Subjektive Wahrnehmung

Jeder aus einer anderen Perspektive

Viele Konflikte, Missverständnisse und Enttäuschungen beruhen auf der subjektiven Wahrnehmung der Realität. Nichts ist, wie es scheint.

Beim Stichwort „Subjektivität und Objektivität“ stellt sich automatisch die Frage, inwiefern es überhaupt nützlich ist, sich mit diesem Thema auseinander zu setzen. Was hat das mit meinem Leben zu tun?

Die Antwort ist schnell gegeben: Viele Konflikte und Streits, Missverständnisse und Enttäuschungen beruhen auf unserer subjektiven Wahrnehmung, die sich allerdings als Objektivität verkleidet hat.

Diese „gefühlte“ Objektivität gibt uns das Gefühl, auf der „richtigen“ Seite zu stehen und lässt uns für unsere Sache kämpfen. Viele Beziehungskonflikte drehen sich um die Sache, sondern um die Frage, wer recht an.

Wer sich im Recht fühlt, der bringt kein Verständnis für Mitmenschen oder Ehepartner auf. Doch genau dieses Verständnis erwarten viele Menschen von ihrem Partner, um in eine erfüllende Partnerschaft leben zu können.

SUBJEKTIVITÄT​

Die „subjektive Wahrnehmung“ ist ein Schlagwort, mit dem man versucht zu erklären, wie es zu Konflikten und Streit kommen kann. Wie wir alle wissen, haben erleben alle beteiligten Menschen einer Situation diese sehr unterschiedlich.

Ein bekanntes Beispiel ist die Schwierigkeit, einen Unfallhergang zu rekonstruieren. Fünf Beteiligte, fünf unterschiedliche Unfälle. Auch scheinen manche Paare, wenn sie von ihrem gemeinsamen Urlaub berichten, an unterschiedlichen Orten und zu unterschiedlichen Zeiten dort gewesen zu sein – wenn man ihr ständiges gegenseitiges Korrigieren so interpretiert.

In unserer westlichen Welt gehört diese subjektive Wahrnehmung zu unserem Selbstverständnis und ist Teil unserer menschlichen Würde. Das aber heißt nicht, dass es jeder Mitmensch schon verinnerlicht hat. Subjektivität steht wie das ungeliebte Mitbringsel eines Bekannten theoretisch „im Raum“.

Einige Menschen wissen um ihre subjektive Wahrnehmung. Aber es fällt ihnen schwer, sie im Alltag auch zu erleben: Sobald irgendeine Angelegenheit wichtig ist, wird jede Bewusstheit über seine eigene subjektive Wahrnehmung vergessen. Gegenseitiges Unverständnis kann nicht aufgelöst werden, Missverständnisse bleiben Missverständnisse. Konflikte schwelen und brechen auf. 

Unsere Vorstellung von unserer Wirklichkeit sieht so aus. Der größte Teil unserer Wirklichkeit ist Realität und unsere Individualität spielt nur eine sehr kleine Rolle.

Das Gegenteil ist aber der Fall. Unsere individuelle Wirklichkeit besteht nur aus einem kleinen Teil „physikalischer Realität“.

Diesem Teil unserer Wirklichkeit geben wir als Quelle der Tatsachen“ eine große Bedeutung. Sie ist in unserer Vorstellung der kleinste gemeinsame Nenner mit unseren Mitmenschen, mit denen wir um die Tatsachen und Fakten, kurz um die Wahrheit streiten.

Zum größten Teil aber sind wir Subjektivität.

OBJEKTIVITÄT​

Der subjektiven Wahrnehmung wird die objektive Wahrnehmung gegenübergestellt. Mit diesem Begriff verbunden wird eine klare und eher fachkompetente Sichtweise – was auch immer Fachleute darunter verstehen. Es ist die Sichtweise und Einstellung der Experten. Es ist ein nüchternes Denken, frei von Emotionen und Gefühlen.

Genauso gut – was ich besser finde – kann man der subjektiven Wahrnehmung eine neutrale Wahrnehmung gegenüberstellen. Also eine wertungsfreie Wahrnehmung – eine Wahrnehmung ohne Urteil oder durch den Filter von Glaubenssätzen, wie es bei Aufmerksamkeitsübungen nach Jon Kabat-Zinn oder im Zen-Buddhismus praktiziert wird.

Realität oder Illusion?​

Wir alle leben in einer Welt, von der wir annehmen, dass wir sie mit allen anderen Menschen teilen. Das ist – beim ersten Blick auf die Weltkugel – soweit richtig. Jeder Mensch hat auf diesem Planeten seinen Platz.

Wir teilen eine Welt, die wir gerne als unsere Wirklichkeit oder Realität bezeichnen. Unsere Wirklichkeit ist aber mehr als nur ein Haufen von Tatsachen und Fakten, sondern sie besteht auch aus viel subjektiver Wahrnehmung, die einen viel größeren Anteil ausmacht.

Diese subjektiven Wahrnehmung, eine Art Filter aus bewertenden Urteilen und Meinungen, aus Gedanken und Glaubenssätzen, ist der Schoß für persönliches Wachstum.

Akzent Quote

Tatsachen werden mit Bedeutung und Gefühlen subjektiv angereichert.​

Ekke Scholz

Wichtig zu wissen ist, dass die subjektive Wahrnehmung nicht wie eine Videokamera funktioniert, sondern aktiv die äußeren Tatsachen und Erscheinungen selektiert: fokussiert und ignoriert.

„Subjektive Wahrnehmung“ reduziert das „Informations-Angebot“ der Außenwelt auf die für das Individuum relevanten Informationen. So zieht Bewegung immer unsere Aufmerksamkeit auf sich und ignoriert die statische Umgebung, die zu einem unbeachteten Hintergrund verschwimmt.

SUBJEKTIVITÄT IST UNSER SCHICKSAL​

Äußere physische Tatsachen und subjektive Wahrnehmung/ Subjektivität bilden gemeinsam die Basis für unsere individuelle Wahrnehmung der Welt.

Doch anstatt sich für die Individualität der anderen Menschen zu interessieren, versuchen wir in unserer Gesellschaft, uns gegenseitig auf „objektives Denken“ zu trimmen. Es ist eine Form von Gleichmacherei, an deren Ende Konflikte um die sogenannten Tatsachen stehen.

Die Frage ist: wo fängt subjektive Wahrnehmung an und wo hören die objektiven Tatsachen auf?

Im ersten Moment hört sich diese Frage überflüssig an, denn jeder von uns glaubt zu wissen, was Tatsachen sind und was subjektive Wahrnehmung. Doch wenn man bedenkt, wie viel wir in Konflikten und beim Streit darüber diskutieren, was wahr ist und was nicht, dann scheint innerhalb der Bevölkerung und innerhalb von Beziehungen unterschiedliche Vorstellungen von objektiven Tatbeständen zu geben.

Wie "fühlt" sich Welt an?​

Es ist, als würde die Welt um uns herum ablaufen wie ein Film – und wir spielen mit.

Mit Herz und Verstand begleiten wir das, was wir als „Schaupsieler“ sehen und hören. Wir gehen quasi mit, freuen oder ärgern uns. Dinge passieren und geben ihnen eine Bedeutung; die Bedeutung für unser Leben. Wir werden traurig oder bekommen Angst. Wir machen uns Gedanken, fällen unser Urteil und kommentieren mit losem Mundwerk. Das Leben läuft und läuft – und wir laufen mit.

Manchmal greifen wir ein, versuchen zu verändern, was geändert werden sollte. Aber im Großen und Ganzen funktioniert Leben auch ohne uns – nur nicht so gut 😉

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Mit Herz und Verstand begleiten wir das, was wir als „Schauspieler“ sehen und hören. Wir gehen quasi mit, freuen oder ärgern uns. Dinge passieren und geben ihnen eine Bedeutung; die Bedeutung für unser Leben. Wir werden traurig oder bekommen Angst. Wir machen uns Gedanken, fällen unser Urteil und kommentieren mit losem Mundwerk. Das Leben läuft und läuft – und wir laufen mit.

Manchmal greifen wir ein, versuchen zu verändern, was geändert werden sollte. Aber im Großen und Ganzen funktioniert Leben auch ohne uns – nur nicht so gut 😉

Unsere Gedanken und Grundgefühle sind eine Reaktion auf das, was um uns herum passiert. Unser Leben ist der Versuch, das Beste aus den Situationen zu machen. Viele arbeiten sich an ihrer subjektiven Realität ab.

Das Leben, die Realität, als Film und wir als Zuschauer mit unseren Empfindungen, Gefühlen und Gedanken sind miteinander verschmolzen. Alles ist eins.

Wir werden vom Leben mitgerissen. Oft genug fehlen uns Handlungs- und Entscheidungsfreiheit, und wir sagen im Falle einer verunglückten Handlung oder Entscheidung: „Was hätte ich tun sollen? Ich hatte keine Wahl!“

Wir fühlen uns ausgeliefert – von wegen Subjektivität. In diesem gnadenlosen Leben ist kein Platz für Subjektivität. Wir sehen uns als Opfer und beginnen, unser Verhalten mit den sogenannten Umständen zu rechtfertigen. Mit viel Energie und Aufwand leisten wir Überzeugungsarbeit.

Wenn wir angeblich in einer freien Gesellschaft leben, stellt sich die Frage: Wo sind wir frei, wenn wir angesichts der Umstände gar nicht anders können? Wo können wir selbstverantwortlich handeln und entscheiden, wenn uns die Umstände zu bestimmten Handlungen „zwingen“?

Subjektivität – ein Luxusgut?​

Es wirkt, als könnten wir uns subjektive Wahrnehmung gar nicht leisten oder als wäre Subjektivität ein Luxusgut.

Aber es geht nicht um Individualität von Wohnzimmerdesign, sondern um geistige Subjektivität. Um unsere inneren Unterschiede. Um uns als Persönlichkeiten. Um unseren inneren Frieden, den wir erst finden, wenn wir einander in unsere Subjektivität annehmen.

Im Grunde genommen stehlen wir uns aus der Verantwortung, wenn wir uns darauf berufen, dass wir gar nicht anders entscheiden konnten, weil die Umstände waren, wie sie waren.

(Selbst-)Verantwortlich handeln kann nur, wer eine Entscheidungsfreiheit hat. Dabei hilft es den Unterschied zwischen Tatsachen/Realität und seinen subjektiven Gedanken und Gefühlen zu kennen. Und diese Entscheidungsfreiheit ist eine Grundvoraussetzung für eine erfüllende Partnerschaft.

Eine Tatsache bleibt eine Tatsache. Die Gedanken und Gefühle können Tatsachen sehr vielfältig ausschmücken und für Missverständnisse und Enttäuschungen sorgen.

Menschen, die sich für vernünftig halten und immer nur vernünftige Entscheidungen treffen aufgrund von objektiven Tatsachen, können sich gar nicht frei entscheiden. Sie entscheiden nach Sachlage. Arme Roboter in Menschenhaut.

Hey, ich bin's - Ekke!

Gedanken-Entspanner & Gefühls-Fütterer, iCoach mit Herz & Schwert, Lehrer, leidenschaftlicher Agitator gegen den seelenlosen Missbrauch des Verstandes. 

Ich bin Experte für festgefahrene Lebenssituationen. Ich liebe es Menschen zuzuhören, mich in ihr Leben zu vertiefen und sie auf einen befreiten Weg zu führen – online oder in meinem Lebenszentrum in Horb bei Stuttgart.

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Alles Täuschung?! Oder was?

Watzlawick beschreibt, statt umständlich zu erklären. Ein Klassiker, der hilft, sich selbst und die Welt besser zu verstehen. Das Buch liest sich flüssig wie ein Roman und bietet gleichzeitig die Möglichkeit dazuzulernen. Was ist die Wirklichkeit? 

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Wo echte Liebe wirklich anfängt

Wir schaffen uns mit unserer eigenen Vorstellungskraft unsere Welt selbst.
Damit sind wir frei – aber auch selbstverantwortlich. Wir können nicht alles auf die Lebensumstände, die Erzieher oder Eltern abschieben. Haben wir das einmal erkannt, dann wird unser Leben zwar anstrengender, aber auch gelassener, toleranter und freudiger.
 

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