Was sind eigentlich Tatsachen?

Die Dinge wahrnehmen, wie sie sind.

Ob es uns gut geht oder ob wir Stress haben – unser Leben fühlt sich oft an, als wären wir ein Spielball der Umstände. Doch was von den Umständen sind unveränderliche Tatsachen und was lässt sich ändern? Was können wir loslassen?

Oder es sind unsere Denk- und Verhaltensautomatismen, die ein Eigenleben führen, uns mitreißen und die uns glauben lassen, wir wären fremdbestimmt. Die uns das Gefühl geben, manchmal unser Leben nicht wirklich nach unseren Vorstellungen zu gestalten und zu leben.

Bei solchen Erfahrungen stellt sich unweigerlich die Frage, ob wir unser Leben selbst in der Hand haben? Oder sind wir nur biologische Roboter, die mehr schlecht als recht programmiert wurden? Insekten mit ein bisschen mehr IQ?

Was sind Tatsachen - Definition?

Eng verbunden mit der Frage, was Tatsachen sind, sind auch die Begriffe Fakten, Objektivität und Wahrheit. Mit dieser Frage beschäftigen sich Wissenschaft und Philosophie seit Jahrhunderten. Was diese beiden Disziplinen nicht geschafft haben, werde ich hier in einem kleinen Blogartikel nicht allgemeingültig klären können.

Aber ich kann es für dich und für mich so darstellen, dass es für unseren Alltag Sinn macht und wir leichter lernen können, unsere Leben freudvoller zu leben und Dinge loszulassen, an denen wir immer noch kleben – ohne es zu wollen.

Wenn man im Internet nach einer Definition von Tatsachen sucht, stößt man auf Definitionen wie: „Tatsachen sind Fakten oder Gegebenheiten, die wahr oder unwahr sein können. Tatsachen werden durch Beweise unterstützt oder widerlegt. Die Wahrheit ist eine Aussage oder Behauptung, die als wahr oder unwahr bewertet wird. Der Zusammenhang zwischen Tatsachen und Wahrheit ist, dass Tatsachen die Grundlage für die Wahrheit sind …“ Alles klar? Lust weiterzulesen? Wohl kaum. 

Aber keine Angst! Ich definiere „Tatsachen“ ganz einfach – und trotzdem richtig.

Aus meiner Praxis

Negative Bestätigung

Tatjana beschreibt sich als unsicheren und schüchternen Menschen. Sie fühlt sich von vielen andren Menschen nicht wahrgenommen oder wertgeschätzt. Gleichzeitig sagt sie über sich: „Ich bin ja auch nicht liebenswert!“

Wir wollen immer recht behalten und manipulieren unsere Gedanken, so dass wir recht bekommen.Eines Tages kommt sie im Coaching auf ihren Arbeitskollegen Marcel zu sprechen, den sie „sympathisch“ findet.

Sie findet es schade, dass er sich in ihrer Nähe nicht wohl fühlt. Sobald sich beide im Gang oder in der Kantine treffen, wirkt es so, als wäre er auf dem Sprung. Seine Hände fahren nervös durch sein Haar, er wendet viel den Kopf ab und schaut sich um. Gelangweilt. Es ist, als würde er am liebsten abhauen.

„Bleibt er denn stehen, wenn ihr euch im Gang begegnet?“ – „Schon.“

„Hat er denn „gute“ Ausreden, warum er weitergehen muss?“ – „Er muss selten weitergehen.“

„Wendet er nur den Kopf oder sieht er dich auch an?“ – „Er schaut mich auch an!“

„Welche Augenfarbe hat er?“ – „Blau!“

„Was siehst du in seinen Augen?“ – „Manchmal leuchten sie ein bisschen!“

„Wie verläuft das Gespräch? Redet ihr gleich viel oder redet einer mehr?“ – „Er redet eindeutig mehr!“

„Redet ihr nur über Berufliches oder auch Privates?“ – „Auch Privates!“

„Und dabei fährt er sich ständig mit den Händen durch die Haare?“ – „Manchmal kratzt er sich auch im Gesicht!“

„Lacht er?“ – „Viel!“

„Und du?“ – „Ich auch. Ich bin total verlegen!“

„Kratzt du dich dann im Gesicht?“ – „Nee, ich kratze mich viel an meinen Händen!“

„Und dein Kopf?! Schaust du dich manchmal um?“ – „Die ganze Zeit schaue ich mich um. Irgendwie will ich nicht, dass man uns sieht und denkt … „

„… dass du Marcel sehr magst und er dich auch?“

Tatjana schlägt die Augen nieder und lächelt: „Ja!“

Ihr Glaubenssatz, dass sie nicht liebenswert ist, hat es ihr unmöglich gemacht zu sehen, was tatsächlich passiert. Sie hat Marcels Verhalten sofort so interpretiert, dass sich ihr Glaubenssatz „Ich bin nicht liebenswert“ einmal mehr bewahrheitet.

Mit unseren Glaubenssätzen filtern und „verstehen“ wir die Welt um uns herum. Sie automatisieren unser Verhalten und blenden uns, weil wir nicht mehr sehen, was wirklich passiert. 

So bauen wir uns unsere eigene Welt. Wir glauben, „Tatsachen“ zu beurteilen, und merken gar nicht, wie unsere Urteile zu Tatsachen werden. 

Mehr Fallbeispiele aus der Praxis

Bedeutung von Tatsachen

Wer genau weiß, was Tatsachen sind, hat einen anderen Zugang zu dem Begriff und für den ändert sich auch die Bedeutung.

Tatsachen spielen unserem täglichen Zusammenleben eine große Rolle. In Beziehungen streiten wir uns oft genug über die Tatsachen, und jeder des Streithähne pocht darauf die Tatsachen zu kennen. 

Und wer kennt das nicht, dass im Streit nur noch die Tatsachen definiert werden, aber das darunter liegende Thema – die Eifersucht, die seelische Isolation usw. – völlig aus den Augen verloren wird?

Die Bedeutung von Tatsachen liegt auch in der Art und Weise, wie wir unsere Vergangenheit erklären und verklären. Oder auch – und das ist zumindest auf meiner Homepage die größte Bedeutung: wie gehen wir mit den Dingen um, die wir loslassen wollen? Wie kann loslassen wirklich gelingen? 

Ohne das Wesen von Tatsachen und ihre Bedeutung zu verstehen, ist ein echtes dauerhafte Loslassen nicht möglich.

Tatsachen sind ganz einfach – immer

Für viele von uns sind Tatsachen all das, was sie umgibt. Mehr oder weniger alles. Das Leben. Die Umstände. Alle Sachverhalte, die wir sehen und erleben. Und auch alles, was wir hören: Die Nachrichten im Fernsehen, die Nachrichten aus der Zeitung sind Tatsachen oder auch Fakten.

Es sind die Dinge, die uns oder anderen passieren. Die Dinge, die uns und anderen widerfahren. Die wir erleben: das alles – glauben wir – sind Tatsachen. Kurz: unser individuelles Leben und das der anderen sind unser aller Tatsachen. Glauben wir.

Doch Tatsachen sind viel weniger.

Tatsachen sind die Dinge auf der Welt, die alle Menschen gleich erleben. Egal ob Westeuropäer, Südamerikaner, Masai oder Eskimo. 

Ein Apfel fällt überall auf der Welt von oben nach unten. Kein Mensch sieht das anders. Vögel fliegen, Fische schwimmen. Alles ganz einfach. Ein Mann geht, eine Frau sitzt, ein Kind schläft. Es regnet. Das sind Tatsachen.

Über Tatsachen – das ist wichtig zu wissen – können wir uns nicht streiten.

Sobald wir eine Tatsache wahrnehmen – sei es über die Augen oder die Ohren – beginnt sofort das „Nach-Denken“ – im wahrsten Sinne des Wortes. Und dieses Nach-Denken ist durch unsere persönliche Lebensgeschichte und die persönlichen Einstellungen individuell gefärbt.

Doch mit „nachgedachten Gedanken“ sind Tatsachen schon keine Tatsachen mehr. Das sind TatsachenPlus – quasi. Auch Meinung oder Urteil oder Einstellung genannt.

Beispiel für eine Tatsache

Du siehst eine Frau auf einer Parkbank sitzen. Das würde jeder Mensch auf der Welt genauso sehen: Die Bank steht in einem Park. Und auf der Bank sitzt eine Frau.

Du nimmst diese Situation wahr und denkst: „Da sitzt eine schöne Frau auf der Bank!“ – und wumms, aus der Tatsache wird eine Meinung. 

„Schön“ ist deine Meinung, keine Tatsache. Du siehst, wie die Frau nichts tut außer dazusitzen. Manchmal schaut sie sich nach rechts und links um, und du denkst: „Die langweilt sich!“ Eine andere Person, die die Frau sitzen und sich umschauen sieht, denkt vielleicht: „Sie genießt die Aussicht“ und wieder eine andere Person glaubt, dass die Frau auf jemanden wartet.

Über die Tatsache sind sich alle einig: „Eine Frau sitzt auf einer Parkbank.“ Ob die Frau sich dabei langweilt, ob sie auf jemanden wartet oder die Aussicht genießt, sind Vermutungen oder Gedanken, die auf die Tatsachen „draufgesattelt“ werden. 

Und ob die Frau schön ist, ist eine subjektive Empfindung.

Wie können wir nur Tatsachen wahrnehmen?

Wie wäre ein Leben, in dem wir nur die Tatsachen sehen könnten? Ein Leben ohne subjektives Urteil? Schwer vorstellbar.

Zwar mag es schwierig umzusetzen sein, aber es gibt viele Menschen, die es zumindest versuchen, das Leben möglichst urteilsfrei zu leben. Zen-buddhistische Meditation und Aufmerksamkeitsübungen helfen dabei.

Videokamera

Du kannst dir auch vorstellen, du wärst eine Video-Kamera, die alles um sich herum aufzeichnet, ohne jeden Verstand, der die Dinge sogleich beurteilt. Dir würden als erstes Bewegungen auffallen. Du wirst aufzeichnen, wie jemand von A nach B läuft. Schnell oder Langsam. Wie er vor einer anderen Person stehenbleibt. Du hörst nichts, aber du siehst sie gestikulieren.

Ein neuer Mensch

Du kannst dir auch vorstellen, dass du über Nacht dein altes Leben verloren hast und um dich herum ist alles neu und ungewohnt. Das ist eine wirklich spannende Übung: Dein Partner als fremder Mensch in deinem Bett. Oder beim Frühstück: Seine Art zu essen, das Brot zu streichen, den Kaffee zu trinken, überhaupt, was ist das für ein Geruch in der Wohnung? Wie ist sie eingerichtet? Usw. 

Und du? Du kannst dir selbst unvoreingenommen begegnen und dich neu kennenlernen.

Marsbewohner

Eine andere Idee, wie man sich ein „Leben in Tatsachen“ vorstellen kann, ist es, als Marsbewohner zu Besuch auf die Erde zu kommen. Du begegnest zum ersten Mal Pflanzen, Tieren und Menschen. Die Pflanzen fallen dir vielleicht durch ihre vielfältigen Formen auf. Die Tiere und Menschen durch die Art und Weise, wie sie sich bewegen. Was sie „machen“.

Du als Marsianer ohne Urteilsvermögen siehst Menschen, die in Städten kreuz und quer laufen. Die sich überholen, die miteinander Hand in Hand gehen. Oder sich umarmen. Die sich gegenüberstehen und gestikulieren. Die Laute erzeugen, die du nicht verstehst. Für dich als Marsianer ist alles seltsam. Du wirst – zurück auf dem Mars – von diesen Wesen berichten.

Warum tun die Menschen das? Du als Marsianer willst das gar nicht wissen. Es ist auch nicht deine Aufgabe, den anderen Marsianern das Geschehen auf der Erde zu erklären. Du sollst nur beschreiben und nichts erklären. Für alles eine Erklärung zu suchen ist eine sehr menschliche Eigenschaft.

Fotoapparat

Oder versuche doch einmal, als „lebender Fotoapparat“ durch die Welt zu gehen. Bleibe bei einem Spaziergang einen kurzen Moment stehen, mach ein Klick mit deinen Lidern und beschreibe dir selbst (laut oder leise) diese Momentaufnahme. Was ist dir im Gedächtnis geblieben.

Geht weiter und mach das nächste Foto. Immer wieder.

Und was ist der Nutzen von all diesen Übungen? Erstens wird dir klar, was Tatsachen wirklich sind. 

Außerdem wirst du große Ruhe finden. Eine innere Freiheit – eine Freiheit vom ganzen Gedankengeplapper, das im Alltag durch deinen Schädel lärmt.

Diese Übungen sind wunderbare Hilfen, um loslassen zu lernen. Wenn dich etwas umtreibt, versuche wie eine Kamera die Situation zu erfassen – ganz ohne Gedanken und spüre in dich hinein, wie viel der Spannung geht, sobald du nur noch die Tatsachen siehst.

Vermutungen, Meinungen und Urteile

Du siehst, dass die Abgrenzung zwischen Tatsachen und einer Meinung sehr schwer sind. Im Alltag nehmen wir sie nicht wirklich wahr und sind uns auch nicht darüber bewusst. Das macht es so schwer loszulassen.

Mehr oder weniger alles, was wir wahrnehmen und worüber wir nachdenken, sind in unseren Augen Tatsachen.

Es sind die vermeintlichen Tatsachen, die uns nachts umtreiben und nicht schlafen lassen.

Wer lernen will loszulassen, muss nicht nur bewusst nachdenken, eben reflektieren, sondern sich auch bewusst machen, dass er in den allermeisten Fällen nicht über Tatsachen nachdenkt, sondern über seine Gedanken und Vermutungen und über seine Meinung.

Über Gedanken nachdenken

Um bei dem Beispiel von oben zu bleiben. Über die Tatsache „Eine Frau sitzt auf der Parkbank!“ wird kein Mensch nachdenken. Wenn er aber vermutet, dass die Frau auf jemanden wartet, schießen die Spekulationen ins Kraut: Wartet sie auf ihren Mann? Oder auf ihren Lover? Ist sie überhaupt liiert? Wartet sie vielleicht auf den Pizza-Service?

Wir dichten also den Tatsachen (fast) immer etwas hinzu – und darüber denken wir nach. Streng genommen denken wir über unsere Gedanken nach und nicht über Tatsachen.

Der objektive Blick auf einen Menschen, was er tatsächlich tut, ist so gut wie unmöglich. Plakativ gesagt erfinden wir einen Menschen, sobald wir zum ersten Mal begegnen. Wir konstruieren uns unsere Welt.

Wir halten also nicht an Tatsachen fest, sondern an unseren Gedanken.

Verantwortung übernehmen

Das zu wissen ist wichtig, wenn du Verantwortung für dein Leben übernehmen willst. Im Grunde genommen hast du die Verantwortung zwar schon seit deiner Geburt – nur weißt du es nicht.

Und mit Verantwortung gemeint ist der Sachverhalt, dass wir uns unsere Welt, wie wir sie mental wahrnehmen und selbst konstruieren.

Es gibt nicht wenige Menschen, die von sich sagen, dass sie reflektiert sind und viel über sich nachdenken. Aber da sie nicht über Tatsachen nachdenken, sondern über ihre Gedanken, und sich dessen nicht bewusst sind, endet es oft im Grübelzwang

Sie bewegen sich in einer Gedankenblase, aus der sie nicht mehr herauskommen.

So konstruieren wir uns unsere Welt

Du kannst dir deine Welt so konstruieren, wie du willst. Wenn du positiv denkst, wirst du eine positive Welt erschaffen. Wenn du negativ denkst, wirst du eine negative Welt erschaffen. Alles beginnt mit deinen Gedanken.

Wenn du dich selbst zu sehr kritisierst, wirst du eine depressive Welt erschaffen. Wenn du dich selbst zu sehr lobst, wirst du eine selbstgefällige Welt erschaffen. Und natürlich wirkt sich das auch auf die Wahrnehmung deiner Umwelt aus, denn du projizierst deine innere Welt auf die äußere Welt.

Finde ein Gleichgewicht, um eine ausgewogene Welt zu erschaffen.

Vom Schönreden und Schlechtmachen

Ob du die Welt schönredest oder schlecht machst, ist letzten Endes dasselbe, es sind zwei Seiten einer Medaille: sich seine Realität kraft seiner Gedanken zu erschaffen. 

Die Welt ist weder positiv oder negativ. Die Welt ist das, was du draus machst. 

Und wie willst du leben? Optimistisch oder pessimistisch? Voller Freude oder voller Frust. Du hast es in der Hand.

Natürlich kennt jeder von uns Menschen, die genauso denken wir wir. Oder sehr ähnlich. Aber das heißt nicht, dass unsere „gemeinsame“ Realität wahrer ist. Das heißt nur, dass wir dank dieser ähnlich denkenden Menschen nicht allein sind mit unseren Gedanken und unserer Weltkonstruktion.

Denen schließen wir uns bekanntlich gerne an. Unserer Peergroup. 

lassen sich Tatsachen verdrehen?

Hand auf Herz: Verdrehst du nicht auch manchmal Tatsachen? Wahrscheinlich nicht. Aber andere Menschen tun es?! Wie ist es mit deinem Partner, wenn ihr euch streitet. Verdreht er nicht manchmal die Tatsachen?

Tatsachen verdrehen immer nur die anderen. Klar. Wir doch nicht! Und wir erleben es als unglaubliche Unverschämtheit, wie andere Menschen lügen und betrügen und uns etwas vormachen wollen. Wie die die Tatsachen verdrehen! 

Geht man einmal davon aus, dass die betreffenden Menschen nicht lügen, dann verdrehen sie die Tatsachen auch nicht, sondern sie interpretieren sie nur anders als wir es tun. Sie konstruieren ihre Welt anders als wir es tun. Auch dein Partner verdreht die Welt nicht, sondern konstruiert sie nur anders.

Mit anderen Gedanken, anderen Meinungen, anderen Einstellungen, anderen Glaubenssätzen. Die Art und Weise, wie er sich seine Welt macht, unterscheidet sich kein bisschen von deiner. Nur die Inhalte sind anders. Das Etikett.

Überall auf der Welt werden Weintrauben auf dieselbe Art und Weise gekeltert. Und überall auf der Welt ist ein anderer Wein in den Flaschen.

Was kann daran schlecht sein? Ist das vorsätzlich im Sinne einer bewussten Verdrehung?

Was – glaubst du – passiert bei ihnen im Kopf? Sind sie partiell geisteskrank? Ein bisschen böswillig? Intrigant? Oft erleben wir es ja auch als Trotz: Sie wollen uns aus Trotz nicht recht geben!?

Aber sie sind weder geistig neben der Spur noch intrigant. Sie interpretieren die gemeinsam erlebte Situationen anders. Sie leben in ihrer eigenen konstruierten  subjektiven Realität –so wie du und ich.

Streit und Manipulation

Keine Realität ist besser als die andere. Weder meine noch deine noch die anderer Menschen. Leider aber streiten wir immer noch darum, wessen Welt und wessen Weltverständnis das richtigere ist. In den allermeisten Streits zwischen zwei Menschen, Menschengruppen und Nationen geht’s darum, wer recht hat.

Die Behauptung, der Konfliktpartner würde die Tatsachen verdrehen, dient nur dazu, die Argumente des anderen zu entwerten oder ihn zu manipulieren.

Die Realität der Anderen

Du konstruierst nicht nur deine eigene Welt, sondern auch die deiner Mitmenschen. 

Unser Denken beeinflusst unser Handeln, unser Handeln wiederum beeinflusst die anderen Menschen, wie sie auf uns reagieren, und wie sie auf uns reagieren, beeinflusst unser Denken, und lässt uns entsprechend handeln … 

Wenn du anderen Menschen mit Respekt begegnest, werden sie dir eher den Respekt entgegenbringen. Wenn du anderen Menschen mit Liebe begegnest, werden sie dir Liebe entgegenbringen. Sei die Veränderung, die du in der Welt sehen willst.

Konstruiere also deine Welt so, wie du sie haben willst. Alles beginnt mit dir.

Deine erfundenen Mitmenschen

Ein Menschen, der viel redet (Tatsache), wird vielleicht in unseren Augen ein redegewandter oder ein redseliger Mensch. Oder ein Aufschneider oder eine Quasselstrippe. Aus einem ruhigem Menschen wird ein Langweiler oder ein Mensch mit Tiefgang. Ein Denker.

Personen, denen wir zum ersten Mal begegnen, werfen wir unserem Urteilsvermögen zum Fraß vor. Unser Urteil fällen wir blitzschnell und damit wird dieser Mensch unserer persönlichen Realität einverleibt und integriert.

Im Laufe der Zeit bestätigt sich dieses Urteil über den anderen. Der erste Eindruck bleibt, wie es treffend heißt. Und Tatsachen, die unserem Urteil widersprechen, wollen wir nicht sehen und blenden sie aus. 

Leugnen, ignorieren und verharmlosen sind einige wenige effektive Mittel, um unsere konstruierte Welt „krisenfest“ zu halten.

Der, der bei den nächsten Begegnungen wenig redet, bestätigt, dass er ein Langweiler ist. Oder er bestätigt, dass er ein Mensch mit Tiefgang ist.

Und aus dem ersten subjektiven Eindruck wird durch Wiederholung die Bestätigung, dass wir von Anfang an mit unserem Urteil richtig lagen. Wir hatten offensichtlich recht mit unserer Ersteinschätzung – und sind stolz auf unsere Menschenkenntnis. 

Doch eigentlich bestätigen wir nur, dass wir andere Eigenschaften des anderen gar nicht sehen können.

Ich liebe es, wenn Menschen Freudensprünge machen. Wie ich. Der Weg dorthin – mein Ding. Gemeinsam verwandeln wir das Ich-Kann-Nicht in ein Wow-So-Geht’s. Aus einem Irgendwann-Mal machen wir ein JETZT. Für deine Freudensprünge.

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