Kategorie: Glückliche Beziehung

Erfüllte Beziehung, Partnerschaft, Liebe, Vertrauen – dein Leitfaden für eine glückliche Beziehung.

  • Klare Kommunikation

    Klare Kommunikation

    Klare Kommunikation für mehr Nähe

    Klartext statt Missverständnisse: So gelingt klare Kommunikation in jeder Situation

    Das richtige Wort zur rechten Zeit kann ein wunderbarer Trost sein.

    Wir können reden und reden, und keiner versteht uns. Manchmal reicht ein Wort, um alles zu sagen.

    Mit Worten wollen wir Klarheit schaffen und produzieren doch nur Missverständnisse, im schlimmsten Fall StreitKlare Kommunikation fühlt sich anders an.

    Mit denselben Worten, mit denen wir ein Missverständnis in die Welt gebracht haben, wollen wir das Missverständnis aus der Welt schaffen. Uns fehlt die Möglichkeit, ein und denselben Sachverhalt mit anderen Worten zu beschreiben, weil wir denken, dass unsere Worte der Sachverhalt sind. Warum sollen wir einen roten Stuhl einen grünen Stuhl nennen, wenn er rot ist?

    Wir haben das Gefühl, klar zu kommunizieren, und wundern uns, wie wir missverstanden werden können. Dummheit ist – so sagt es ein chinesisches Sprichwort – immer wieder dasselbe zu tun und unterschiedliche Ergebnisse zu erwarten. Das gleiche gilt für unser sprachliche Kommunikation. Was für uns klare Kommunikation ist, ist für andere klares Kauderwelsch. Kommunikationsmodelle wie das Kommunikationsquadrat von Friedhelm Schulz von Thun helfen zu gegenseitigem Verständnis und mehr Ausdrucksmöglichkeiten.

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    Der Kommunikations-Apparat​

    Was wären wir nur ohne Kommunikation? Mit gewählten Worten und vorsichtigen Händen können wir uns gegenseitig beglücken, wertschätzen und unseren gegenseitigen Respekt ausdrücken. Wir können unsere Freude zeigen und teilen, unsere Wut, die Trauer und unsere Ängste mit anderen Menschen teilen.

    Für eine klare Kommunikation braucht es einen ganzen Kommunikationsapparat. So wie der Bewegungsapparat aus mehreren Einzelelementen besteht wie Muskeln und Knochen, Sehnen und Gelenken, so nutzt der Kommunikationsapparat verschiedene Organe wie den Kehlkopf mit seinen Stimmbändern und die Ohren mit ihren Trommelfellen etc. Und auch der Bewegungsapparat ist Teil unserer Kommunikation, wenn wir mit Händen und Füßen reden (Gestik) und unser Gesicht ständig unsere Befindlichkeit zeigt (Mimik).

    Voraussetzung für klare Kommunikation ist ein komplexes gesundes Kommunikations-Organ. Wenn wir es trainieren, wächst unser Ausdrucksvermögen. Wenn wir es nicht benutzen, verkümmern unsere Ausdrucksmöglichkeiten.

    Einerseits braucht es keinen Empfänger für unseren Ausdruck, doch ohne einen Empfänger wirken Gefühle, Empfindungen und Gedanken manchmal kraft- und sinnlos. Überflüssig.

    Wer als Werkzeug nur einen Hammer hat, sieht in jedem Problem einen Nagel.

    Paul Watzlawick

    So stellen sich Menschen, die alleine leben, auch immer wieder die Frage: Wozu soll ich meine Freude ausdrücken? Wozu meine Wut rauslassen, wenn keiner da ist, der sie nachempfinden kann? Wozu mich mit meiner Angst auseinandersetzen, wenn ich am Ende mit ihr allein bleibe?

    Kommunikation ist das „Ding“ zwischen einem Sender und einem Empfänger. Sie ist die gelebte Beziehung.

    Kaputt erziehen​

    Viele unter den älteren von uns haben sicherlich das Sprichwort, „Reden ist Silber und Schweigen ist Gold.“ Schweigen wird dabei wie eine Tugend hochgehalten. Und wer das nicht schon als Kind verinnerlicht hatte, dem wurde gesagt: „Erst reden, wenn du aufgefordert wirst!“

    Am Ende werden Menschen dazu erzogen, ihre Kommunikation einzustellen. Aufgefordert zu reden werden Menschen nach ihrer Schulzeit kaum noch. So hocken sie denn da, haben nichts und wissen nichts zu sagen. Sie fragen achselzuckend: „Was soll ich schon sagen?!“

    Um unseren Bewegungsapparat zu stärken, gehen einige von uns pumpen. Doch eine klare Kommunikation trainieren? Wie albern ist das denn? Häßliche Streits, Kränkungen, seelische Distanz, Verletzungen und Missverständnisse – was soll’s. Augen zu und durch. Leben ist endlich, alles geht vorbei.

    Aber ein Leben voller Trennungen oder der Reue, den falschen Partner gewählt zu haben, ein Leben mit vielen falschen Hoffnungen, unüberwindlicher Streits mit den eigenen Kindern oder Eltern, ein Leben mit den falschen Nachbarn tut so richtig weh! Ein Leben voller Unverständnis, verpasster Chancen, Verachtung für sich und andere Menschen und ständiger Enttäuschungen kann keiner nur einfach runterschlucken.

    Ein regelmäßiges Kommunikationstraining mit monatlichen „Studio“-Gebühren würde eine klare Kommunikation begünstigen. Gruppen für Gewaltfreie Kommunikation bieten ein solches Training kostenlos oder gegen geringe Aufwandsgebühren an.

    Klare Kommunikation ist nicht nur Sprache​

    Viele Menschen reduzieren Kommunikation auf Sprache. Nach ihrem Verständnis reicht es zuzuhören und den Worten zu lauschen. Gestik und Mimik betonen oder „widersprechen“ den Worten des Sprechers, was die meisten Menschen nur unbewusst „im Augenwinkel“ wahrnehmen. Seltsamerweise. Denn die Gestik und Mimik als „analogen“ Formen der Kommunikation sind viel archaischer und unverstellter.

    Im besten Fall verhalten sich Gestik und Mimik kongruent zur Sprache, im schlimmsten Fall verwässern sie eine klare Kommunikation. Wir haben sie weniger im Griff als Worte, mit denen wir schnell uns und anderen etwas vormachen oder lügen können.

    Man denke nur einmal an einen neidischen Menschen, dem wir stolz von einer teuren Errungenschaft erzählen. Zwar sagt er, wie sehr er sich für uns freut, aber gleichzeitig verzieht er die Mundwinkel nach unten und weichen seine Augen unserem Blick aus. Sein ganzer Körper redet von seinem Neid, während seine Worten das Gegenteil behaupten. Authentizität sieht anders aus. Sie würde den Neid auch zugeben – und könnte außerdem Mitfreude zeigen.

    Unser Körper als Ausdrucksorgan ist archaisch, unmittelbar und ehrlich geblieben, während die Sprache, die wir menschheitsgeschichtlich erst später erworben haben, mittlerweile ein Ausdrucksmittel geworden ist, das sich verselbständigt hat.

    Mit Hilfe der Sprache können wir engste Verbundenheit mit anderen Menschen herstellen und wir können die größtmögliche Distanz schaffen. Worte können „Tatsachen“ und „Situationen“ erfinden, Worte können Taten leugnen und mit Hilfe unserer Sprache können wir lügen und täuschen.

    Worte provozieren und Worte beschwichtigen. Unsere Sprache als Kommunikationsmittel ist ein Panoptikum menschlicher Möglichkeiten. Sprache schafft eine Wirklichkeit, die mal mehr, mal weniger von den Tatsachen abweicht.

    Vom Schönreden und Schlechtmachen​

    Mit Hilfe der Sprache können wir Tatsachen bewerten und sie uns begreifbar machen. Und letzten Endes haben wir die Wahl und Freiheit, wie wir über einen Sachverhalt urteilen.

    Wir können Massentierhaltung schlechtmachen, weil sie mit dem Tierwohl und Tierschutz nicht vereinbar ist, und wir können sie schönreden, weil sie unseren Geldbeutel schont und weil wir sie für unvermeidbar halten. Tatsache allein ist, dass Tiere auf engstem Raum zusammenleben.

    Das Fremdgehen des Partners können wir ablehnen und schlechtmachen, weil es gegen unsere Werte und Vorstellungen einer guten Partnerschaft verstößt, oder wir können es schönreden, weil sich der Partner sexuell bei einer anderen Person austobt und uns nicht länger sexuell behelligt. Tatsachen allein ist, dass sich der Partner mit einer anderen Person trifft.

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    Je nachdem, welche Bedeutung unser Verstand dieser Tatsache gibt, bewerten wir es als positiv oder negativ. Wenn uns bewusst wird, wie frei unsere Gedanken sind bzw. wie frei wir sind, unseren Gedanken eine bestimmte Richtung zu geben, dann ist schon viel erreicht auf dem Weg zu echter Freiheit.

    Sprache macht Gedanken sichtbar​

    Wie stark unsere Sprache unsere Wirklichkeit und Realität kreiert, konnte man meßbar nachweisen bei der Untersuchung von depressiven Menschen. Sie benutzen unverhältnismäßig oft Worte wie „immer“ oder „nie“ oder keiner“. Sie sind immer die Leidtragenden, immer die Vernachlässigten. Sie haben nie Glück. Und niemand mag sie. Nicht einmal die Eltern.

    Und in dem Maße, wie solche generalisierende Worte wie „immer“ und „nie“ Sachverhalte aufblasen, so verhindern sie gleichzeitig den Blick auf andere Sachverhalte, die ebenfalls da sind, aber nicht gesehen werden sollen. Worte wie „immer“ und „nie“ betonen unsere Opferhaltung.

    Die Welt auf diese Art und Weise wahrzunehmen ist wie mit einem aufgegangenen Airbag Autofahren.

    Unser Verstand ist der Ort, an dem unsere Realität wird. Unsere Sprache formt diese Wirklichkeit und gibt ihr eine Gestalt. Irgendwann in unserem Leben haben sich die Weichen hin zu einer optimistischen oder pessimistischen Lebenshaltung gestellt.

    Bestimmte Lebensumstände lenken unser Leben nicht zwingend in eine bestimmte Richtung. Es gibt ausreichend viele Beispiele für Menschen, die trotz widriger Umstände sich zu Optimisten, Illusionisten und Schönrednern entwickelt haben, und es gibt Menschen, die trotz superbehüteter Kindheit zu Nörglern und Misanthropen wurden.

    Wie ich in den vorhergehenden Kapiteln beschrieben habe, leben wir in einer Welt, von der wir glauben, dass wir sie mit unseren Mitmenschen glauben genauso zu teilen wie wir sie erleben. Doch weit gefehlt. Im Grunde genommen sind wir alle Einsiedler in unserer Welt, in unserer Realität, die nur wenige Schnittstellen mit unseren Mitmenschen hat.

    Mit Hilfe unserer Sprache können wir differenziert unsere Realität beschreiben. Doch nutzen wir die Kommunikation weniger dafür, uns zu verständigen und emotional zusammenzukommen, sondern sie dient uns als Mittel, uns gegenüber dem anderen klar zu positionieren. Viele noch so einfache Gespräche arten aus in Rechthaberei. In jedem Streit ringen wir darum, wer die Wirklichkeit am richtigsten sieht. Wer recht hat.

    Klare Kommunikation bedeutet nicht nur, den anderen davon zu überzeugen, dass wir auf der richtigeren Seite stehen, sondern sich auch für den anderen mit seiner Realität zu öffnen. Klare Kommunikation ist keine Einbahnstraße, sondern ein gegenseitiges Verständnis suchen.

    Kommunikation ist nicht das „Sprech“ von dir zu mir, sondern Kommunikation ist unsere Beziehung.​

    Paul Watzlawick

    Klare Kommunikation ist nicht allein der angewandte Umgang mit den verschiedenen Kommunikationsmodellen, das Verständnis für sprachlichen Fallstricke, sondern auch die Bereitschaft und gelebte Wissen um die andersartige Realität des Empfängers.

    Wer als Vertreter der gewaltfreien Kommunikation beispielsweise nur Giraffensprache statt Wolfssprache nutzt, aber kein inneres Verständnis für die Realität des anderen mitbringt, dessen Kommunikation bleibt auf einer technokratischen Ebene stehen. Selbst Giraffensprache sprechen und den anderen mit seiner Wolfssprache hören und annehmen, ohne ihn zu einer gewaltfreien Kommunikation zu drängen.

    Die Wahrhaftigkeit seiner Realität hinterfragen​

    Kommunikation mit sich selbst ist der Weg, um sich aus einem unzufriedenen und depressiven Leben zu befreien und sich aus seiner Lebensgeschichte herauszuschälen und weiterzuentwickeln.

    Das Zauberwort heißt „Hinterfragen“. Mit sich selbst in Kontakt treten – und was eignet sich dazu besser als seine Gefühle und Emotionen? Statt sich mit seinen Gedanken zu identifizieren, Kontakt aufnehmen und eine Inventur seiner Glaubenssätze und Einstellungen, seine Überzeugungen und Meinungen machen. Wie verhalte ich mich tatsächlich? Was will ich nicht über mich wissen? Überhaupt, was blende ich aus meinem Leben aus? Wo trage ich die Verantwortung für mein Leben und wo kann ich ansetzen, es zu ändern.

    Weil wir uns nicht trauen, unsere Bedürfnisse zu äußern, aus Angst, wir könnten für egoistisch gehalten werden, sollen andere unsere Gedanken und Bedürfnisse raten - und dementsprechend handeln.

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    Selbsterfahrung

    Selbsterfahrung ist auch Selbstgespräch. Es ist Selbstreflektion durch klare Kommunikation mit seinem Leben. Es nicht nur zu beleuchten, sondern zu durchleuchten. Durch das Mitgefühl mit sich selbst wächst auch die Bereitschaft, klar und ehrlich mit sich selbst zu kommunizieren.

    Durch eine klare Kommunikation fallen die Probleme nicht von uns ab, aber wir lernen mit ihnen umzugehen – mit innerer Freiheit und Klarheit.

    Beziehungscoaching für die kleinen Momente, die unser Leben versüßen.

    Coaching ist wie Liebesbrief an Deine Beziehung

    All das ermöglicht Beziehungscoaching: Wieder Händchen halten, Augenkontakt, Umarmungen von Herzens, Entschuldigungen, Verzeihen, Treue, vertrauensvolle Gespräche, verliebtes Schauen, Necken, Freude über die Anwesenheit des anderen, Sicherheit und Geborgenheit, Momente der Berührung, Intimität, Vertrauen. Eben die Dinge, die unser Leben versüßen.


    DAVON WILL ICH MEHR

  • Seine Lebensgeschichte umschreiben

    Seine Lebensgeschichte umschreiben

    Neubeginn mit Herz: Wie Du Deine Lebensgeschichte neu schreibst.

    Lass mich mit der Tür ins Haus fallen: Deine ganze Lebensgeschichte, deine Vergangenheit und auch deine Zukunft passiert in einem einzigen Augenblick: JETZT.

    Klingt im ersten Moment verrückt, ist es auch, wenn man es noch nie gehört hat. 

    Ich beschreibe in diesem Artikel, warum das so ist.

    Das Verständnis für einen anderen Blick auf deine Lebensgeschichte ist für dich nur dann relevant, wenn du unzufrieden bist mit deinem Leben. Wenn du etwas ändern möchtest und es schon oft versucht hast, aber immer wieder in alte Gewohnheiten zurückfällst – es ist, als wäre es unmöglich, sich zu ändern. Seine Lebensgeschichte umzuschreiben. Wir hängen an einem Gummiband, das uns immer wieder zurückzieht.

    Unsere Biografie ist identitätsstiftend und ruckelt uns immer wieder zurück in die Spur. Wir wollen manchmal ein anderes Leben, oder Teile unseres Lebens dürften anders sein, ohne dass wir gleich unsere Identität aufgeben wollen.

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    Wie das Hirn tickt​

    Wenn du dir bewusst wirst, dass deine Lebensgeschichte immer nur eine Erfindung deines Geistes ist, dann wächst deine Bereitschaft, Veränderung zuzulassen.

    Damit dir das gelingt, ist es hilfreich du wissen, wie dein Hirn grundsätzlich tickt.

    Eine weit verbreitete Vorstellung von der Arbeitsweise unseres Gehirns ist die, dass es uns wie ein Art Kommentator unser Leben aus dem Off erklärt. Doch welche Gestaltungsmöglichkeiten haben wir bei dieser Vorstellung? Wie sieht es mit Selbstwirksamkeit aus, die uns das Gefühl gibt, unser Leben eigenständig gestalten zu können?

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    Dass dein Verstand aber dieses Leben um dich herum selbst konstruiert, das erzählt es dir nicht. Er gibt sich unschuldig. Er ist nur Beifahrer. Unfall gehabt? Der Beifahrer hebt unschuldig die Hände.

    Und damit sind wir wieder da, wo wir angefangen haben: Deine ganze Lebensgeschichte, deine Zukunft und deine Vergangenheit, sind JETZT. Du bist Fahrer, aber fühlst dich als Beifahrer. Deine Lebensgeschichte sind die Gedanken, die dein Gehirn über dein Leben ausspuckt.

    Erdachte Zukunft​

    Dass die Zukunft von dir erdacht wird, ist leicht nachvollziehbar. Jeder weiß, dass keiner die Zukunft vorhersehen kann. Wir können zwar versuchen, sie ein bisschen in eine bestimmte Richtung zu schieben, die für uns positiv ist und zu unseren Gunsten verläuft. Aber wir sind nicht die einzigen. Es gibt viele Menschen, die alle zur gleichen Zeit das Gegenteil erreichen wollen und versuchen, die Zukunft nach ihren Vorstellungen zu pushen.

    Es wirken also viele Kräfte in viele verschiedene Richtungen. Das kann nicht gut gehen – zumindest nicht immer zu unseren Gunsten. Dem Leben, sprich der Zukunft ist es egal, welche Richtung sie nimmt.

    Wir haben die Zukunft nicht wirklich in unserer Hand. Alles, was wir von der Zukunft „wissen“, wissen wir in Form von Gedanken. Glaubenssätze schüren Gewissheit. Wünsche und Hoffnungen würzen die Zukunft. Aber Versprechen, die wir nicht halten können, erinnern uns immer wieder daran, dass Zukunft ein Eigenleben hat.

    Lerne Dich besser kennen!

    CheckUp-Interviews

    Authentisch leben
    Schattenarbeit

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    Bedeutungen machen deine Lebensgeschichte​

    Erich Kästner hat einmal gesagt, dass es nie zu spät ist für eine schöne Kindheit. Recht hat er. Aber wie kann er recht haben und wie kann ich behaupten, dass deine Lebensgeschichte immer im JETZT stattfindet?

    Meine These ist die, dass Vergangenheit, so wie wir sie erleben, zu 95 % aus Gedanken besteht und ein kleiner Rest sind Tatsachen. Ein verschwindend geringer Anteil. Deine Gedanken über dein Leben sind deine Lebensgeschichte. Ich will das an einem Beispiel plausibel machen.

    Eine Ohrfeige – Tatsache und Bedeutung​

    Mal angenommen, du hast als Kind von deinem Vater eine Backpfeife bekommen. Die tat weh, die Wange hat gebrannt – aber noch viel schlimmer als der physische Schmerz war die seelische Verletzung. Die Kränkung. Dass der Mensch, den du liebst, dich schlägt! Dich erniedrigt! Und demütigt!

    Was von dieser Situation bleibt übrig bis zum nächsten Tag? Die Schmerzen an der Wange dürften wohl abgeklungen sein. Trotzdem tat es noch weh, wenn du zurückdenkst. Wichtig: Denkst!

    Hättest du dich am Tag vorher vielleicht an einem Tisch gestoßen, dann bleibt ein blauer Fleck. Mehr nicht. Und vielleicht hättest du dich am nächsten Tag gar nicht mehr richtig erinnern können. Es war ein Versehen und es hatte für dich keine Bedeutung.

    Aber die Backpfeife: die vergisst du nicht so schnell! Da steckt viel zu viel Kränkung dahinter. Gefühle fluten dich: Wut! Traurigkeit! Und die Angst, es könnte wieder passieren. Vielleicht etablieren sich in diesem Moment Glaubenssätze wie „Ich kann nichts tun!“ – „Mit mir kann man es ja machen!“; Glaubenssätze, die deine Identität prägen.

    Diese Ohrfeige nimmst du mit als einen Teil deiner Lebensgeschichte. Eine emotionale aufgeladene Episode, die aus Gedanken, sprich Erinnerungen und „passenden“ Gefühlen besteht.

    Es nie zu spät ist für eine schöne Kindheit.

    Erich Kästner

    Dieser Teil deiner Lebensgeschichte wiederholt sich Tag um Tag als Erinnerung, sprich Gedanken. Gedankenschleifen festigen sie Situation als emotionalen Meilenstein deiner Biografie. Und du glaubst es immer mehr, dass es so und nicht anders war. Du „glaubst“ dir deine Gedanken. Heute. Jetzt. In dem Moment, in dem du dich erinnerst.

    Erinnerungen sind sich wiederholende Gedanken, die du in der Gegenwart hast. Es fühlt sich an, als würden wir mit den Gedanken in die Vergangenheit wandern, aber in Wahrheit bleiben wir in der Gegenwart mit unserer Erinnerung. Wenn du einmal diese Erfahrung machen möchtest, dann beobachte doch einmal deine Gedanken …

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    Dynamische Erinnerung

    Gedankenspiel: Nehmen wir einmal an, dein Vater erzählt die Geschichte, für die es keine Zeugen gab, anders als du. Nicht böswillig, sondern weil er es anders in Erinnerung hat. Er hat dir damals – so erzählt er es – keine Backpfeife gegeben, sondern dich am Ohr gezogen. Unsanft, ja, aber es war keine Backpfeife.

    Und weiter angenommen, du stirbst vor deinem Vater und nimmst deine Gedanken und deine Version von dieser Bestrafung mit ins Grab, während dein Vater die Geschichte weiter vom Ohrenziehen erzählt.

    Was ist dann noch deine Geschichte? Wo ist dann noch deine Vergangenheit?

    Erinnerung sind Gedanken, die sich im Laufe der Zeit verändern. Erinnerung ist dynamisch, was immer wieder zu zwischenmenschlichen Problemen führt. Unsere Glaubenssätze formen sie so, dass das Erinnerte zu uns passt und nicht unser Leben durcheinander bringt. Und doch spüren wir ihre Enge und wollen manche Glaubenssätze loslassen.

    Deine Lebensgeschichte ist ein ständiges Nachladen von Gedanken, die sich Erinnerung nennen, und Gefühlen, die die Situation mit „Körperlichkeit“ anreichern und die Erinnerung „wahr“ machen.

    Vergangenheit ist kein „Es war einmal!“, sondern ein äußerst lebendiger Vorgang in der Gegenwart. Begleitende Gefühle machen ihn lebendig und lassen weit zurückliegende Situationen gegenwärtig wirken: Als wäre es gestern passiert!

    Unsere Vergangenheit ist genauso erdacht wie unsere Zukunft.​

    Die Frage ist also immer auch: Was macht es mit mir eigentlich, wenn ich diesen oder jenen Gedanken habe? Welche Gefühle werden ausgelöst, welche Empfindungen? Welche weiteren Gedanken poppen auf?

    Wenn du weißt, dass deine Lebensgeschichte, die einzelnen Episoden und jede einzelne Situation ein Produkt deiner Gedanken ist, dann kannst du die Knackpunkte deiner Lebensgeschichte in Frage stellen: War es wirklich so, wie ich es mir denke? Wir hätte ich auch anders reagieren, anders denken können?

    Ein Beispiel aus meinem Leben​

    Gern erzähle ich von einer eigenen Erfahrung, wo ich einen Aspekt meiner Lebensgeschichte umgeschrieben habe. 

    Das Ereignis, dass ich viele Jahre mit mir herumtrug, ereignete sich in den 1980er Jahren, meiner Studentenzeit. Mein Vater war Dozent an der Uni Köln, und ich wollte ihn unbedingt einmal in einer Vorlesung erleben.

    Ich fuhr mit der Bahn zur Uni und während der Fahrt merkte ich, dass ich es nicht pünktlich schaffen würde. Das verursachte mir Stress, weil meinem Vater Pünktlichkeit sehr wichtig war und noch ist.

    Ich hoffte, mich in den Vorlesungssaal reinschleichen zu können. Ich öffnete also leise und vorsichtig zu Tür – und sah meinem Vater direkt in die Augen. Ich hatte den Dozenteneingang erwischt. Jetzt musste ich rein.

    Er kam auf mich zu, legte seinen Arm um meine Schultern, drehte mich der Zuhörerschaft zu und sagte den Studenten, die neugierig geworden waren: „Und dieser Störenfried ist mein Sohn!“

    Wenn eine Verspätung glücklich macht​

    Diesen „Störenfried“ habe ich ihm jahrelang – nein, jahrzehntelang – nachgetragen und übel genommen. Es brannte sich regelrecht in mein Hirn ein. Und erst, als ich diese Situation mit The Work of Byron Katie hinterfragte, ob sie wirklich so geschehen ist, wie ich es bis dahin glaubte, konnte ich sehe, was ich all die Jahre nicht hatte sehen wollen und können: Mein Vater hatte seinen Arm um mich gelegt! Er hatte der Studentenschaft mich als seinen Sohn vorgestellt. Wir gehörten zusammen. Ich war sein Sohn. Und das hat er allen gezeigt. 

    Und ich hatte unbewusst von ihm erwartet, dass er über seinen Schatten springt und meine Unpünktlichkeit großzügig übersieht. Was für eine Anmaßung von mir!

    Als ich das begriff, veränderte sich meine Lebensgeschichte ein ganz kleines Stückchen zu mehr Freiheit und Freude. Und auch meine Verspätung, die ich jahrelang als Fauxpas gesehen hatte, konnte ich plötzlich als glücklichen Umstand erkennen. Wäre ich damals pünktlich gewesen und hätte ich wie die anderen Studenten irgendwo in einer der vielen Sitzreihen Platz genommen, hätte er mich sicherlich nicht vor allen Zuhörern in den Arm genommen. 

    Heute bin ich froh, dass ich mich damals verspätet habe. Und dass er mich als Störenfried bezeichnet hat? Ist das wirklich schlimmer als das, was ich damals – mit langen wallenden Haaren, Lederjacke und zerschlissenen Jeans – über ihn gedacht habe: „Was für ein Spießer!“

    Wenn ich an diese Geschichte zurückdenke, muss ich immer wieder schmunzeln. Wieviel Stress wir uns machen mit unseren Gedanken, die nur einen Aspekt aus einer Situation herausgreifen; ein Aspekt, der unser Urteil, das wir schon längst haben, nur bestätigt. Und andere Aspekte, die uns glücklich machen könnten, einfach ignorieren.

    Die Lebensgeschichte umschreiben​

    Viele Menschen haben das Bedürfnis, ihre Lebensgeschichte zu schreiben. Sie haben viel erlebt, Wichtiges erlebt, und sie wollen es der Nachwelt erhalten. Wird die eigene Lebensgeschichte wahrer, wenn wir sie verschriftlichen?

    Ist es nicht viel aufregender, unser Leben neu zu schreiben. Jeden Tag neu zu denken. Ich für meinen Teil hatte den größten Teil meines Lebens die Vorstellung, dass sich kein Mensch für mich interessiert. So habe ich mich zurückgezogen und vieles mit mir selbst ausgemacht.

    Diesen Glaubenssatz: „Kein Mensch interessiert sich für mich“ habe ich mit The Work of Byron Katie überprüft und hinterfragt, ob das tatsächlich wahr ist. Und ich musste feststellen, dass ich das Interesse anderer Menschen an mir nicht sehen wollte. Ich hab’s schlichtweg ignoriert. Doch als ich anfing, dieses Interesse an meiner Person nicht mehr zu übersehen, hat sich meine Lebensgeschichte verändert.

    Wenn ich heute meine Biografie schreiben müsste, würde ich sie anders schreiben als noch vor Jahren. Ich bin nicht mehr der, für den sich keiner interessiert hat, sondern einer, der es nicht wahrhaben wollte, dass es doch Menschen gibt, die sich für ihn interessieren.

    Wann ist der richtige Zeitpunkt, seine Lebensgeschichte zu Papier zu tragen? Jede Geschichte ist immer nur eine Momentaufnahme, und gleichzeitig festigt sie das, was wir schon immer für wahr hielten.

    So hat sich meine Lebensgeschichte im Laufe der letzten Jahre immer wieder verändert. Es kommt drauf an, was und wie ich mich sehen will. Jetzt.

    Deine Lebensgeschichte ist ein flexibles Gut. Du kannst sie jeden Tag neu schreiben und mit ihr spielen. Du kannst dich jeden Tag neu entdecken, wenn du nicht der Meinung bist, dass du ein Sklave der Umstände bist, sondern sie selbst erfindest. Nämlich dann, wenn du die wenigen Tatsachen in deinem Leben mit Bedeutung aufheizt – im Guten wie im Schlechten.

    Worin liegt der Wert einer festgeschriebenen Lebensgeschichte?

  • Die richtige Entscheidung treffen

    Die richtige Entscheidung treffen

    Bauchgefühl oder Kopfentscheidung? Den richtigen Weg für sich finden.

    Manchmal hängen wir mit unseren Problemen in der Luft und suchen händeringend eine Entscheidung, die uns das Problem vom Hals schafft. Wir hadern: sollen wir uns für oder sollen wir uns gegen etwas Bestimmtes entscheiden.

    Viele Menschen haben eine Riesenangst, die falsche Entscheidung zu treffen; und so zieht sich die Entscheidungsfindung ewig hin. Dem Verstand fallen immer mehr positive wie negative Argumente ein.

    Es ist aber wichtig zu wissen, dass der Verstand immer nur aus der jetzigen Situation heraus mit all den jetzigen Umständen eine Entscheidung treffen kann.

    Mit jeder Entscheidung ändern sich auch die Umstände. Das, was vor wenigen Momenten noch eine Option zu handeln war, wird durch die Entscheidung „aus der Welt“ geschafft. Auch durch jede richtige Entscheidung werden ganz neue Fakten geschaffen – und der Verstand sieht sofort wieder Argumente, was gut und was schlecht ist an der neuen Situation. Der Verstand ist wie frisches Holz, das arbeitet.

    Entscheidungen bringen keine Lösungen, sondern schaffen neue Umstände, die sofort wieder überdacht werden. Ein schönes Beispiel sind On-Off-Beziehungen. Entscheiden sich die Partner füreinander, fällt der Fokus auf die „Unfreiheit“ und die unvermeidlichen Auseinandersetzungen mit dem Partner. Trennt man sich, wird der Blick frei auf das Bedürfnis nach vielleicht emotionaler Nähe.

    Jede Entscheidung schafft nur neue Umstände.

    Letzten Endes sind es ja nicht die Entscheidungen, die problematisch sind, denn sie sind ja nur die inneren Auslöser für Handlungen und Taten, die etwas ins Rollen bringen. Aber kaum, dass die richtige Entscheidung etwas ins Rollen gebracht hat, beginnen die Störfeuer des Lebens. Es entwickelt sich anders, als wir es uns ausgemalt haben. Wir müssen gegensteuern, korrigieren und eine neue richtige Entscheidung treffen. Es hört nie auf.

    Auch Freiheits-liebende Menschen haben Angst vor falschen Entscheidungen. Das ist ihre Unfreiheit.​

    Was tun? Im besten Fall nicht immer die richtige Entscheidung suchen, sondern sich vom Leben führen lassen. Nicht morgen eine Entscheidung treffen wollen, die sowieso auf Übermorgen oder nächste Woche verschoben wird, sondern uns damit abfinden, dass das Leben kein bisschen planungssicher ist.

    Die vermeintlich richtige Entscheidung und ihre allzu konsequente Umsetzung schließt viel aus unserem Leben aus, was sich nicht ausschließen lässt. Deshalb wollen wir nach einer Entscheidung eine neue Entscheidung treffen, die das Ausgeschlossene einschließt.

    Dinge aus unserem Leben auszuschließen kostet immens viel Kraft. Dinge mit offenen Armen mitzunehmen dagegen gibt uns Kraft.

    Zukunft lässt sich nicht vorwegnehmen​

    Die Vorstellung, dass es eine falsche oder richtige Entscheidung geben könnte, funktioniert nur bei der Vorstellung von einem bestimmten Ziel in der Zukunft. Die Umsetzung eines Wunsches.

    Dabei bekommen wir einen Tunnelblick. Am Ende des Tunnels sehen wir unser Ziel als Lichtpunkt und glauben, dass wenn wir diesen erreicht haben, haben wir „alles“ erreicht.

    Wir planen und verplanen unser Leben. Alles, was zwischen A und B liegt, ist völlig uninteressant. Wir sind wie Pferde mit Scheuklappen. Der Blick ist frei – aber nur nach vorn.

    Woher weiß du heute schon, was du morgen willst? Du tust so, als wüstest du mit den Erfahrungen von heute was du in Zukunft willst.

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    Vielleicht lebst du heute in einer Phase, in der dein Statusbedürfnis gefüttert werden muss. Schicke Klamotten, schickes Haus, schickes Auto. Dein Ziel heute ist es, Reichtum zu schaffen.

    Aber in 20 oder 30 Jahren, nach einer ersten Herzattacke, beginnenden Arthroseschmerzen und inoperabler Inkontinenz hast du ganz andere Wünsche. Du kannst nicht mit der Erfahrung von heute die Erfahrungen der nächsten Jahre vorwegnehmen.

    Jede Entscheidung ist die richtige Entscheidung​

    Was also können wir tun? Der erste Schritt zu einem entspannteren Leben ohne die Angst, die falsche Entscheidung getroffen zu haben, ist es, sich die Vorgänge in der Natur anzuschauen, wo der Mensch nicht eingreift.

    Dort, wo der Mensch in die natürlichen Abläufe eingreift, macht die Natur in den Augen der Menschen nicht viel richtig. Es wächst zu viel Unkraut, die Flüsse verlaufen falsch. Im Wald leben zu viel Rotwild, und zu viele Wölfe. Wir müssen regulieren.

    Aber dort, wo wir die Natur in Ruhe lassen, macht sie alles richtig. Nichts ist falsch.

    Das Leben passiert, wie es passieren muss. Es gibt nichts, was anders passieren könnte oder müsste – es sein denn, wir stülpen wieder nur unser Urteil über das Geschehen.

    Diese Einstellung, dass jede Entscheidung, die du triffst, die richtige ist, ist für die meisten Menschen absurd. Seit Jahren arbeiten sie daran, ihr Leben durch die richtigen Entscheidungen zu gestalten. Und das ist mit viel Hirnschmalz verbunden, um die richtigen Pros und Contras zu finden. Aber es ist stets auch mit der Angst verbunden, die falschen Entscheidungen getroffen zu haben.

    Sie sind der festen Überzeugung, dass man nur weiterkommt, wenn man stets die richtige Entscheidung trifft; befeuert von dem Glaubenssatz: „Ich darf nichts falsch machen!“

    Klare Entscheidungen helfen uns, einen klaren Blick auf die Dinge zu haben.

    Richtige Entscheidungen helfen uns, einen klaren Blick auf die Dinge zu werfen, die uns umgeben.

    Je mehr wir uns von der richtigen Entscheidung abhängig machen, desto öfter machen wir die Erfahrung: Erstens kommt es anders, und zweitens als man denkt.

    Genauso gut könnte sich jeder das Lebensmotte der Kölner zu eigen machen: „Et kütt wie et kütt – Es kommt wie es kommt.“

    DIE ANGST VOR DER FALSCHEN ENTSCHEIDUNG​

    Die Einstellung, dass jede Entscheidung die richtige Entscheidung ist, führt zu einem Leben ohne die Angst, alles falsch gemacht zu haben. Menschen mit einem Hang zum Perfektionismus haben selbstredend genau diese Angst. Im Kleinen wie im Großen.

    Irgendwann einmal hat jeder Mensch die Entscheidung getroffen, keine falschen Entscheidung mehr zu treffen. Das ist der Beginn einer ständigen Angst. Und wenn er nicht ständig „falsche“ Entscheidungen getroffen hat, so scheint dieser Weg des langen Abwägens der richtige zu sein. An die Angst vor der falschen Entscheidung hat man sich gewöhnt.

    Freiheitsliebende Menschen haben übrigens dieselbe Angst vor der falschen
    Entscheidung wie Menschen, die viel Sicherheit brauchen. Diese Angst verbindet diese gegensätzlichen Bedürfnisse.

    Genauso wie du irgendwann einmal in deiner langen Geschichte die Entscheidung getroffen hast, nur noch richtige Entscheidungen zu treffen, so kannst du heute die Entscheidung treffen, dass in Zukunft all deine Entscheidungen die richtigen Entscheidungen sind.

    Wer kennt schon die Zukunft?​

    Wir haben die Möglichkeit, all das, was in unserem Leben passiert, zu bewerten, ob es für das Erreichen unseres Ziels dienlich ist, das wir in ein paar Monaten oder Jahren erreicht haben wollen. Dabei verlieren wir den Blick für die Schätze, die das Leben uns liefert.

    Durch unser Ziel-orientiertes Denken glauben wir zu wissen, was gut und was schlecht für uns ist. Dass wir aber nicht wissen können, was uns die Zukunft bringt, zeigt folgend ZEN-Geschichte von dem Bauern, dem eines Tages sein Perd davon lief.

    Eine alte chinesische Geschichte erzählt von einem Bauern in einem armen Dorf. Er besaß ein Pferd, mit dem er die Felder pflügte und Lasten beförderte.

    Eines Tages lief ihm sein Pferd davon. Seine Nachbarn riefen, wie schrecklich das sei, aber der Bauer meinte nur: „Ist es gut? Ist es schlecht? Ich weiß es nicht!“

    Ein paar Tage später kehrte das Pferd zurück und brachte zwei Wildpferde mit. Die Nachbarn freuten sich darüber, aber der Bauer antwortete:„Ist es gut? Ist es schlecht? Ich weiß es nicht!“

    Am nächsten Tag versuchte der Sohn des Bauern, eines der Wildpferde zu reiten. Das Pferd warf ihn ab und er brach sich beide Beine. Die Nachbarn zeigten ihr Mitgefühl für dieses Missgeschick, aber vom Bauer hörten sie wieder nur: „Ist es gut? Ist es schlecht? Ich weiß es nicht!“

    In der nächsten Woche kamen Rekrutierungsoffiziere ins Dorf, um die jungen Männer zur Armee zu holen. Ein Krieg mit dem Nachbarkönigsreich bahnte sich an. Den Sohn des Bauern wollten sie nicht, weil seine Beine gebrochen waren. Als die Nachbarn ihm sagten, was für ein Glück er und sein Sohn habe, antwortete der Bauer: „Ist es gut? Ist es schlecht? Ich weiß es nicht!“

  • Vom Geben und Nehmen

    Vom Geben und Nehmen

    Eine Weisheit mit viel Konfliktpotential

    Die Redewendung „Das Leben ist ein Geben und Nehmen“ soll es schon seit Beginn der Menschheit geben und das ein Grundprinzip menschlicher Gemeinschaften ausdrücken. Das hört sich plausibel an und die meisten Menschen werden dem so beipflichten können. Sie kennen es aus ihrem Alltag. Es ist ein Geben und Nehmen – und manchmal ist das Verhältnis zueinander ungleich.

    Die Redewendung „Das Leben ist ein Geben und Nehmen“ soll es schon seit Beginn der Menschheit geben und das ein Grundprinzip menschlicher Gemeinschaften ausdrücken. Das hört sich plausibel an und die meisten Menschen werden beipflichten. Sie kennen es aus ihrem Alltag. Es ist ein Geben und Nehmen – und manchmal ist das Verhältnis zueinander ungleich.

    Es gibt Menschen, die geben mehr, und es gibt Menschen, die nehmen mehr als sie geben. Das finde ich nicht weiter tragisch, denn das Leben ist immer unausgewogen. Wenn zwei Menschen zusammenkommen, will ein Mensch mehr, der andere weniger. Der eine will länger zusammen am Tisch sitzen, der andere kürzer. Der eine will mehr Sex, der andere weniger. Der eine will länger verreisen, der andere kürzer. So gesehen gibt es keine Gleichheit.

    „Geben und Nehmen“ klingt wie „Zahn um Zahn“

    Obwohl es kaum eine Lebenssituation gibt, in der zwei Menschen genau das gleiche im selben Tempo wollen, in derselben Häufigkeit, in derselben Menge wollen, streiten wir uns um diese Nuancen und machen aus einer Mücke einen Elefanten.

    Buchführung über das Geben und Nehmen​

    Wenn ich die Redewendung „Das Leben ist ein Geben und Nehmen“ höre, denke ich auch an „Wie du mir, so ich dir.“ Das klingt weniger weise, sondern hört sich nach Drohung an. Aber das Prinzip dahinter ist dasselbe: es geht um Gegenseitigkeit. Es ist die diplomatische Variante von „Zahn um Zahn“.

    Der gemeinsame Nenner, warum ich „Geben und Nehmen“ und „Wie du mir, so ich dir“ zusammenbringe, ist vielleicht die gefühlte Unfreiheit dahinter. „Geben und „Nehmen“ klingt im ersten Moment charmant und positiv im Sinne einer guten Gemeinschaft, aber eigentlich steckt immens viel Druck dahinter.

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    Sobald wir etwas geben, erwarten wir, dass über kurz oder lang auch etwas zurückkommt. Wir führen unbewusst ein Haushaltsheftchen mit zwei Spalten: eine Spalte für unsere guten Taten, und eine für die guten Taten der anderen – an und für uns. Freundschaftsdienste eben.

    So manch ein Freundschaftsdienst kann sich wie eine Last anfühlen, die man umgehend loswerden will: durch zeitnahes Zurückschenken von etwas Gleichwertigem.

    Glaubenssätze, die ein Geben und Nehmen verhindern.​

    Geduldigere und spirituelle Naturen unter uns haben beim Gegenrechnen einen langen Atem, denn sie wissen, dass das Universum sie nicht vergisst und ihre gute Tat irgendwann belohnt wird. Solche Menschen rechnen halt in langen Zeiträumen mit. Nach außen fühlt es sich großzügig an, trotzdem ist es ein buchhalterisches Gegenrechnen im Sinne von „Geben und Nehmen“.

    Wie wir ja alle wissen, ist bei vielen Menschen das Verhältnis im Geben und Nehmen nicht immer im Gleichgewicht. Das ist sicherlich abhängig davon, mit welchen Glaubenssätzen wir in der Welt stehen. Ein Menschen mit einem gesunden Selbstwertgefühl hat sicherlich die besten Voraussetzungen, um das Geben und Nehmen einigermaßen ausgewogen zu leben.

    Menschen mit einem Glaubenssatz wie „Das Leben ist nicht fair“ oder „Kein Mensch interessiert sich für mich“ oder „Mich mag sowie keiner“ tun sich wohl eher schwer zu geben. Denn wer will schon, denken sie, von einer ungeliebten Person etwas nehmen?

    Und sie können auch nicht wirklich etwas annehmen, weil sie sich nicht vorstellen können, dass die Freundschaftsdienste an sie von Herzen kommen könnten. An sie, die keiner mag.

    Im Grunde genommen sind die Menschen mit so einem selbstzerstörerischen Mindset raus aus der Nummer „Geben und Nehmen“. Kein Geben, weil ihr „Zeug“ sowie keiner mögen würde. Kein Nehmen, weil sie nichts verdient haben.

    Falsche Erziehung​

    Und sonst? Was ist mit den Menschen, die eine einigermaßen gesunde Einstellung zum Leben haben? Ich glaube, dass es in unserer Gesellschaft verdammt schwierig ist, etwas unbekümmert anzunehmen, ohne gleich zu überlegen, wie kann ich mich revanchieren.

    Einen Menschen mit einer guten Kinderstube erkennen wir daran, dass er niemals ‚Ich‘ an den Satzanfang stellt. Und so, wie wir es formulieren und uns bescheiden an die zweite Stelle setzen, so sollen wir auch denken. Immer kommen die anderen zuerst. Natürlich ist die „richtige“ Satzstellung des Ich eine Kleinigkeit, aber symbolisch dafür, wie unsere Erzieher daran arbeiten, uns unseren sogenannten Egoismus auszutreiben.

    Und sonst? Was ist mit den Menschen, die eine einigermaßen gesunde Einstellung zum Leben haben? Ich glaube, dass es in unserer Gesellschaft verdammt schwierig ist, etwas unbekümmert anzunehmen, ohne gleich zu überlegen, wie kann ich mich revanchieren.

    Einen Menschen mit einer guten Kinderstube erkennen wir daran, dass er niemals ‚Ich‘ an den Satzanfang stellt. Und so, wie wir es formulieren und uns bescheiden an die zweite Stelle setzen, so sollen wir auch denken. Immer kommen die anderen zuerst. Natürlich ist die „richtige“ Satzstellung des Ich eine Kleinigkeit, aber symbolisch dafür, wie unsere Erzieher daran arbeiten, uns unseren sogenannten Egoismus auszutreiben.

    Später, wenn wir uns in der Welt der Erwachsenen zurechtfinden müssen, geht es genau so weiter: Zuerst die anderen. Die Ehemänner gehen altruistisch für die Familie arbeiten („Ich mach das nur für uns!“), die Mütter opfern sich für die Kinder auf und bringen ihnen bei, wie man sich nicht egoistisch verhält. Immerhin leben sie es vor – pädagogisch betrachtet vorbildlich.

    Menschen, die beispielsweise wegen Burnout zum ersten Mal in eine Therapie gehen oder zum ersten Mal mit Selbsterfahrung konfrontiert werden, müssen schmerzlich erfahren, dass das An-sich-selbst-denken kein Egoismus ist.

    Die Angst, von den Mitmenschen als Egoist betrachtet zu werden, ist so in unser Hirn eingebrannt, dass es lange dauert, da wieder rauszukommen und ein gesundes Selbstvertrauen zu entwickeln.

    Was ist daran das Schlimmste …​

    Wenn man einmal die Übung macht: Was ist das Schlimmste daran …“, dann stoßen wir immer wieder auf den Grund dessen vor, wo es wirklich mangelt: am Selbstwertgefühl. Für diejenigen, die diese Übung nicht kennen, zeige ich hier einen typischen Verlauf:

    Eine Frau hat das Problem, alles perfekt machen zu müssen. Sie leidet an dieser Forderungen, kann es aber nicht abstellen. Der Coach fragt sie, was ist das Schlimmste daran, wenn sie es nicht perfekt machen könnte.

    Sie: „Es wäre einfach nur schrecklich!“

    Er: „Was wäre daran das Schlimmste …?“

    Sie: „Die Menschen würden schlecht über mich reden!“

    Er: „Was wäre daran das Schlimmste …?“

    Sie: „Die Menschen würden nicht sehen, wie ich wirklich bin!“

    Er: „Was wäre daran das Schlimmste …?“

    Sie: „Keiner würde mich lieben.“

    Er: „Was wäre daran das Schlimmste …?“

    Sie: „Ich würde nicht mehr dazugehören.“

    Er: „Was wäre daran das Schlimmste …?“

    Sie: „Ich würde verkümmern. Keine Liebe. Einsamkeit.“

    In den meisten Fällen, in denen die Menschen diese Fragenkaskade beantworten, läuft es am Ende darauf hinaus, dass sie – egal was sie tun – es tun, um die Einsamkeit und die fehlende Wertschätzung nicht nicht zu spüren. Die Achtung und Wertschätzung für ihr wahres Wesen. Für das innere Kind.

    Bedingungsloses Geben​

    Und wir, die wir gelernt haben, unseren gesunden Egoismus zu verbergen (er lässt sich ja nicht wegerziehen), können im Grunde genommen gar nicht so viel geben wie es im Sinne des Geben und Nehmen sein sollte.

    Wir leben alle in einem Defizit von Wertschätzung und haben ein fehlendes Selbstwertgefühl. Doch ohne ein gesundes Selbstwertgefühl und einem nach Wertschätzung und Achtung und Respekt dürstendem Selbst kann man nicht von Herzen geben.

    Von Herzen geben bedeutet keine Gegenleistung zu erwarten. Und da stellt sich die Frage, wie das möglich sein soll. Wie kann ein leeres Herz bedingungslos lieben? Ist es da nicht zuerst einmal wichtig, sich selbst mit Wertschätzung und Respekt bedingungslos zu überhäufen?

    In spirituellen Kreisen versuchen viele Menschen einen Weg zu bedingungsloser Liebe zu finden. Das ist ja einem bedingungslosem Geben sehr nah.

    Was ist daran das Schlimmste …​

    Und wir, die wir gelernt haben, unseren gesunden Egoismus zu verbergen (er lässt sich ja nicht wegerziehen), können im Grunde genommen gar nicht so viel geben wie es im Sinne des Geben und Nehmen sein sollte.

    Wir leben alle in einem Defizit von Wertschätzung und haben ein fehlendes Selbstwertgefühl. Doch ohne ein gesundes Selbstwertgefühl und einem nach Wertschätzung und Achtung und Respekt dürstendem Selbst kann man nicht von Herzen geben.

    Von Herzen geben bedeutet keine Gegenleistung zu erwarten. Und da stellt sich die Frage, wie das möglich sein soll. Wie kann ein leeres Herz bedingungslos lieben? Ist es da nicht zuerst einmal wichtig, sich selbst mit Wertschätzung und Respekt bedingungslos zu überhäufen?

    In spirituellen Kreisen versuchen viele Menschen einen Weg zu bedingungsloser Liebe zu finden. Das ist ja einem bedingungslosem Geben sehr nah.

    Ein feines Sprungbrett zur bedingungslosen Liebe ist das „bedingungslose Geben“. Wer danach lebt, beschenkt andere und sich selbst.

    Wer bedingungslos gibt, verschenkt sich. Er gibt, was er hat. Er gibt ohne Vorsicht, gibt ohne zu zögern, weil er nicht spekuliert, etwas zurückzubekommen. Hat er gegeben, lässt er los. Kein Gedanke hängt mehr am Beschenkten: wann werde ich etwas zurückbekommen?

    Wer auf das bekannte „Geben und Nehmen“ pocht, wartet. Wer bedingungslos gibt, macht sich bereit fürs nächste Verschenken.

    Undankbarkeit​

    Ich finde, dass die Redewendung vom Geben und Nehmen belastet wird durch unsere Bewertungen. Geben ist „seliger als nehmen“ und Nehmen ist sowie nur für Egoisten. Diese angebliche Gegenseitigkeit kann ich nicht fühlen.

    Wer schenkt, ohne eine Gegenleistung zu erwarten, kennt keine undankbaren Menschen.​

    Wer gibt, ohne auf Gegenseitigkeit zu bestehen, entledigt sich quasi all der undankbaren Menschen. Dieses „Entledigen“ findet nur im Geiste statt. Denn tatsächlich entledigt man sich seiner quälenden Gedanken, dass die anderen Menschen undankbare Menschen sind. Wenn es uns gelingt, tatsächlich alle Gedanken rund um das Nehmen und Geben abzulegen und uns selbst frei zu verschenken, dann bleiben wir als Individuuen zurück, die nicht mehr hinter dem Rücken des anderen lästern: „Der ist so unglaublich undankbar!“

  • Verlustangst überwinden

    Verlustangst überwinden

    Wie wir unsere Verlustängste besiegen und ein freies Leben führen können

    Jeder von uns hat schon einmal die Angst gehabt, eine geliebte Person zu verlieren. Entweder einen Elternteil oder einen Partner.

    Im Grunde genommen ist diese Angst nicht weiter schlimm, wenn sich die Situation rasch wieder auflöst. Das verkraften wir. Schließlich gehört Verlustangst zu unserer biologischen Grundausstattung als Sozialwesen.

    Eltern, die ihren Kindern drohen, sie in ein Heim abzuschieben, ahnen nicht, was sie ihren Kindern antun. Sie „erziehen“ mit Angst, die die Kinder in die Spur bringen soll.

    Leider ist das Produzieren von Angst – Trennungsangst – immer noch eine weit verbreitetes Erziehungsmethode. Problematisch wird diese Angst erst, wenn sie ständig ausgelöst und wir uns nicht mehr von der Angst erholen können.

    Wenn Du glaubst, dass Dein Kind unter Verlustangst leidet, ist es wichtig, sich professionelle Hilfe zu suchen. Mehr Informationen findest Du in dem Artikel von StarkeKids „Verlustängste bei Kindern“.

    Sie verfestigt sich in uns zu einem angsterfüllten Hintergrundrauschen, das uns durch das Leben begleitet. Siehe dazu auch den Artikel „Verlustangst“ auf der Homepage von „Arztphobie.com – ein ehrenamtliches Projekt, das während der Corona Pandemie ins Leben gerufen wurde.

    VERLUST- UND TRENNUNGSANGST​

    Diese Angst dient als Frühwarnsystem vor dem Verlust einer Bezugsperson und signalisiert uns die große Bedeutung der Beziehung. In der Kindheit zu den Eltern, später zu dem Mensch, den wir lieben.

    Menschen mit einer „anerzogenen“ Verlustangst entwickeln in ihren Beziehungen oft eine krankhafte Eifersucht. Sie befürchten die Trennung von einer ihr wichtigen Person.

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    So sehr eine Trennung befürchtet wird, so sehr wird auch die Nähe gefürchtet. Menschen mit Verlustangst fällt es schwer, wirklich eine intime Beziehung aufzubauen. Denn je enger und näher sie mit der geliebten Person zusammenkommen, desto größer wird die existenziellen Ängste vor einer Trennung.

    „Vorsorglich“ halten sie ihren Partner auf Abstand. Verlustangst wird oft von Bindungsangst begleitet.

    WAS IST VERLUSTANGST?​

    Verlustangst ist ein Gefühl, das sich bei manchen Menschen entwickelt, sobald eine wichtige Bezugsperson abwesend ist. Oder die hypothetische Gefahr besteht, diese Bezugsperson zu verlieren.

    Dahinter steckt unser Bedürfnis nach Sicherheit, Schutz und körperlicher Unversehrtheit, nach sozialem Kontakt und Kommunikation mit anderen uns wichtigen Menschen.

    Die Nähe zur Bezugsperson hat existenzielle Bedeutung. Die auftretende Verlustangst und das Zeigen von Eifersucht sind Zeichen eines „Überlebenskampfes“, der sich wild und ungestüm äußert.

    Für den Partner, der nichts von der Verlustangst weiß, ist krankhafte Eifersucht ein bösartiges Um-Sich-Beißen.

    SYMPTOME​

    Verlustängste in Beziehungen äußern sich unterschiedlich. Manchmal ist es ein diffuses Gefühl und die Betroffenen fühlen sich trotz Beziehung einsam.

    Zeichen von Verlustangst sind u.a. Misstrauen und ein übermäßiger Kontrollzwang. Durch ein übertriebenes „Klammern“ am Partner befreit der sich irgendwann rabiat.

    Der befürchtete Verlust des geliebten Menschen tritt im Sinne einer selbsterfüllenden Prophezeiung tatsächlich ein und bestätigt im Nachhinein die Verlustangst.

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    Mangelhaftes Selbstwertgefühl​

    Viele Menschen, die grob und herzlos erzogen worden sind, haben oft nicht nur Verlustangst, sondern glauben auch, nicht liebenswert zu sein. Eine ihrer verinnerlichten Überzeugungen über sich selbst lautet. „Ich bin nicht gut genug!“ oder „Ich genüge ihm nicht“.

    Deshalb – glauben sie – wird ihr Partner sie früher oder später verlassen. Sie müssen als allererstes ihr Selbstwertgefühl stärken.

    Sicherheit einfordern

    Das, was wir uns nicht selbst an Lebensqualität geben können, soll der Partner für uns übernehmen. Er soll Sicherheit und Selbstbewusstsein ausstrahlen und Geborgenheit geben. Aber manchmal haben wir gleichzeitig Angst vor emotionaler Nähe.

    Er soll zuverlässig in jeder Hinsicht sein. Kein Chaot, der heute so und morgen so handelt und sich ständig von neuen Ideen hinreißen lässt. Er soll berechenbar sein. Lieber eine halbe Stunde früher zu einer Verabredung kommen als eine Minute zu spät.

    Viele kleine Erwartungen engen jeden Partner ein.

    Der Partner soll Tag für Tag seine Liebe beweisen und täglich „ewige“ Treue schwören. Auf manches ängstliche Nachfragen, ob der Partner einen wirklich liebe, lautet manchmal die Antwort: „Das habe ich dir schon vor 10 Jahren gesagt.“ Aber das ist keine wirkliche Entlastung.

    Diese massiven Erwartungen an den Partner engen diesen ein, treiben ihn im schlimmsten Fall in die Flucht und führen zu permanenten Enttäuschungen. Wissen über Verlustangst ist hilfreich, aber keine Garantie, dass die Beziehung hält.

    Hinter manch einer unkontrollierten Eifersuchtsszene steckt das Bedürfnis nach Sicherheit, das sich in den wenigsten Fällen voll und ganz befriedigen lässt. Das Bedürfnis nach Sicherheit ist wie ein Fass ohne Boden. Er signalisiert dem Partner immerzu: Das ist mir zu wenig! Ich brauche mehr!

    Sich klein machen​

    Aus der Verlustangst heraus soll der andere „mit aller Gewalt“ von der Bedeutung der Beziehung überzeugt werden. Die Betroffenen überhäufen ihre Partner mit Liebesbeweisen. Geschenke, kleine und große Gefallen, unerwünschte Hilfe und Aktionen gehören dazu.

    Ein gewisses Sich-Klein-Machen ist Teil des Verhaltens-Repertoires: Es dem anderen um jeden Preis recht machen, um den Hausfrieden zu erhalten. Beim Streit schnell nachgeben, um den Partner nur nicht in die Flucht zu treiben.

    Eine andere Ursache für mangelhaftes Selbstbewusstsein ist das ständige Vergleichen mit anderen Personen, die wir sehr schätzen. Aber auch mit Fremden. Leider vergleichen wir uns hauptsächlich mit Menschen, die etwas besser können oder etwas Bestimmtes mehr haben oder besser aussehen. Durch den Vergleich machen wir uns oft zu armseligen Würstchen.

    Menschen, die sich klein machen, verurteilen sich für ihre „Duckmäuserei“ . Es bestätigt, was sie eh wussten: „Ich bin nicht liebenswert!“ Ein Teufelskreis.

    Kontakte verhindern​

    Die unbeherrschbare Angst, den Partner an einen anderen Menschen zu verlieren, bläht eine massive Eifersucht auf. Bis hin zu den Auswüchsen beim Othello-Syndrom. Mit allen Mitteln wird versucht, Kontakte zwischen dem Partner und anderen Personen zu unterbinden. Es wird nicht mehr unterschieden, ob es sich um potentielle Partner handelt oder nicht.

    Kontakte lassen sich nicht vermeiden, und so macht der Eifersüchtige seinem Partner schnell die Hölle heiß mit Vorwürfen hypothetischer Untreue. Oder dem Vorwurf, ihn bald verlassen zu wollen.

    Diese drei Verhaltensmuster sorgen dafür, dass die Verlustangst zur selbsterfüllenden Prophezeiung wird: Der Eifersüchtige tut alles, um seine Verlustangst zu kompensieren und sie nicht mehr zu spüren. Aber er erreicht das Gegenteil. Der Partner fühlt sich zunehmend eingeengt und geht spürbar auf Distanz. Die Verlustangst wächst.

    Aber gerade so lässt sich die vermisste Verbundenheit mit dem Partner nicht herstellen.

    TIPPS GEGEN VERLUSTANGST​

    Um deine Verlustängste zu überwinden, musst du dich selbst besser
    kennenlernen. Wann und wie äußern sich deine Verlustängste? Was könnten bei dir die Ursachen sein?

    Wann in deiner Geschichte hattest du zum ersten Mal Verlustangst?

    Wirf einen Blick auf deine Gefühle, dein Verhalten und deine Vergangenheit. Im besten Fall hältst du deine Beobachtungen in einem Tagebuch fest. Durch die Verschriftlichung entdeckst du Dinge an dir, die du vorher nicht gesehen hast. Durch den Schreibprozess werden Erinnerungen wachgerufen, die beim bloßen Nachdenken nicht auftauchen.

    Wenn du weißt, wann sich in aktuellen Situationen deine Verlustängste zeigen und woher sie kommen, wirst du sie leichter bearbeiten und strategisch überwinden können.

    Blick in die Vergangenheit​

    Vielen Menschen, die an die Zukunft denken, haben Angst vor ihr. Obwohl niemand genau weiß, was passieren wird, ist der Blick in die Zukunft bei vielen Menschen mit großer Angst verbunden.

    Der Blick zurück in die Vergangenheit ist eher mit Bestätigung verbunden. So war es. Es ist auch der Blick auf viele Enttäuschungen. Man hat einiges richtig gemacht, manches bereut man. Aber das, was war, hat zumindest stattgefunden. Das, was war, macht uns keine Angst.

    Als Mensch mit Verlustangst schaust du in die Zukunft. Dabei malst du dir aus, wie dein Partner dich verlässt. Du kannst es zwar nicht wissen, aber du reagierst, als würdest du es zu 100 Prozent wissen.

    Wenn dein Partner dich morgen nicht verlässt, dann ist das für dich eher Zufall. Dann wird er dich übermorgen verlassen. Wenn er dich übermorgen nicht verlässt, dann eben überübermorgen.

    Als Menschen mit Trennungsängsten lebst du gedanklich in der Zukunft, und die macht dir in ihrer Unzuverlässigkeit Angst.

    Wer seine Verlustangst überwinden will, der sollte seinen Blick verstärkt auf die Vergangenheit richten. Auf die Tatsachen. Überlege dir: Wie oft hat dich dein Partner tatsächlich schon verlassen?

    Und wie oft ist das entgegen deiner negativen Erwartungen doch nicht passiert?

    Der Blick zurück zeigt dir, dass du schon viele hundert Male Angst hattest, dein Partner könnte gehen. Aber viele hundert Male hat er dich nicht verlassen.

    DEIN PARTNER GEHÖRT DIR NICHT​​

    Mach dir klar, dass du deinen Partner nicht verlieren kannst. Verlieren kannst du nur, was dir gehört. Und dein Partner gehört dir nicht!

    Er ist ein freier Mensch mit einem eigenen Leben und einem eigenen Willen. Er wird so lange dein Partner bleiben, solange er sich von dir angezogen fühlt.

    Entbinde deinen Partner von seiner „Aufgabe“​

    Mach dir klar, dass du deinen Partner nicht verlieren kannst. Verlieren kann

    Vermeide, von deinem Partner Versprechen abzuverlangen, die eine trügerische Sicherheit versprechen. „Ewige“ Treue und Liebe lässt sich nicht wirklich versprechen. Gefühle kommen und gehen – und so ist es mit der Liebe auch.

    Dein Partner ist nicht dein Partner, um sich wie eine Mutter oder ein Vater um dich zu kümmern. Er ist nicht in deinem Leben, um dir ein Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit zu geben. Er ist nicht dein Partner, um ein mangelndes Selbstwertgefühl zu kompensieren. Es ist allein dein Job dafür zu sorgen, dass du dich sicher und geborgen in dieser Welt fühlst.

    An sich zu arbeiten bedeutet, in sich die verschütteten Anteile zu suchen, die uns Sicherheit und Geborgenheit geben. Unser Selbstwertgefühl zu stärken. So lässt sich die Verlustangst überwinden.

    st du nur, was dir gehört. Und dein Partner gehört dir nicht!

    Er ist ein freier Mensch mit einem eigenen Leben und einem eigenen Willen. Er wird so lange dein Partner bleiben, solange er sich von dir angezogen fühlt.

    Dein Partner ist nicht in Deinem Leben, um dir Sicherheit zu geben.

    Vermeide Eifersuchtsszenen und wirf ihm keine hypothetischen Affären vor. Behaupte nichts über ihn, was du nicht zu 100 Prozent weißt. Bloße Vermutungen – verpackt als Vorwurf – bringen jeden Menschen auf die Palme.

    Überhäufe ihn nicht mit Liebesbeteuerungen. Natürlich schmeichelt es Menschen, wenn sie geliebt werden und manch einer geht deshalb eine Beziehung ein. Aber am Schluss bleibt dein Partner bei dir, weil er dich liebt. Und nicht, weil du ihn liebst.

    Das Überfüttern mit Liebesschwüren ist letzten Endes Manipulation. Man will den Partner dazu kriegen, „zurückzulieben“. Diese Manipulation von Gefühlen kann nicht gut gehen und führt zu anhaltenden Enttäuschungen.

    Hingebogene Gefühle sind eine denkbar schlechte Voraussetzung für eine erfüllende Liebesbeziehung.

    Das Gegenteil erreichen​

    Und selbst wenn du deinen Partner mit Liebesbeteuerungen an dich binden kannst, spürst du, auf welch tönernen Füßen die Beziehung steht. Statt Sicherheit erlebst du Unsicherheit, statt Geborgenheit noch mehr Verlustangst.

    Wenn du deine Verlustangst überwinden willst, musst du an deinen Überzeugungen über die dich und deinen Partner arbeiten. Sie gestalten unbewusst dein Leben und die Eifersucht in deiner Beziehung. Glaubenssätze wie „Ich brauche meinen Partner!“ oder „Ich kann nicht alleine leben!“ sind oft genug die Ursache für Eifersucht und Verlustängste.

    Wenn du dich in einer solchen Situation wiederfindest, dann ist das BeziehungsReich-System eine wertvolle Hilfe für dich. Das BeziehungsReich-System unterstützt dich dabei, deine Verlustangst zu überwinden und eine erfüllte Beziehung aufzubauen.

    Du erfährst, wie du:

    • Deine negativen Glaubenssätze über dich selbst und deine Beziehung überwindest.
    • Gesunde Grenzen in deiner Beziehung setzt.
    • Effizienter kommunizierst und Konflikte löst.

    Mit Hilfe des BeziehungsReich-Systems kannst du deine Beziehung meistern, auch wenn dein Partner nicht mitzieht.

  • Selbstwertgefühl stärken

    Selbstwertgefühl stärken

    Dein Selbstwert: Das Fundament für ein glückliches und erfolgreiches Leben

    Hast du schon einmal versucht, einen Schnupfen mit Taschentüchern zu kurieren? Oder eine unaufgeräumte Wohnung durch Staubwischen aufzuräumen? Wahrscheinlich nicht, weil du weißt, dass das nicht funktioniert.

    So ähnlich verhält es sich mit manchen unserer Gefühle oder störenden Verhaltensweisen. Wie zum Beispiel Eifersucht. Wir können Eifersucht nicht aus unserem Leben entfernen, weil sie ein Symptom ist. Wir können allenfalls ihr Ausmaß lindern. Solange wir nicht die Ursache der Eifersucht bekämpfen, wird sie uns begleiten.

    Wer genau hinschaut, entdeckt immer wieder dieselben Gründe hinter verschiedenen Beziehungsproblemen: fehlendes Selbstwertgefühl und Verlustangst. Diese beiden Gründe solltest du ins Visier nehmen, um eine Schieflage in der Beziehung zu bearbeiten.

    Am Schluss, wenn dein Selbstwertgefühl gestärkt ist und dich die Verlustangst nicht mehr beherrscht, werden die Probleme von alleine verschwinden.

    Es ist wie beim Schnupfen: Wenn dein Körper den Grippevirus besiegt hat, läuft deine Nase nicht mehr.

    WAS MACHT DAS SELBSTWERTGEFÜHL AUS?​

    Das Selbstwertgefühl ist die Wertschätzung, die man sich als Mensch gibt.

    Selbstwertschätzung kann sich auf den eigenen Körper beziehen und bedeutet, dass man seinen eigenen Körper annimmt, wie er ist. Mit seinen Runzeln und Falten.

    Das Selbstwertgefühl bezieht sich erst recht auf sich als Persönlichkeit, die man mit all seinen Stärken und Schwächen annimmt. Wer sein Selbstwertgefühl stärkt, der entdeckt, dass er als Menschen in seiner Unvollkommenheit ganz Mensch ist. Er lernt, sich seine Schwächen und vermeintlichen Fehler  zu verzeihen.

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    MINDERWERTIGKEITSGEFÜHL​

    Menschen mit einem Minderwertigkeitskomplex fehlt jegliches Selbstwertgefühl. Sie fühlen sich anderen Menschen in vielen Belangen unterlegen, klein und unbedeutend. Viele leiden an Depressionen und sind suizidgefährdet. Wiederholte Erfahrungen mit Fehlern und eigenem Versagen prägen jede Persönlichkeit in negativer Weise.

    Die Symptome von Minderwertigkeitsgefühlen sind unter anderem Beziehungsarmut, Liebesunfähigkeit in Form emotionaler Abhängigkeit vom Partner. Eine massive Eifersucht übertüncht die eigentliche Beziehungsarmut und lenkt von den Minderwertigkeitsgefühlen ab.

    Es ist immer wieder traurig zu beobachten, wenn die Partner über Eifersucht streiten. Sie sollten gemeinsam überlegen, wie sich mangelhaftes Selbstwertgefühl stärken ließe, um wieder zu einer glücklichen Partnerschaft zu kommen.

    Warum gesundes Selbstwertgefühl wichtig ist

    Es ist eine Frage der Freiheit und Selbstbestimmung. Personen mit geringem Selbstvertrauen leben in einem großen Maß fremdbestimmt. Sie machen sich abhängig von Menschen, die in ihren Augen das haben, was sie nicht haben. Sie neigen zu einem ängstlichen Beziehungsstil, der es für sie fast unmöglich macht, emotionale Nähe herzustellen.

    Sie werten sich durch die Beziehung mit einem selbstbewussten Partner auf.

    Leicht nachzuvollziehen, dass sie Angst haben, ihren Partner zu verlieren. Diese emotionale Abhängigkeit ist der Grund für ihre Verlustangst.

    Mit einem gestärkten Selbstwertgefühl befreist du dich aus dieser Abhängigkeit und kannst viele Beziehungsprobleme hinter dir lassen und kannst besser mit Kränkungen umgehen.

    Warum gesundes Selbstwertgefühl wichtig ist

    Es ist eine Frage der Freiheit und Selbstbestimmung. Personen mit geringem Selbstvertrauen leben in einem großen Maß fremdbestimmt. Sie machen sich abhängig von Menschen, die in ihren Augen das haben, was sie nicht haben. Sie neigen zu einem ängstlichen Beziehungsstil, der es für sie fast unmöglich macht, emotionale Verbundenheit herzustellen.

    Sie werten sich durch die Beziehung mit einem selbstbewussten Partner auf.

    Leicht nachzuvollziehen, dass sie Angst haben, ihren Partner zu verlieren. Diese emotionale Abhängigkeit ist der Grund für ihre Verlustangst.

    Mit einem gestärkten Selbstwertgefühl befreist du dich aus dieser Abhängigkeit und kannst viele Beziehungsprobleme hinter dir lassen und kannst besser mit Kränkungen umgehen.

    WIE KANN ICH MEIN SELBSTWERTGEFÜHL STÄRKEN?

    Um dein Selbstwertgefühl stärken zu können, musst du wissen, wie sich dein Selbstwert zusammensetzt. Er besteht aus drei „Säulen“:

    Selbstliebe​

    Wer sich selbst liebt, akzeptiert sich selbst so wie er ist. Dazu gehört, jede Eigenschaft an sich selbst anzunehmen – die Guten wie die Schlechten, nicht nur die Stärken, sondern auch die Schwächen. Sobald du etwas vor anderen schamhaft verbirgst und du Angst hast, jemand könnte es erfahren, fehlt dir vielleicht die nötige Selbstliebe.

    Erst wenn du dein Äußeres und deinen Charakter akzeptierst, wird dein Selbstwertgefühl gestärkt.

    Leider wird Selbstliebe oft mit Selbstverliebtheit und Selbstgefälligkeit verwechselt. Um diesen Verdacht nicht erst aufkommen zu lassen, verzichtet der ein oder andere auf eine Stärkung seiner Selbstliebe – zu seinem Unglück.

    Selbstvertrauen​

    Als Selbstvertrauen wird das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten bezeichnet. Menschen mit ausgeprägtem Selbstvertrauen sind überzeugt, dass sie Herausforderungen und die ihnen gestellten Aufgaben aus eigener Kraft bewältigen zu können. Sie verlassen sich auf ihre eigenen Ressourcen.

    Du kannst also dein Selbstwertgefühl stärken, indem du dir – im wahrsten Sinne des Wortes – deiner Stärken bewusst wirst.

    Selbstbewusstsein

    Das Selbstbewusstsein ist die Sicht, die wir auf uns selbst haben. Wie bewerten wir uns selbst? Lieben wir uns? Schätzen wir unseren Wert? Akzeptieren wir uns mit allen Stärken und Schwächen?

    Das Wort setzt sich zusammen aus „Selbst“ und „bewusst sein“. Es beschreibt das Wissen über uns selbst. Nathaniel Branden, Autor mehrerer Bücher zum Thema Selbstwertgefühl, beschreibt Selbstvertrauen als die Summe aus Vertrauen in sein Selbst und Respekt sich selbst gegenüber.

    Leute mit geringem Selbstvertrauen ist die Meinung anderer Menschen wichtiger als ihre eigene Meinung über sich. Sie hinterfragen das Fremdbild so gut wie gar nicht und übernehmen es unwidersprochen. Sie vergleichen sich ständig mit anderen Menschen.

    Es gibt kein „perfektes“ Selbstwertgefühl.

    Gegenüber dritten klingt es selbstkritisch, wenn sie sagen: „Detlef sagt, dass ich unzuverlässig bin. Und ich finde, das stimmt!“

    Oft sind sie dabei nicht selbstkritisch, sondern kokettieren mit der Meinung eines anderen, die sie übernommen haben. Es fehlt die kritische Auseinandersetzung mit sich selbst.

    Wenn du dein Selbstwertgefühl stärken willst, musst du hier anfangen und dich fragen: „Wer bin ich? Und was denke ich über …“

    VERMEIDE PERFEKTIONISMUS​

    Ein schleichendes Gift gegen dein Selbstwertgefühl ist ein allgegenwärtiger Perfektionismus. Er setzt dich permanent unter Stress und du jagst einem Ideal hinterher, das sich wahrscheinlich nicht erreichen lässt. Hast du dich schon einmal gefragt, wie eine perfekte Situation aussehen würde? Kannst du sie definieren?

    Die meisten Menschen, die ich kennengelernt habe, behaupten zwar, dass sie etwas nicht perfekt gemacht haben. Aber wenn ich sie gefragt habe, wie es denn perfekt aussehen würde, können sie keine Antwort geben.

    Dadurch, dass das perfekte Ziel nur sehr schwammig wahrgenommen wird, lässt sich leicht sagen, man hätte es noch perfekter machen können. Ein Selbstvorwurf. Menschen, die sich ständig selbst optimieren und alles möglichst perfekt machen wollen, haben keine Chance, ihr Selbstwertgefühl zu stärken.

    Übrigens: Es gibt kein perfektes Selbstwertgefühl. Durch das Streben nach Perfektion nehmen wir uns unsere Gelassenheit und Lebendigkeit.

    Vergleiche dich nicht mit anderen

    Ein weiteres Gift gegen ein gesundes Selbstwertgefühl ist der ständige Vergleich von sich mit anderen. Es gibt immer Menschen, die schlauer, schöner oder erfolgreicher sind. Nach dem Vergleich fühlt man sich leer und minderwertiger.

    Der Tipp, sich alternativ mit Menschen zu vergleichen, die dümmer, häßlicher und weniger erfolgreich sind, wird natürlich abgelehnt. Man will ja nicht arrogant und überheblich sein.

    Statt dich mit anderen zu vergleichen, konzentriere dich auf deine Qualitäten. Oft hilft es schon, sich die Frage zu stellen: Würde ich mein Leben mit diesem oder jenem Menschen tauschen wollen? In der Regel wird die Antwort „Nein“ sein, weil irgendwo weit hinten doch ein bisschen Selbstliebe da ist.

    Es gibt viele Dinge, die man an seinem eigenen Leben schätzt. Man muss sie nur sehen wollen.

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    BEWUSSTES LEBEN

    Selbstbewusstsein heißt im Wortsinne zunächst einmal, dir über dich selbst bewusst zu sein. Du musst also möglichst viel über dich wissen. Dazu gibt es verschiedene Möglichkeiten:

    Schreibe deine Stärken und Schwächen auf. Achte darauf, dass die Liste der Stärken mindestens so lang ist wie die der Schwächen.

    Frage deinen Partner oder deine Freunde, wie sie dich wahrnehmen. Was schätzen sie an dir? Was sind deine herausragendsten Eigenschaften? Du wirst dich wundern, wie unterschiedlich du wahrgenommen wirst.

    Mache dir eine weitere Liste. Eine Liste mit all den Dingen, die du in deinem Leben erreicht hast. Schon die großen Meilensteine werden sicher eine lange Erfolgsliste ergeben, von den kleinen Alltagserfolgen mal ganz abgesehen.

    Lerne dich mit dem Grundgefühl von liebevoller Neugier kennen, nicht als Richter oder Kritiker. Mit dieser Neugier und den damit verbundenen Erkenntnissen kannst du dauerhaft dein Selbstwertgefühl stärken und erleichtert dir auch den Umgang mit Enttäuschungen.

    Ein Zustand, in dem man seinen eigenen Wert kennt und aus ihm heraus lebt, hat eine mittelschwere oder krankhafte Eifersucht keinen Platz hat und auch die Angst vor emotionaler Nähe verschwindet.

  • Wie seine Bedürfnisse befriedigen

    Wie seine Bedürfnisse befriedigen

    Das Geheimnis der Lebensfreude: Die Macht der erfüllten Bedürfnisse

    Unter einem Bedürfnis versteht man einen Zustand oder das Empfinden eines Mangels, den man beheben möchte. Je länger dieser Mangel dauert, desto drängender wird das Verlangen nach Bedürfnisbefriedigung.

    Wir haben ständig Bedürfnisse, die befriedigt werden wollen; in der Alltagssprache benutzen wir häufig Begriffe wie (Herzens-)Wunsch, Anspruch oder auch Verlangen, Streben und meinen damit ein Bedürfnis.

    Dabei denken wir an Dinge des materiellen Lebens wie Essen oder Trinken, Kleidung oder eine Wohnung, ein Auto, aber natürlich zählen auch Aktivitäten wie Sport treiben, körperliche Berührungen oder Sexualität zu unseren Bedürfnissen. Eine Übersicht, nach welchen Kriterien Bedürfnisse eingeteilt werden, findest du auf Wikipedia.

    Glaubenssätze steuern unbewusst unsere Bedürfnisse („Ich brauche morgens einen Kaffee, sonst werde ich nicht wach!“). Solche Überzeugungen verhalten sich wie mentale Bedürfnisse, die ebenfalls befriedigt werden wollen. Es ist bei diesem Beispiel so gut wie gar nicht möglich, zwischen Bedürfnis und Glaubensatz zu trennen.

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    Der Sprecher hat das Bedürfnis nach einem Kaffee, und der Nebensatz ist nur eine Rechtfertigung und Erklärung. In vielen Situationen trauen wir uns gar nicht mehr, unser Bedürfnis als Bedürfnis stehen zu lassen und zu befriedigen. Eine Erklärung muss her.

    Zum Beispiel wünschen sich viele Menschen einen respektvollen Umgang miteinander. In einem solchen Fall ist die Befriedigung sehr schwierig, weil andere Personen nicht immer mitmachen oder andere Vorstellungen von einem respektvollen Umgang haben. Die  fehlende Bedürfnisbefriedigung führt in Beziehungen natürlich zu einer permanenten Unzufriedenheit.

    BEDÜRFNISSE ALS TREIBENDE KRAFT​

    Unsere Bedürfnisse sind nicht nur die treibende Kraft hinter unseren Aktivitäten, sondern auch für unsere Glaubenssätze über bestimmte Tatsachen. Wenn wir erleben, dass bestimmte Sachverhalte nicht nach unseren Vorstellungen erfüllt werden, desto eher geraten wir in einen Denkzwang und das Gedankenkarussell lässt uns nicht mehr schlafen.

    Wenn wir den Drang nach körperlicher Aktivität haben und uns sportlich betätigen, wissen wir danach, wofür wir sportlich unterwegs waren. Unser Körper fühlt sich wie erneuert an. Nicht selten haben wir nach der Bedürfnisbefriedigung ein Gefühl von großer Zufriedenheit und Erfüllung.

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    FORMEN VON GRUNDBEDÜRFNISSEN​

    Manfred Max-Neef ein – chilenischer Ökonom mit deutscher Herkunft – entwickelte in den 1990er-Jahren ein Modell, das neun menschliche Grundbedürfnisse umfasst. Viele unserer täglichen Bedürfnisse lassen sich in eine dieser Kategorien zuordnen.

    1 – Materielle Lebensgrundlage​

    Die Bedürfnisbefriedigung strebt danach, körperlich und geistig gesund zu bleiben. Körperliche Bewegung. Ausreichend Nahrung. Ein Dach über dem Kopf und auch Arbeit zu haben. Sexuelle Fortpflanzung, und sich ein passendes Lebensumfeld zu gestalten.

    2 – Sicherheit und Schutz

    Es ist das Grundbedürfnis nach Geborgenheit und Solidarität. In sozialer Sicherheit zu leben. Abgesichert sein (Geld auf der hohen Kante, Lebensversicherungen, Krankenversicherung). Rechte zu haben. Einerseits Selbständigkeit, andererseits Kooperation mit anderen.

    3 – Zuwendung und Liebe

    Stichworte für dieses Bedürfnis sind Selbstachtung, Selbstwertgefühl. Solidarität, Respekt und Toleranz. Erfüllte Partnerschaft, Familie, Freundschaft. Selbstliebe und die Liebe zu anderen. Uneingeschränkter Ausdruck seiner Bedürfnisse, Wünsche und Grundgefühle. Gedanken. Füreinander dasein und in einer Gemeinschaft leben.

    4 – Verstehen und Verständnis​

    Dieses Bedürfnis zeigt sich als Neugier und gleichzeitig analytischer Vernunft. Forschergeist und Experimentierfreude. Lern- auf Aufnahmebereitschaft. Sein Wissen und seine Fähigkeiten mit anderen teilen.

    5 – Mitbestimmung und Teilnahme​

    Bedürfnis nach: sich anzupassen; Solidarität zu erleben und zu leben. Engagement. Leidenschaftlichkeit, Lebendigkeit. Verantwortung und Pflichten übernehmen. Leistungsbereitschaft. Kooperieren, Meinungen austauschen, mitbestimmen. Einer Gemeinschaft angehören wie beispielsweise einer Partei, einer Kirche und sich bewusst in eine Gemeinde, der Nachbarschaft oder Familie einzubringen.

    6 – Muße und Müßiggang

    Bedürfnisbefriedigung durch die Suche nach Ruhe und Beschaulichkeit, sich seinen Phantasien hingeben. Spielen und Feiern. Carpe diem. In der Vergangenheit schwelgen. Freizeit und Momente der Sorglosigkeit genießen.

    7 – Kreativität​

    Bedürfnis nach Selbstwirksamkeit und Selbstverwirklichung: Etwas schaffen oder erfinden. Fähigkeiten und Fertigkeiten einsetzen und produktiv sein. Frei über die eigene Zeit verfügen.

    8 – Identität

    Bedürfnis sich abzugrenzen, sich selbst zu achten und sich selbst zu behaupten. In seinen Bezugsgruppen den eigenen Platz zu finden und zu definieren. Sich selbst zu kennen und sich selbst zu verwirklichen; sich als Persönlichkeit weiterentwickeln.

    9 – Freiheit​

    Stichworte für dieses Grundbedürfnis sind Freiraum, Autonomie und Mut. Gleichberechtigung und Gleichwertigkeit.

    BEDÜRFNISBEFRIEDIGUNG​

    Werte als immaterielle Bedürfnisse befriedigen ist sehr schwierig, weil die körperlichen Signale wie Gefühle und Empfindungen uneindeutig sind. Oder wir – als vernunftbegabte Wesen – trauen diesen Signalen nicht mehr über den Weg. So versuchen wir, die Situation mit dem Verstand zu begreifen und zu verstehen.

    Der Verstand mit seinen Wertvorstellungen und Glaubenssätzen ist auch die Instanz, die bewertet, ob und wie seine Glaubenssätze und Erwartungen in Erfüllung gegangen sind. Dabei ist er spitzfindig und findet auch immer wieder Details, an denen er etwas aussetzen kann.

    Erwartungen sind die „Bedürfnisse“ des Verstandes.

    Geht es bei der Bedürfnisbefriedigung um materielle Dinge, ist es relativ leicht, das zu befriedigen. Vorausgesetzt, das Geld reicht.

    Auch ein körperliches Bedürfnis befriedigen liegt weitestgehend in unserer eigenen Hand. Manchmal müssen wir halt den inneren Schweinehund überwinden.

    Strategien zur Bedürfnisbefriedigung​

    Auf der einen Seite stehen die Bedürfnisse, und auf der anderen Seite die Art und Weise, sie zu befriedigen. Oder: hier die Wünsche, dort ihre Erfüllung.

    Obwohl wir sehen, dass jeder Mensch anders mit seiner Bedürfnisbefriedigung umgeht, scheint uns das nicht immer bewusst zu sein, wie groß die Unterschiede sind und dass wir eine Wahl haben. Sicherlich ist die Art und Weise, wie wir unsere Bedürfnisse befriedigen, die einzig wahre. Doch auf immer und ewig?

    Verdeutlichen wir uns die unterschiedliche Bedürfnisbefriedigung am Beispiel des Essens. Ein Zen-buddhistischer Mönch konzentriert sich beim Essen auf den Vorgang des Essens. Er macht nichts anders. Er achtet auf den Geschmack, auf die Konsistenz. Er ist ganz bei der Sache.

    Wir hier in Europa, wo wir das gesellige Beisammensein beim Essen schätzen und kultivieren, reden und reden, essen ganz nebenher. Kauen und reden. Manch einer schafft es sogar, vieles gleichzeitig zu machen: Fernsehen schauen, Zeitschrift lesen, sich zu unterhalten, den Hund oder die Katze streicheln, und essen.

    In hochtourigen Berufen, in denen eine Deadline die Arbeit treibt, wird neben der Arbeit – irgendwie – gegessen.

    Bedürfnisbefriedigung hat offensichtlich sehr unterschiedliche Ausprägungen, sprich Strategien.

    WAHLMÖGLICHKEITEN​

    Wer glaubt, es gebe nur eine Möglichkeit, seine Bedürfnisse zu befriedigen, steht möglicherweise irgendwann einmal vor einer festgefahrenen Situation. Weil er glaubt, seine „altgediente“ Strategie sei der einzige Weg zur Bedürfnisbefriedigung, ist nicht offen genug für neue Möglichkeiten, die es in einer neuen Lebenssituation braucht.

    Um das zu verdeutlichen, nehmen wir das Beispiel „körperliche Bewegung“ als Bedürfnis. In ihren jungen Jahren üben die meisten Menschen dieses Bedürfnis mit ihrer ganzen Kraft aus, messen sich mit anderen und haben „ihre“ Sportart.

    Dann kommen vielleicht Verletzungen oder ein zeitfressender Beruf oder eine Familie dazwischen, um „seinem“ Sport mit derselben Leidenschaft und Intensität wie vorher nachzugehen. Aber das Grundbedürfnis nach körperlicher Bewegung ist geblieben, und ihre Befriedigung macht uns glücklich.

    Wer sich bewusst ist, dass sein eigentliches Bedürfnis nicht unbedingt eine bestimmte Sportart ist, sondern körperliche Bewegung als solches, der kann sich nach einer Möglichkeit umschauen, die diesem Bedürfnis entspricht. Aus Handball oder Fußball wird vielleicht Langlauf, aus Langlauf irgendwann Nordic Walking, aus Nordic Walking wird Morgengymnastik am offenen Fenster.

    Alles zu seiner Zeit.

  • Ehrlichkeit in Beziehungen

    Ehrlichkeit in Beziehungen

    Angst vor dem Unbekannten: Die Hürde des Loslassens

    Ehrlichkeit ist im objektiven Sinne nicht wichtig. Solange ein ferner Bekannter oder ein zurückgezogen lebender Nachbar nichts mit uns zu tun hat, kann uns Ehrlichkeit schnuppe sein. Ehrlichkeit ist kein Wert, den alle Menschen tatsächlich leben müssen oder sollten.

    Ganz im Gegensatz zu einem Wert wie ein gewaltfreier oder respektvoller Umgang miteinander, was wir von allen Menschen erwarten.

    Die Frage, warum ist Ehrlichkeit wichtig, stellt sich uns erst, wenn uns die Ehrlichkeit in Beziehungen selbst betrifft. Auf der anderen Seite, wer kann das beantworten?

    Welche uns übergeordnete Instanz soll definieren können, was uns wichtig ist? Wer außer uns kennt die Werte, die für uns Bedeutung haben und welche nicht? Werte sind höchst persönlich und haben eine individuelle Bedeutung.

    Ehrlichkeit ist der Schmierstoff für eine erfüllende Beziehung​

    Weder in Zeitschriften oder im Internet findest dazu eine befriedigende Antwort – für dich. Die philosophischen Antworten von Ethik-Professoren sind im stillen Kämmerlein entstanden und haben nur selten etwas mit deinem oder meinem Leben zu tun.

    Generell lässt sich sagen, dass je näher uns eine Person steht, desto mehr Ehrlichkeit erwarten wir von ihr – uns gegenüber. Warum Ehrlichkeit wichtig ist, ergibt sich aus der jeweiligen Beziehung zu einer Person: Sind es Bekannte, Freunde, deine Kinder oder ist es dein Partner?

    Ehrlichkeit in Beziehungen ist der Schmierstoff für eine glückliche Partnerschaft und spürbare Nähe. Außerdem ist sie Voraussetzung für eine heilsame Selbsterforschung.

    ENTSCHEIDUNGSGRUNDLAGEN​

    Aber zurück zur Ausgangsfrage: Warum ist Ehrlichkeit wichtig? Konzentrieren wir uns bei der Betrachtung auf die Ehrlichkeit des Partners.

    Das gefühlt emotionale Bedürfnis nach Ehrlichkeit hat etwas mit unserem Verstand und Geist zu tun, der unser Leben plant und gestaltet. Für seine Planung und Einschätzung von Situationen braucht er Informationen, die er bereits kennt, also sein Wissen, und/oder er braucht auf neue Fakten und Tatsachen. Fakten und (vermeintliche) Tatsachen sind die Zutaten jeder Planung.

    Unser planender Geist braucht Informationen, auf die er sich verlassen kann. Informationen, die wahr sind. Informationen, denen er vertrauen kann.

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    Ent-täuschung über die Täuschung​

    Wenn wir offensichtlich belogen werden, werden wir wütend. Wenn wir offensichtlich getäuscht werden, sind wir enttäuscht vom Partner, weil uns der Teppich unter den Füßen weggezogen wird. Diese Enttäuschungen sind oftmals Auslöser für einen Streit.

    Der Frust sitzt tief, denn wir können die Aussagen des unehrlichen Partners nicht länger „richtig“ einschätzen. Wir wissen nicht, woran wird sind, und fühlen uns vom Partner gekränkt. Das Vertrauen geht flöten. Verlustangst taucht auf und das Selbstwertgefühl schwindet.

    Vertrauen ist das „Garantie-Gefühl des Verstandes“, dass alles, was passieren wird, genauso passiert, wie er es sich ausmalt. Und das alles, was er hört und sieht, wahr ist.

    Ehrlichkeit gibt uns Sicherheit​

    Wenn sich herausstellt, dass wir von unserem Partner belogen worden sind, haben wir möglicherweise eine Entscheidungen getroffen, die wir mit den wahren Informationen ganz anders getroffen hätten. Oder uns ein Urteil gebildet, das sich im Nachhinein als gegensätzlich zum „falschen“ herausstellt.

    Es fühlt sich an, als wären wir in eine Falle gelockt worden. Wir stehen da wie begossener Pudel. Düpiert und vorgeführt.

    Ehrlichkeit in Beziehungen verspricht unserem Geist Sicherheit, Situationen richtig einzuschätzen und Menschen richtig zu beurteilen. Sie gibt uns die brüchige Sicherheit, alles im Griff zu haben und selbst unsere Eifersucht kontrollieren zu können.

    LÜGEN UND FALSCHE LOYALITÄT​

    Es heißt zwar, wer einmal lügt, dem glaubt man nicht. Aber seltsamerweise verharren viele Menschen über Jahre in Beziehungen, in denen sie belogen werden. Sie wissen, dass sie belogen werden. Und der Partner, der lügt, weiß, dass der Belogene so tut, als wüsste er nicht, dass er belogen wird.

    Die Frage ist also, warum gelingt es nicht, sich dagegen zur Wehr zu setzen und sich in letzter Konsequenz zu trennen?

    In meinen Augen sind es andere uns wichtige Werte, die uns an einer Beziehung festhalten lassen, die wegen fortgesetzten Lügens und Täuschens schlichtweg kaputt ist. Werte wie Loyalität oder finanzielle und emotionale Sicherheit binden uns an einen Partner, der uns nicht gut tut. Oder die Angst, nach einer Trennung nie wieder einen Partner zu finden und in Einsamkeit arm zu sterben.

    Es sind unbewusste Glaubenssätze über eine Beziehung wie „Man darf nicht egoistisch handeln“ oder „Wir gehören zusammen!“.

    All das sind Gründe, die uns in einer emotionalen Abhängigkeit halten und warum wir uns wieder und wieder von unserem Partner durch Lug und Trug vorführen lassen. Warum wir seine Unehrlichkeit in Kauf nehmen.

    Irgendwann durchschauen wir ja auch das Spiel, nehmen die Aussagen nicht wörtlich, „übersetzen“ die Lügen des Partners in die Wahrheit dahinter und finden uns möglicherweise irgendwann mit der Situation ab.

    Nun lügt uns nicht nur der Partner an, sondern wir belügen uns selbst. Wir sind unehrlich, wenn wir behaupten, es mache uns nichts aus. Wir verraten unsere Träume von einer glücklichen Beziehung – offen, ehrlich und voller Liebe.

    WIEVIEL EHRLICHKEIT VERTRÄGT BEZIEHUNG?​

    Jede Beziehung verträgt soviel Ehrlichkeit, wie sie Disharmonie verarbeiten kann.

    Die Frage nach der Ehrlichkeit ist im Grunde genommen die Frage, wieviel Überraschungen oder unangenehme Informationen können wir einander zumuten. Manchen fehlt das Vokabular, ihre Befindlichkeit auszudrücken.

    Die Frage müsste also lauten: Wie viel Ehrlichkeit kann eine Beziehung verarbeiten? Und das ist von Paar zu Paar unterschiedlich … Wieviel Authentizität verträgt sie?

    Das Problem mit der Ehrlichkeit in Beziehungen ist nicht die Ehrlichkeit selbst – etwa 80 % der deutschen Paare erwarten von ihrem Partner Ehrlichkeit –, sondern der Umgang mit ihr.

    Aber in vielen Beziehungen wissen die Partner gar nicht, wie sie mit einer ungebremsten Offenheit und Ehrlichkeit ihres Lebensgefährten umgehen sollen oder können.

    Kein Wunder also, dass sich mehr Menschen einer Freundin oder einem Freund anvertrauen als ihrem Partner. Es ist leichter, sich nichtssagende Ratschläge anzuhören als sich mit der Betroffenheit des Partners auseinanderzusetzen.

    Menschen, die ihre Gefühle wie Angst, Trauer oder Wut verlernt haben auszudrücken, können gar nicht mit einem angemessenen Gefühl auf die Ehrlichkeit des Partners reagieren. Ihnen „fehlt“ schlichtweg das passende Gefühl, das helfen würde, die Situation zu verarbeiten – neben klärenden Gesprächen.

    Paare, bei denen ein konfliktfreies harmonisches Miteinander ganz oben auf der Werteskala steht, muten sich weniger Ehrlichkeit zu als Partner, die Disharmonie und Meinungsverschiedenheiten als wichtigen oder zumindest nicht zu verhindernden Teil ihrer Beziehung sehen.

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    Persönliches Wachstum​

    Es stellt sich auch die Frage, inwieweit Störungen durch ehrliche Bekenntnisse oder Aussagen als Kränkungen empfunden werden oder als „Bereicherung“ für die persönliche Entwicklung.

    Wieviel persönliches Wachstum erlauben wir uns und dem Partner? Nur wenn wir in der Lage sind, unsere inneren Impulse und Wünsche und Bedürfnisse und Gedanken und Glaubenssätze zu sehen und zu erleben und zu spüren, können wir ihnen folgen und sie weiterentwickeln. So wachsen wir.

    Nur wenn wir ehrlich auch uns selbst gegenüber sind und auch bereit sind, unsere jetzige Identität zu erweitern und zu sehen, dass wir möglicherweise am Ende unseres Lebens jemand anderes geworden sind als wir einmal glaubten zu sein, können wir in Lebendigkeit wachsen und uns entwickeln statt nur mit in der Kindheit erlernten Verhaltensmustern und Denkstrukturen alt zu werden.

    Die Frage, wieviel Ehrlichkeit in Beziehungen vertragen werden, lässt sich also nicht eindeutig beantworten. Es kommt auf die Belastbarkeit der Partnerschaft an – und die wird definiert durch Trennungs- und Verlustängste. Dadurch, wie innerhalb der Beziehung Liebe definiert wird. Wie emotionale Nähe zugelassen wird. Wie Disharmonie vermieden und Harmonie mit aller Gewalt hergestellt wird. Wie frei wir innerlich sind.

    Und letzten Endes ist also die Frage, warum Ehrlichkeit wichtig ist, nicht eindeutig zu beantworten. Am Schluss muss es jeder für sich selbst erkunden, was er sich von der Ehrlichkeit versprich. Es gibt keine allgemeingültige Antwort.

    Man darf seinen Partner nicht verletzen - ist das wahr?
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    BEITRAG AUF HAFAWO

    Warum ist es etwa 80% aller deutschen Paare wichtig, dass sie einen ehrlichen Partner haben? Dieser Frage gehe ich in einem Gastbeitrag („Über die Ehrlichkeit und warum wir lügen“) auf HAFAWO – Happy Work. Happy life. nach.

  • Persönlichkeitsentwicklung

    Persönlichkeitsentwicklung

    Persönlichkeitsentwicklung und Wachstum

    Level Up: Persönlichkeitsentwicklung für ein erfülltes Leben

    Im besten Fall „unser Leben“. Wir entwickeln tagtäglich unsere Persönlichkeit, unsere Individualität. Wir können nicht anders als uns entwickeln, solange wir leben.

    Jedes Jahrzehnt bringt unterschiedliche Aufgaben mit sich. Lehr- oder Lernzeit, Elternzeit, Berufsleben, Großelternzeit, Rente. Jedes Lebensjahrzehnt stellt uns neue Aufgaben und Fragen, die wir irgendwie beantworten müssen.

    „Seine“ Aufgaben bewältigt jeder auf seine Weise. Mit jeder Bewältigung lernen wir etwas und entwickeln wir uns weiter. Die Entwicklung unserer Persönlichkeit lässt sich nicht aufhalten, aber beeinflussen.

    Natürlich gibt es zwischen den Menschen große charakterliche Unterschiede. Die Aufgaben, die das Leben uns stellt, werden dementsprechend unterschiedlich gelöst.

    So bringt auch jeder Beziehung unterschiedliche Aufgaben mit, die wir versuchen zu lösen oder an der unsere Beziehung zerbricht.

    Viele Menschen erleben ihren Alltag als große Belastung. Sie wollen ihre Verpflichtungen und ihren täglichen Stress einfach nur loswerden. Sie wollen „ihre Ruhe“ haben. Ihr Gefühlsleben ist eine Achterbahnfahrt.

    Doch gibt es kein Leben, in dem man ständig seine Ruhe hat. Leben bedeutet Bewegung und Veränderung. Wer nur „seine Ruhe“ haben möchte, der lebt wie in einem Wachkoma.

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    REISE NACH INNEN​

    Persönliches Wachstum ist eine Reise nach innen. Es bedeutet – nach meinem Verständnis – nicht besser im Berufsleben zu funktionieren. Im Business-Coaching werden zwar persönliche Ressourcen und Stärken entwickelt und gefördert, aber über allem steht vor allem der wirtschaftliche Nutzen: Wir als Arbeitnehmer sollen reibungsloser und effizienter funktionieren.

    Mir geht es bei Persönlichkeitsentwicklung um Dich als Mensch. Um das Glücklichsein in Deiner Beziehung. Um Dein erfülltes Leben in Deiner Familie. Mit Deinen Freunden.

    Persönlichkeitsentwicklung ist engstens mit Schattenarbeit verbunden. Schattenarbeit ist der Prozess, um verdrängte oder unterdrückte Aspekte seiner Persönlichkeit zu erkennen und positiv zu integrieren. 

    Durch das bessere Verständnis für sich selbst, seinen Glaubenssätzen, seinen Emotionen und Verhaltensmuster, entwickelt sich jeder Mensch durch Schattenarbeit zu einer Persönlichkeit, die von vielen anderen sehr geschätzt und geliebt wird.

    Indem Du Deine dunklen Seiten annimmst und in Dein Leben integrierst, wirst Du ehrlicher mit Dir und entwickelst ein authentischeres Selbstbild und stärkst Dich als Persönlichkeit mit einem größeren Selbstvertrauen.

    WAS ZEICHNET PERSÖNLICHKEITEN AUS?​

    Nach meinem Verständnis ist die Persönlichkeit eines Menschen mehr als die Summe seiner Charaktereigenschaften. Während sich der Charakter in Tests messen lässt, hat „Persönlichkeit“ etwas Vages. Im wahrsten Sinne etwas Unfassbares. Jeder von uns erlebt Persönlichkeit anders, und doch haben wir eine ähnliche Vorstellung.

    Nähern wir uns in kleinen Schritten:

    Echtes Interesse an anderen Menschen​

    Du kennst sicherlich auch Gespräche, wo dir jemand scheinbar zuhört, aber dir immer wieder mit einer Idee ins Wort fällt, was du hättest anders machen können oder sollen. Oder dein Gesprächspartner „bereichert“ das Gespräch mit seinen Erfahrungen.

    Du hast das ungute Gefühl, dein Gesprächspartner hört dir nicht zu.

    Leider kenne ich dieses Verhalten von mir selbst. Vor ein paar Jahren habe mich eine Zeit lang dabei beobachten können, wie ich in Gesprächen nur auf ein passendes Stichwort vom Gesprächspartner wartete, um ihm oder ihr einen Ratschlag zu geben oder eine hoffentlich witzige Bemerkung zu machen.

    Ich war in Gedanken nicht beim Gespräch, sondern damit beschäftigt, auf passende Stichworte zu warten, über die ich mich ins Gespräch einbringen konnte.

    Aktiv zuhören aber bedeutet, dem anderen in seiner Erzählung zu folgen und Fragen zu stellen. Sich von den Antworten überraschen lassen und nicht sofort bezweifeln: „Das glaube ich dir nicht.“ Aktiv zuhören heißt nachfragen.

    Wer wirklich zuhört, gibt nicht ständig Antworten, sondern stellt Fragen. Es bedeutet auch, sich für wenige Momente unwichtig zu nehmen.

    Wer das kann – auf sich selbst im Gespräch zu verzichten –, der entwickelt auch ein offenes Interesse an anderen Menschen. Sie dienen nicht mehr dazu, sich selbst mit seinem Ego einzubringen, sondern es sind Menschen, die uns etwas sagen und gehört werden wollen. Ohne unser Ego können wir ganz Ohr sein.

    Offenheit​

    Offenheit und Ehrlichkeit ist nicht einfach umzusetzen oder zu lernen. Denn das bedeutet, unvoreingenommen in Situationen zu gehen.

    In unserer Gesellschaft erwarten wir voneinander, eine Meinung über alles zu haben. Egal was. Gibt es ein Leben nach dem Tod? Deine Meinung bitte! Glaubst du an die Sterne? Wie erzieht man Kinder richtig, damit aus ihnen etwas wird? Deine Meinung bitte! Was denkst du über Klimawandel? Glaubst du an ihn? Ja/Nein?

    Diese Meinungshuberei betrifft sowohl die großen wie auch die kleinen Fragen des Lebens. Solange wir aber mit einer festen Meinung in Situationen gehen, fehlt uns die Offenheit und Flexibilität, um angemessen auf die Situation zu reagieren! Passend und angemessen!

    Statt dessen reagieren wir aus unserer festen Meinung heraus: automatisch, reflexartig und oft unpassend.

    Durch diese reflexhaften und „einstudierten“ Verhaltensmuster verbauen wir uns persönliches Wachstum. Wir halten an unseren Antworten fest, die vielleicht einmal sinnvoll und hilfreich waren – vor Jahren.

    „Mit der Zeit gehen“ bedeutet nicht, jedes modische Denken mitzumachen, sondern sich in jeder Situation neu zu fragen: Welche Aufgabe stellt sich für mich aus der Situation? Welche Entscheidung ist in dieser Situation angemessen und passend?

    Die Frage lautet nicht: „Was muss man machen, damit es richtig ist.“ Mit dieser Frage vergleichen wir nur unsere Gedanken mit denen der anderen. Dieser Vergleich dient allein der ängstlichen Absicherung, nichts falsch zu machen.

    Aber woher sollen die anderen wissen, was in unserer Situation angemessen ist?

    Sich selbst verpflichtet sein​

    Die allermeisten Menschen vergleichen sich mit anderen. Nicht nur die äußerlichen Qualitäten wie Statusgüter, Klamotten oder Körper werden verglichen, sondern auch, was unsere geistigen Überzeugungen betrifft. Die Frage, die sie sich stellen, lautet: „Was denkt wohl XY, wenn ich diese Meinung habe?“.

    Unser Leben ist eine Gratwanderung zwischen mentaler Anpassung und unserer unangepassten ehrlichen Meinung.

    Der Vergleich ist eine Art sozialer Absicherung. Wir wollen nicht, dass man mit dem Finger auf uns zeigt und wir wegen unserer Meinung angefeindet werden. Eine angepasste Meinung garantiert uns soziale Sicherheit.

    Starke Persönlichkeiten denken und handeln unabhängigkeit und selbstverantwortlich. Sind ehrlich sich selbst gegenüber und fühlen sich keiner gängigen Meinung verpflichtet – weder dem Mainstream noch geistigen Strömungen gegenüber, die allein aus dem Widerstand gegen den Mainstream entstehen. Sie sind frei von geistiger und emotionaler Abhängigkeit und offen für persönliche Veränderung.

    Sich selbst treu bleiben heißt leider auch, an seinen festgefahrenen Meinungen festzuhalten.

    Dieses freie und unabhängige Denken bedeutet auch, dass sie ihre Meinung von heute auf morgen ändern können. Sie müssen sich nicht selbst treu bleiben, sondern bilden sich immer wieder neue Meinungen.

    Sie ignorieren die Erwartung an sie, verlässlich zu sein. Sie sind sich insofern treu, als dass sie jede Situation neu überdenken und bewerten.

    Es geht nicht darum, ihre Meinung zu ihrem Vorteil zu verändern, sondern um die Wahrhaftigkeit jeder Situation. Das kann auch zu  ihrem Nachteil sein.

    Lerne Dich besser kennen!

    CheckUp-Interviews

    Glaubenssätze
    Beziehung

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    BAUSTEINE DER PERSÖNLICHKEITSENTWICKLUNG​

    Wer persönlich wachsen reifen will, braucht die Fähigkeit zur Selbstbeobachtung – ein Baustein der Persönlichkeitsentwicklung. Ohne diese Fähigkeit können wir nicht sehen, welchen Anteil wir an „verunglückten“ Situationen haben. Wir bleiben gefangen in einem Gefängnis aus Rechthaberei und  können keine Verantwortung für unser Handeln übernehmen.

    Und ohne Verantwortung zu übernehmen, sind wir auch nicht bereit, es bei nächster Gelegenheit anders – verantwortungsvoller – zu machen. Ohne Distanz zu uns können wir keine ‚Einstellungen‘ vornehmen, weil uns die Reflexion über unser Leben fehlt. Alles bleibt beim alten: Die Schuld beim anderen, der Stress und der Frust über das Leben bei uns.

    Die Schuld anderen zuzuschieben, ist nur scheinbar eine Entlastung.

    Ohne den Hintergrund für unser Handeln – ohne Selbsterkenntnis – zu kennen, schieben wir die Verantwortung oder Schuld anderen Menschen in die Schuhe. Doch wer sich selbst akzeptiert, der weiß auch, dass niemand und auch er nicht perfekt sein kann. Dass es ein Leben ohne Fehler und gegenseitige Verletzungen nicht gibt.

    Selbstakzeptanz bedeutet im ersten Schritt, sich das zu verzeihen, was man selbst als ’seinen‘ Fehler bezeichnet. Mit Selbstakzeptanz stärken wir unser Selbstwertgefühl. Wir dürfen sein, wie wir sind.

    Natürlich können wir aktiv (Verhaltens-)Veränderungen vornehmen, uns quasi antrainieren. So arbeitet die Verhaltenstherapie. Aber auch geistige Veränderungen können wir einüben – dazu dienen die Affirmationen. 

    Oder auch das Hinterfragen unserer geistigen Einstellungen und Glaubenssätze, zum Beispiel mit The Work of Byron Katie.

    Die kraftvollste Veränderung aber findet statt, wenn wir uns selbst akzeptieren und lieben. Diese Selbstliebe darf nicht verwechselt werden mit Selbstverliebtheit.

    Während einer gesunden Persönlichkeitsentwicklung entfernen wir uns mehr und mehr von unserer alten reflexhaften Schale, die nur automatisch auf bestimmte Trigger reagiert, und kommen unserem eigentlichen Wesen immer näher.

    Persönlichkeitsentwicklung ist auch spirituelles Wachstum.

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    Das innere Lächeln​

    Mit der persönlichen Entwicklung wächst auch der innere Frieden.

    Selbstakzeptanz und Selbstliebe lässt uns in Ruhe und unaufgeregt handeln. Wir nehmen uns Zeit, eine Meinung zu bilden, und ohne Erwartungen auszusprechen. Diese Meinung ist eine Momentaufnahme.

    In unserer Gesellschaft wird Meinungstreue hochgehalten. Was man einmal geäußert hat, soll ‚bis in alle Ewigkeit‘ bleiben – damit wir für unsere Mitmenschen kalkulierbar und verlässlich sind. Kann’s das sein?

    Wer die Entwicklung seiner Persönlichkeit ernst nimmt, akzeptiert sich vollständig, so wie er ist. Mit all seinen Stärken, seine Schwächen, seinen Ängsten und verpufften Träumen. Ihm ist klar, dass wir Menschen in unserer Unvollkommenheit vollkommen richtig sind.

    Es gibt weder ein richtig noch falsch. Er beteiligt sich nicht mehr an den täglichen Streitereien, was richtig oder falsch ist. Er teilt seine Überlegungen mit anderen, hat aber kein Interesse daran, andere zu überzeugen.

    Er vertraut darauf, dass er in jedem Augenblick bestmöglich handelt und bestmöglich denkt. Er erwartet weder von sich noch von seinen Mitmenschen, mehr zu geben als gegeben werden kann.

    Er begleitet sein Leben mit einem inneren Lächeln.

    Persönliches Wachstum​

    Den meisten Menschen ist persönliches Wachstum nicht wichtig. Es geht ja auch ohne kritische und neugierige Auseinandersetzung – mit sich und der Welt – weiter und weiter. Sie leben ihren Alltagstrott freiwillig oder unfreiwillig. Am Ende ihres Lebens, nachdem sie jahrelang die Zähne zusammengebissen haben, fragen sie sich: Was habe ich eigentlich auf dieser Welt gemacht? Warum das alles?

    Eine kritische Auseinandersetzung mit seinen Ängsten, seinen Gedanken und seinem Handeln ist für manche Menschen „Psychokacke“, auf der sie lieber sitzen bleiben als sich mit ihr auseinanderzusetzen. Die Abwehr von psychologischer Hilfe ist in  unserer Gesellschaft riesig, obwohl wir zu 100 % Psyche sind – sieht man einmal vom Körper ab.

    Wer mit seiner Psyche nichts zu tun haben  will, der macht sich zu einem seelenlos funktionierenden Roboter. Er ignoriert die Grundlage seiner Menschlichkeit.

    Wir können vor unsere Psyche nicht fliehen, können nicht den Arbeitsplatz wechseln und hoffen, dass wir weniger Probleme haben.

    Wir können nicht in eine andere Partnerschaft fliehen und annehmen, unsere alten Probleme hinter uns zu lassen.

    Jeder nimmt sich selbst mit – seine Gedanken, seine Emotionen, seine Verhaltensmuster: in die nächste Beziehung, die nächste Stadt, zum neuen Arbeitsplatz. Wir können nicht vor uns selbst davonlaufen. Wir sind zu 100 % Psyche, wie gesagt.

    Echte Persönlichkeiten strahlen Ruhe und Sicherheit aus. Nicht Macht.

    Sobald wir bereit sind, uns nicht nur als Teil einer Gesellschaft zu sehen, in der wir funktionieren und konsumieren, sondern uns auch begreifen als Menschen mit Schwächen, die wir nur ungerne zeigen oder mit denen wir kokettieren.

    Aber auch mit Stärken, mit denen wir manchmal prahlen, mit seelischen Verletzungen und Kränkungen, mit der Unterdrückung unerwünschter Eigenschaften. Dann – und erst wenn wir uns akzeptieren – reifen wir zu einer Persönlichkeit.

    Persönlichkeiten strahlen Ruhe und Sicherheit aus. Nicht Macht.

    FRAGEN ZUR PERSÖNLICHKEITS-ENTWICKLUNG

    Persönlich wachsen können wir nur, wenn wir uns den Aufgaben und Fragen stellen, die das Leben mit sich bringt. Fragen, die unsere Grundüberzeugungen über uns und die Welt hinterfragen. Wenn wir den Standpunkt des Rechthabens und der Gewissheit hinter uns lassen und mit Staunen den Antworten hören, die in uns auftauchen.

    Es geht nicht um die Antworten, die wir der Zeitung entnehmen, den Nachrichten, den Geschichtsbüchern. Sondern es geht um die Antworten aus unserer eigenen Mitte. Aus unserem Wesen.

    Nicht die „wissenschaftlich fundierten“ Antworten sind relevant, sondern deine ganz persönlichen Einsichten. Wenn wir unsere Antworten erst mit einem gesellschaftlichen Konsens abgleichen, bevor wir wagen sie zu äußern, sind es nicht unsere ehrliche Wahrheit.

    Wahrheit ist immer subjektiv. Sie wird nicht abgestimmt mit anderen Meinungen, sondern frank und frei geäußert. Wer seine Persönlichkeit weiterentwickelt, entdeckt mehr und mehr seine eigenen Wahrheiten fern des Mainstream. Und er findet einen Weg, sich authentisch zu äußern, und glückliche Beziehungen zu gestalten. 

    FRAGEN, DIE DICH ZU DIR FÜHREN​

    Die folgenden Fragen habe ich mir selbst immer wieder gestellt und dabei interessante Erkenntnisse. Am besten notierst du sie auf einem Blatt Papier und beantwortest sie nach und nach schriftlich:


    • Wenn ich nur noch ein Jahr zu leben hätte: was würde ich dann tun?

    • Wie würde sich mein Leben verändern, wenn ich mich akzeptieren würde, wie ich bin?

    • Was würde ich anders machen, wenn ich wüsste, dass mich kein Mensch verurteilt.

    • Was würde ich der Welt schenken, wenn ich mir selbst nicht im Weg stehen würde?

    • Wie würde ich mein Leben leben, wenn ich meine Verlustangst überwinden würde?

    • Was liebe ich an meinem Leben?

    • Was in meinem Leben ignoriere ich? Was will ich nicht wissen?

    WAS GEHÖRT ZUR PERSÖNLICHKEITS-ENTWICKLUNG?

    Die Grundvoraussetzung für eine bewusste Persönlichkeitsentwicklung ist Offenheit und Flexibilität. Offen für das, was kommt, und ein flexibler Umgang mit dem Geschehen. Es ist das Gegenteil von perfekter Planung.

    Mit perfekter Planung versuchen manche Menschen die Unwägbarkeiten des Lebens auszuschließen. Das funktioniert nicht, weil das Leben immer anders kommt als man zweitens denkt. Diese Redensart kennt jeder, aber kaum einer zieht die Konsequenzen.

    Statt dessen versuchen manche Leute, wenn in ihrer fast perfekten Planung etwas schief gelaufen ist, beim nächsten Mal noch enger und perfekter zu planen.

    Manchmal hat man das Gefühl, nicht wirklich am Leben teilnzunehmen - obwohl man alles hat. Finanzielle Sicherheit. Einen Partner.
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    Zu einer gesunden Persönlichkeitsentwicklung gehört auch, immer mehr Selbstverantwortung für sein Leben zu übernehmen. Das klingt im ersten Moment logisch und kaum einer wird glauben, dass das bei ihm nicht schon verwirklicht wäre.

    Doch wenn man bedenkt, wieviel Erwartungen hinsichtlich Bedürfnis- und Wunschbefriedigung in einer Beziehung an den Partner gestellt werden, kann’s einem schwindelig werden. Unsere Vorstellungen von Liebe erzeugen emotionale Abhängigkeit.

    Es ist kein Wunder, dass wir vor lauter Erwartungen von unserem Partner enttäuscht werden. Wie können wir Selbstwirksamkeit oder Selbstverantwortlichkeit leben, wenn wir unser Leben in die Hände von anderen legen und die „Verantwortung“ anderen überlassen. Beispielsweise unserem Partner?

    Persönlichkeitsentwicklung ist auch immer die Entwicklung von und zu mehr emotionaler Freiheit und Unabhängigkeit.

    Entscheidungen, die wir in einem freiheitlichen Setting treffen, bedeuten keineswegs mehr Beliebigkeit, sondern mehr Aufrichtigkeit. Und auch mehr Verbindlichkeit, weil die Entscheidungen von Herzen kommen und nicht aus einer verqueren Verpflichtungen heraus.

    WAS BRAUCHT PERSÖNLICHKEIT?​

    Das Leben mit seinen vielen Überraschungen gibt uns die Chance, immer wieder neu zu reagieren, flexibel zu reagieren.

    Auf der einen Seite passiert unser persönliches Wachstum von allein. Auf der anderen Seite kannst du die Entwicklung deiner Persönlichkeit auch bewusst fördern. Ganz oben steht der Wille, mehr aus sich zu machen als wir heute sind. Oder zu lernen, anders und weniger stressvoll mit Problemen umzugehen.

    Anfang meiner dreißiger Jahre war ich von meinen eigenen Gedanken furchtbar gelangweilt. Ich hatte den Eindruck, dass ich mir immer wieder dieselben Fragen stellte und dass ich – was wunder – immer dieselben Antworten erhielt. Ich langweilte mich mit meinen Meinungen und meinem Gedankeneinerlei.

    Aber ich hatte das Glück, eine Frau kennenzulernen, die ganz ungewöhnliche Antworten auf alles gab. Ich wurde neugierig, der Kontakt wurde intensiver und dank ihr konnte ich einen Weg einschlagen, der frischen Wind in meinen Kopf brachte.

    Wenn ich heute zurückblicke, würde ich sagen, dass es immer die ungewohnten Fragen waren, deren Antwort mir nicht parat auf der Zunge lagen, sondern bei denen ich überlegen musste.

    Ein wichtiges Hilfmittel ist das Schreiben. Denn mit dem Schreiben setzt das Nachdenken und Nachfühlen ein.

    Zur Persönlichkeitsentwicklung gehört diese Bereitschaft, sich auf Neues einzulassen. Um stressvolle Probleme in unserem Leben lösen zu wollen, reicht es allerdings nicht, nach neuen „Lösungen“ zu suchen.

    Du musst wissen, dass sich diese Probleme – manchmal auch Aufgaben genannt – nicht wie Krümel mit einer kleinen Schaufel vom Tisch fegen lassen.

    Es ist unser Geist, der die Welt kraft seiner Gedanken erschafft. Im Guten wie im Schlechten. Wenn du also deine Probleme lösen willst, dann geschieht das über deinen Kopf.

    Änderst du deine Gedanken, ändert sich die Welt.

  • Emotionale Nähe herstellen

    Emotionale Nähe herstellen

    Emotionale Nähe herstellen. Für ein glückliches Leben Berührung und Nähe zulassen.

    Schluss mit Oberflächlichkeit: Tauche ein in die Welt der emotionalen Nähe

    Zu Beginn einer Liebesbeziehung ist das Leben wunderbar. Es ist leicht und fließend, das Miteinander wie selbstverständlich. Wir fühlen uns mit dem geliebten Partner verbunden wie mit keinem anderen Menschen.

    In dieser Zeit, in der wir das Gefühl haben mit dem geliebten Menschen bis auf alle Ewigkeit verbunden zu sein, ist das Bedürfnis nach emotionaler Nähe riesig. Vielen kann es nicht eng genug sein.

    In den meisten Beziehungen ändert sich das. Die Dynamik zwischen Nähe und Distanz beginnt. Jeder der Partner muss für sich herausfinden, wieviel emotionale Nähe er zulassen kann und wieviel er braucht.

    Entweder spielt es sich ein und beide Partner können gut mit dem Hin und Her umgehen, oder aber es wird ein Thema, das die Ehe oder Partnerschaft in eine dauerhafte Beziehungskrise führen kann.

    Ohne einen lebendigen Wechsel zwischen Nähe und Distanz kann es passieren, dass sich die Partner tief verstricken und eine emotionale Abhängigkeit mit dem Partner entsteht.

     

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    Während der eine um seine Freiräume kämpft, krallt sich der andere am Partner fest. Es beginnt ein Machtkampf, wenn einer der Partner zu abhängig vom anderen ist.

    Eine Form des Machtkampfes ist die Eifersucht. Verlustangst und fehlendes Selbstvertrauen machen uns abhängig vom Partner, der genau diese Schwächen ausgleichen soll.

    Um eine erfüllte Beziehung leben zu können, muss jeder Partner sich selbst nah sein und sich selbst lieben können.

    Keiner kann nicht wirklich auf emotionale Nähe zulassen, wenn er keinen Kontakt zu sich selbst hat. Wenn er sich selbst ablehnt, kommen ihm die Liebesbeteuerungen des Partners wie unwahre Heuchelei vor. Wenn wir uns selbst nicht für liebenswert halten, dann kann ein Partner noch so sehr dagegenhalten.

    Die Wahrheit über uns ist immer das, was wir für wahr halten. Und nicht die anderen. Oder der Partner.

    WIE LÄSST SICH EMOTIONALE NÄHE HERSTELLEN?​

    Mit Berührung. Umarmung. Und vor allem durch Gespräche. Indem wir dem Gegenüber mitteilen, was uns bewegt. Indem wir all unsere Gefühle und Wünsche offenlegen. Uns anvertrauen ohne die Erwartung, dass der andere mehr macht als zuzuhören.

    Aktiv Zuhören​

    Unsere Bedürfnisse mitteilen, ohne vom Partner gleich Lösungen zu erwarten. Auch dem Partner zuzuhören, ohne gleich für seine Probleme, Sorgen und Ängste Lösungen parat zu haben. Fragen stellen statt Antworten und Ratschläge geben. Mit Fragen den anderen erkunden und sich durch Fragen erkunden lassen. Das heißt das aktive Zuhören.

    Nähe lässt sich also nicht durch fürsorgliche Besserwisserei herstellen, sondern durch Fragen.

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    Sich anvertrauen​

    Emotionale Verbundenheit entsteht, wenn wir uns menschlich mit unseren Bedürfnissen und Gefühlen zeigen. sondern sie zeigen wie unsere Stärken.

    Sie entsteht auch, aber nicht unbedingt, wenn wir uns verletzt und gekränkt zeigen. Damit erzeugen wir eher Mitleid oder Wut, wenn das Kind schon in den Brunnen gefallen ist.

    Und wenn wir als Zuhörer den anderen in seiner Verletzlichkeit tragen und schützen, so wie er uns trägt, sobald wir uns ihm anvertrauen.

    Wir stellen Nähe her, indem wir dem anderen zuhören, als käme er von einem anderen Stern – voller Verwunderung über dieses einzigartige Wesen. Unser Partner ist nicht von sich aus einzigartig, sondern wird es durch unser vorurteilsfreies Zuhören.

    Wir können emotionale Nähe zulassen, indem wir uns bannen lassen von Begegnungen, als wäre es unsere letzte. Wenn wir uns selbst loslassen, unser Ego und unsere Rechthabereien, und wenn wir uns nicht mehr wichtig nehmen.

    SICH VERBINDEN UND FREI BLEIBEN​

    Um mit einem Menschen wirklich emotionale Verbundenheit herstellen zu können, müssen wir uns ihm angstfrei und aus freien Stücken zuwenden können.

    Nähe können wir mit einem Menschen herstellen, zu dem wir auch leicht Distanz schaffen können.

    Nähe oder Distanz sind in jeder Partnerschaft nur vorübergehende Zustände, die wir als dynamisch vitale Bedürfnissen in eine Partnerschaft mitbringen. für manche Menschen ist diese Dynamik nicht leicht auszuhalten.

    Wer sich nicht in die inneren Angelegenheiten des Partners einmischt, kommt leichter mit diesem dynamischen Geschehen zurecht und weiß auch die darin liegende Freiheit zu genießen. Je mehr wir vom Partner erwarten, dass er sich ändert, desto mehr verstricken wir uns mit ihm und können ihn nur schlecht loslassen.

    Aus dem Zen-Buddhismus stammt das geflügelte Wort: „frei verbunden“ sein. Im ersten Moment mag es widersprüchlich klingen, weil wir mit Verbundenheit sofort Unfreiheit verbinden. Und gleichzeitig spüren wir, wie richtig es ist.

    Wer aber in der Lage ist, sich jederzeit aus freien Stücken auf Nähe einzulassen, der kann auch wieder auf Distanz gehen.

    Freiheit bedeutet nicht Beliebigkeit und keineswegs „Distanz“. Freiheit im Sinne einer Beziehung ist Ausdruck für eine innere Unabhängigkeit und Stärke.

    Wer emotionale Verbundenheit herstellen will, braucht das Vertrauen und die Gelassenheit, dass sie sich einstellt, sobald wir innerlich frei sind.

    In einer Partnerschaft passiert das manchmal gegenläufig. Im Vertrauen auf die Richtigkeit der wechselhaften Dynamik einer Beziehung können aber beide Partner damit umgehen.

    Ohne Urteil schauen​

    Um aus freien Stücken zu agieren und zu entscheiden, müssen wir uns auch aus den Verstrickungen mit anderen Personen lösen.

    Zu diesen Verstrickungen gehören auch unsere Urteile und Meinungen über unseren Lebensgefährten. Die Glaubenssätze und Klischees, die wir schon seit unserer Kindheit oder Jugend über Männer und Frauen haben, blockieren uns. Lerne also, deinem Partner ohne Urteil zu begegnen.

    All unsere Urteile über Menschen verhindern Nähe und auch frei fließende Liebe.

    Die unbewussten Erwartungen, die immer wieder als Enttäuschungen hochpoppen, schieben einen Riegel vor jede Bereitschaft, sich auf Nähe einzulassen.

    Sich selbst nah bleiben​

    Wie willst du die Nähe des anderen Menschen spüren, wenn du dir selbst nicht nah sein kannst?

    Wenn du mehr emotionale Nähe herstellen willst, fang bei dir an. Akzeptiere dich, wie du bist. Das Internet ist voll mit Möglichkeiten, Programmen und Selbstlern-Kursen, die dir helfen, mehr Selbstliebe und ein starkes Selbstwertgefühl zu entwickeln.

    Die Selbstliebe ist der Grundstock für eine Verbundenheit in Liebe. Und Nähe zu sich selbst sollte nicht verwechselt werden mit narzisstischer Selbstverliebtheit.

    Beginne eine aufregende Reise zu dir selbst. Manchmal ist es eine Art Abstieg in seinen Seelenkeller mit seinen berühmt-berüchtigten Leichen.

    Viele Menschen haben sich ihre Gefühle und Bedürfnisse im Laufe ihres Lebens wegrationalisiert. Ihre Seele ist völlig erkaltet. Da ist die neuerliche Begegnung mit seinen Empfindungen und Gefühlen durch Therapie und Selbsterfahrung wie eine Nahtod-Erfahrung.

    Bei dieser Reise zu dir selbst begegnest du auch muffigen Überzeugungen über Partnerschaft. Überprüfe deine Klischees über Männer und Frauen. Finde einen echten Zugang zu dir und die Welt steht dir offen. Dein Partner wird es dir danken. Na ja – vielleicht, denn nicht jeder Partner geht diesen Weg gerne mit.

    Aber einer wird es dir auf alle Fälle danken: du dir selbst!

    WAS BEDEUTET NÄHE ZU SICH SELBST?​

    Nähe zu sich selbst bedeutet sich selbst zu spüren und seine Gefühle zu zeigen. Seine Bedürfnisse zu fühlen und für ihre Befriedigung zu sorgen. Um seine starken und schwachen Seiten ‚hautnah‘ zu erleben.
    Und vor allem auch, sich nicht ständig mit anderen zu vergleichen.

    Es bedeutet Verständnis für sich selbst zu haben, ohne alles gut zu finden. Aber alles zu akzeptieren in der verständnisvollen Gewissheit, es zur Zeit nicht besser hinzukriegen.

    Nähe zu sich bedeutet, seine unzumutbaren Seiten anderen Menschen zuzumuten. Ohne schlechtes Gewissen. Wir sind alle nur Menschen.

    Nähe zu sich bedeutet nicht nur von menschlichen Schwächen zu reden, sondern sie zu leben und lieben. Sich anzunehmen.

    Nähe zu sich bedeutet Spaß und Freude mit sich selbst zu haben.

    Nähe zu uns erleben wir, wenn wir uns lieben für die einfühlsame Weise, wie wir mit unseren Kindern umgehen oder unserem Partner.

    Wenn wir unsere kreativen Ideen wertschätzen.

    Wenn wir unsere Schattenseiten annehmen: unsere Lügen nachsichtig belächeln und uns dafür entschuldigen.

    Wenn wir unsere Ängste willkommen heißen, um mehr über uns zu erfahren und auch andere Gefühle nicht aus falscher Rücksicht zu unterdrücken.

    Wenn wir unsere beschränkten Möglichkeiten und Fähigkeiten als fast unerschöpfliche Fülle spüren und uns gern verschenken, ohne daran denken, dem Beschenkten irgendwann einmal eine Gegenrechnung aufzumachen.

    Wir sind uns nah, wenn wir uns selbst genügen und uns als ein Glücksfall für uns erleben. Dann übrigens sind wir es auch für unsere Mitmenschen.

    Bleibe bei dir​

    Schalte deinen Verstand ab, fühle deine Grundgefühle und achte auf deine Empfindungen. Nähe ist das Erleben und das Spüren seiner Gefühle und Bedürfnisse, unmittelbares und körperliches Empfinden.

    Es ist das Spüren seiner Vitalität. Es ist ganz weit weg von Verstand und Gedanken. Nähe lässt sich nicht „herholen“ und erdenken, sondern muss sie zulassen.

    Mit einem gesunden Selbstwertgefühl kann jeder sein Kontrollbedürfnis loslassen. Er wird der Sprunghaftigkeit seiner Gefühle und seinen unerklärlichen Bedürfnissen begegnen.

    Mit mehr Selbstliebe werden wir unser Leben nicht mehr in bestimmte Richtungen steuern wollen, sondern wir lassen uns eher treiben. Aus Angst vor bösen Überraschungen wird Freude vor den Überraschungen. Was bringt das Leben?

    Wir in der westlichen Welt leben durchgetaktet und haben längst verlernt, auf die Signale unseres Körpers zu hören. Der Verstand hat die Herrschaft über uns übernommen. Er verplant uns und ignoriert unsere Bedürfnisse. Wir leben vernünftig und stressen uns selbst durch ständiges Vergleichen mit anderen Menschen.

    Wir essen nicht, sondern ernähren uns. Wir essen nicht, was wir gerne essen würden, sondern essen, was aus ernährungsphysiologischer Sicht richtig ist. Keiner schmeckt die lebenswichtigen Inhaltsstoffe heraus, sondern er vertraut den gelesenen Informationen.

    Der Geist simuliert Erfahrung, kann sie aber nicht ersetzen.

    Kein Wunder also, wenn wir immer fetter werden, aber der Körper verhungert.

    Auch im übertragenen Sinne. Die Seele verhungert, weil der Verstand als Werkzeug des Alltagsbewältigung keine intime Nähe herstellen kann.

    Das kann auch keiner von unserem Verstand erwarten. Das wäre so, als würde man von einem Fisch erwarten auf Bäume zu klettern.

    Aber wir erwarten es, weil wir verlernt haben, Gefühle zu fühlen.

    Lerne dich selbst kennen​

    Wenn du deine Glaubenssätze über Frauen und Männer kennenlernen möchtest, dann ergänze die folgenden Sätze so oft dir etwas einfällt:

    Frauen/Männer sollen …

    Frauen/Männer sind …

    Wenn du wissen willst, welche Qualitäten dein Lebensgefährte in eure Partnerschaft mitbringen sollte, dann ergänze auch den nächsten Satz so oft es geht:

    Mein Mann/meine Frau sollte …

    Ist dir aufgefallen, dass dir Ergänzungen einfallen, die vielleicht dein jetziger Partner gar nicht mitbringt? Erwartest du vielleicht Eigenschaften, die er noch nie gezeigt hat und auf die du seit Jahren hoffst, dass er sie vielleicht noch entwickelt?

    Solltet ihr vielleicht mehr miteinander reden?!

    ‚Reden‘ war noch nie die Stärke deines Mannes. Am Anfang fandst du das super, weil du einen guten Zuhörer hattest?!

    Oder sollte deine Frau weniger reden? Aber sie wollte sich schon immer mitteilen und am Anfang fandst du das super, weil du einfach nur zuhören konntest? Nur mittlerweile ist es dir zuviel?

    Vielleicht hast du zu Beginn eurer Liebe und Partnerschaft gedacht, dein Partner würde deine Kriterien emotionaler Verbundenheit erfüllen. Aber es hat sich als Trugschluss herausgestellt.

    Im Streit wedelt man mit den imaginären „Geschäftsbedingungen“, den AGB einer Beziehung vor der Nase seines Partners rum und wirft ihm schäbigen „Vertragsbruch“ vor.

    Die allermeisten Partnerschaften beginnen als Liebesbeziehung mit inniger Nähe und emotionaler Verbindung. Es läuft wie von allein. Easy peasy.

    Auf den ersten Blick scheint ein neuer Partner alles mitzubringen, was wir brauchen. Auf den zweiten Blick meinen manche auf die nächste Mogelpackung hereingefallen zu sein.

    Man darf seinen Partner nicht verletzen - ist das wahr?
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    VERBINDUNG MIT SICH HERSTELLEN​

    Nimm dich nicht länger zurück. Nimm deine Wünsche und Bedürfnisse wahr. Äußere sie, mute sie deinem Partner zu. Teile sie mit anderen Menschen.

    Viele von uns haben Angst, ihre Wünsche und Bedürfnisse zu äußern, und sie glauben, Wünsche müssten vom Partner erfüllt werden. Automatisch.

    Warum sollten geäußerte Wünsche automatisch vom Partner erfüllt werden? Nicht jeder Partner kann bestimmte Wünsche erfüllen. Trotzdem muss man sie zumindest äußern dürfen. Und auch der Partner darf sagen können: Das kann ich dir nicht erfüllen!Nimm dich nicht länger zurück. Nimm deine Wünsche und Bedürfnisse wahr. Äußere sie, mute sie deinem Partner zu. Teile sie mit anderen Menschen.

    Viele von uns haben Angst, ihre Wünsche und Bedürfnisse zu äußern, und sie glauben, Wünsche müssten vom Partner erfüllt werden. Automatisch.

    Warum sollten geäußerte Wünsche automatisch vom Partner erfüllt werden? Nicht jeder Partner kann bestimmte Wünsche erfüllen. Trotzdem muss man sie zumindest äußern dürfen. Und auch der Partner darf sagen können: Das kann ich dir nicht erfüllen!

    Es ist halb so schwierig Bedürfnisse zu äußern, wenn du weißt, dass dein Partner sie nicht erfüllen muss. Und er wiederum nicht denkt, er müsste sofort eine Lösung parat haben.

    Wünsche wollen erfüllt. Ja. Und Bedürfnisse wollen befriedigt werden. Ja. Aber es ist nicht die Aufgabe des Partners, sie zu erfüllen. Es ist deine Aufgabe. Du trägst die Verantwortung für dein Leben und trägst deinen Teil in einer glücklichen Beziehung.

    Wenn du der Meinung bist, dein Partner sollte deine Bedürfnisse erfüllen – weil das deine Vorstellung von Liebe ist –, dann machst du dich abhängig von einem Menschen, der möglicherweise diese Bedürfnisse gar nicht erfüllen kann. Oder will.

    Emotionale Abhängigkeit hat nichts mit Liebe zu tun. Im Gegenteil. Wer nicht die Verantwortung für seine Beziehung und sein Leben  übernimmt, und wer Entscheidungen um des lieben Frieden willen an seinen Partner abgibt, der gibt sein Leben aus der Hand. Trennungsangst, quälende Eifersucht und gleichzeitig eine hausgemachte“ Beziehungskrise sind die Folgen.

    Befriedige deine Bedürfnisse selbst​

    Wenn du emotionale Nähe herstellen willst, dann teile deine Bedürfnisse, deine Sehnsüchte und deine heimlichen Leidenschaften mit deinem Lebensgefährten.

    Aber erwarte nicht von ihm, dass er sich darum kümmert. Manche warten ein Leben lang. Vergeblich.

    Und wenn es dir gelingt, dich frei und ohne Absicht zu äußern, bist du auch frei genug dich selbst um deine Bedürfnisse kümmern. Und deine eigenen Entscheidungen zu treffen.

    Befriedige deine Bedürfnisse selbst, bleib bei dir und vergleiche dich nicht länger mit anderen. Genieße dein Leben, genieße dich selbst – und bring dich als glücklichen Menschen in die Beziehung ein. 

    Dann wird jede Beziehung glücklich mit dem Partner, mit dem du leben möchtest.