachen für unsere Eifersucht.

    Der Partner, der lernen muss, mit unserer Eifersucht umzugehen, dient dabei als Projektionsfläche.

    Wer eifersüchtig ist, sollte darüber mit seinem Partner reden. Schweigen führt nur Gedankenschleifen und Denkzwang.
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    Aus Vermutung wird Überzeugung​

    Nicht immer sind die Gründe für Eifersucht nachvollziehbar. Sie scheint wie aus dem Nichts aufzutauchen.

    Der eifersüchtige Mensch sieht beim gemeinsamen Einkauf seinen Lebensgefährten „fremdschauen“. Beim Sex wirkt er seltsam geistesabwesend – vermutlich weil er mit dem Kopf ganz woanders ist: Bei einem anderen attraktiveren (!) Menschen. Wir unterstellen ihm „fremddenken“.

    Eifersucht beginnt mit einer Vermutung, die sich morgen wiederholt, vielleicht auch  übermorgen, eine Woche später usw. – und plötzlich wird durch ständige Wiederholung aus der Vermutung eine gefühlte Überzeugung.

    Was hat das eine mit dem anderen zu tun? Was haben Vermutungen mit selbstunterdrückten Impulsen, Bedürfnissen und Wünschen zu tun?

    Die Selbstunterdrückung von Impulsen und Wünschen bemerken wir in der Regel nicht mehr. Sie läuft als Regulativ unseres Handelns völlig unbewusst ab. Und das ist der Knackpunkt: Der unbewusste Ablauf.

    Wir haben unsere Meinungen, Überzeugungen und Glaubenssätze, die uns durch das Leben führen. Sie helfen uns, die Welt in gut und schlecht, und gut und böse einzuteilen. Nicht nur die äußere Welt, sondern auch unsere innere Welt.

    Es kann nicht sein, was nicht sein darf​

    Und so verurteilen diese Glaubenssätze auch das eigene Verhalten und Denken, unsere Impulse und Bedürfnisse. Wir unterdrücken sie. Selbst den Wunsch nach einer glücklichen Beziehung wagt der ein oder andere Mensch nicht zu äußern.

    Durch jahrelange Unterdrückung unserer Bedürfnisse verlieren wir den Kontakt zu ihnen. Wir nehmen sie gar nicht mehr wahr, wir ignorieren oder verleugnen sie. Manchmal wollen wir nicht wissen, dass es neben unserem Partner auch für uns noch andere Menschen gibt, die wir anziehend finden und die ein leichtes Prickeln in uns auslösen. Wir wollen es nicht wissen, weil wir uns auf den einen Partner festgelegt haben. Wir bemerken nicht, wenn während eines uninspirierten Restaurantbesuchs unsere Aufmerksamkeit immer wieder an den Nachbartisch wandert, wo ein interessanter Mensch seinen Partner bestens unterhält. Wir wollen nicht wahrhaben, dass der Sex mit einem früheren Partner viel besser war als mit dem jetzigen. Wir wollen es nicht wahrhaben, weil wir uns festgelegt haben.[wpr-template id=“44706″]

     

    Und wir verkneifen uns den Wunsch zu denken, endlich mal wieder mit einem Menschen, der nicht unser Partner ist, unbekümmert und frei und überschwänglich zusammen zu sein. Davon wollen wir nichts wissen – denn wir haben uns ja festgelegt. Nach einigen Jahren haben wir uns so sehr daran gewöhnt, dass unser Bewusstsein gar nicht mehr merkt, wovor wir die Augen schließen. Vordergründig bleiben nur die unzähligen namenlosen Enttäuschungen mit dem Partner. 

    Doch ist unser Geist wie das Internet. Es vergisst nichts.

    Anderen nicht gönnen, was wir uns selbst verbieten

    Das Unbewusste weiß genau, was wir uns selbst antun. Es rechnet mit. Und vor allem will es eins nicht: Dass andere sich das gönnen, was wir uns selbst unbewusst verbieten.

    Und da kommt nun der Partner ins Spiel. Wir mit unserer reinweißen Weste aus Ignoranz und Blindheit für die eigenen Wünsche, nehmen hochsensibel das Verhalten des Partners wahr und auseinander. Das, was wir bei uns nicht sehen, sehen wir beim Partner.

    Je stärker wir jeden Verdacht von uns weisen, auch nur ansatzweise an andere attraktive Menschen zu denken, desto stärker neigen wir zur Eifersucht.

    Im Grunde lebt unser „untreuer“ Partner das, was wir uns verbieten. Nun aber bekämpfen wir nicht mehr nur die Impulse in uns, sondern die, die wir in den Partner hineinprojezieren.

    Keiner von uns kann von sich behaupten, er sei frei von Selbstunterdrückung. Und wer nicht frei davon ist, ist auch nicht frei von Projektionen seiner unterdrückten Bedürfnisse und Wünsche auf andere.

    Wenn du also eifersüchtig auf deinen Partner bist, dann geh doch einmal in dich und horche auf deine innere Stimme und achte auf deine inneren Bilder: Was würdest du hier und jetzt wollen, wenn du dich nicht auf deinen Partner festgelegt hättest?

    HEIMLICHKEITEN​

    Details zu der Frage, wie wir uns durch Verheimlichen in eine Eifersucht hineinmanövrieren, liest du in meinem Artikel „Eifersucht und Heimlichkeiten“ auf der Website HAFAWO – Happy Work. Happy life.

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