Schattenarbeit

Unsere verborgenen Schätze

Schattenarbeit ist eine Form der persönlichen Entwicklung, bei der wir uns mit den Aspekten unserer Persönlichkeit auseinandersetzen, die wir normalerweise verdrängen oder verbergen. Dies können unsere Ängste, unsere Sorgen, unsere Wut oder unsere Scham sein. Indem wir uns diesen Aspekten unserer Persönlichkeit stellen, können wir unsere Selbstakzeptanz verbessern und uns selbst besser verstehen.

WAS ist Schattenarbeit?

Kennst du das? Du bewunderst den Mut einer anderen Person, vielleicht eines Freundes, weil du dich für feige hältst. Oder du schätzt seine warme und offene Herzlichkeit, weil du dich eher für verschlossen hältst.

Du bewunderst an anderen Menschen das, was du dir selbst nicht erlaubst zu leben. Aber nur weil du sie dir nicht erlaubst, heißt das nicht, dass sie nicht existieren. Es sind Anteile von dir, die ein Schattendasein führen.

Als „Schatten“ bezeichnet man Persönlichkeitsaspekte, die wir im Laufe unseres Lebens – meistens in der Kindheit – verdrängt und die wir aus unserem bewussten Leben abgespalten haben. Wir nehmen diese Schattenseiten nicht mehr wahr.

Unser Leben besteht aus Licht und Schatten, haben aber nur ein Bewusstsein für unsere „lichten“ Aspekte. Eben für die Aspekte, die wir an uns mögen, die wir lieben, aber auch für die Anteile, die wir bewusst an uns ablehnen.

Unsere Schattenseiten nehmen wir nicht wahr – oder nur, wenn es zu spät ist. Beispiele dafür sind die Partner, auf dir wir immer wieder „reinfallen“. Wir wissen, was wir falsch machen, aber können es nicht ändern.

Es sind immer wieder dieselben Trigger, die uns – wie auch immer – ausrasten lassen. Und das kann auch ein Grübelzwang sein. Auf diese unbewussten Instanzen, unsere Schattenseiten, haben wir keinen Zugriff, solange wir sie nicht bewusst in Form von Schattenarbeit bewusst machen.

Dazu gehören auch unsere unaufgelösten Konflikte und Probleme; die nicht gelebten Sehnsüchte, die Begierden und Leidenschaften, von denen wir nichts wissen wollen und die wir anderen Menschen, die nicht so ticken wie wir, vorwerfen. Wir stoßen dabei immer wieder an unsere Grenzen in Form von Projektionen, über die wir uns „entladen“.

Wer sich seinen zunächst unbekannten Schattenthemen zuwendet, weil er nicht länger von einer frustrierenden Situation in die nächste geraten will, tritt eine Reise nach innen an, bei der er seine Schattenseiten ans Licht holen kann und sich selbst als Mensch und Persönlichkeit „abrundet“.

Woher kommt der Begriff "Schattenarbeit"?

Der Begriff der „Schattenarbeit“ geht auf Carl Gustav Jung zurück. Jung war ein Schweizer Psychiater und Begründer der analytischen Psychologie. In seiner Arbeit ging es vor allem um das Unterbewusstsein und darum, wie wir unsere Schattenintegration praktizieren können.

Jung glaubte, dass wir alle einen Schatten haben –also einen Teil unserer selbst, den wir verdrängen, weil er uns unangenehm ist. Dieser Schatten kann sich in vielen verschiedenen Formen manifestieren, zum Beispiel als Angst, Neid, Wut oder sogar Gewalt. 

Wenn wir unseren Schatten nicht integrieren und statt dessen dauerhaft verdrängen, belastet das unsere Beziehungen, unsere Karriere und unseren Allgemeinzustand. Aber wenn wir uns dem Schatten stellen und ihn annehmen, können wir uns selbst besser verstehen und weniger automatisch reagieren. Unser Leben verbessert sich. 

C.G.Jungs Ansatz zur Schattenarbeit ist sehr komplex, aber es gibt einige einfache Möglichkeiten, damit zu beginnen. Zum Beispiel kannst du dir deine Ängste genauer ansehen und herausfinden, was sie dir sagen wollen. Oder du kannst dich mit den Menschen auseinandersetzen, die dir unangenehm sind, und versuchen zu verstehen, was sie dir zeigen wollen.

Der psychologische Begriff des Schattens hat sowohl eine individuelle als auch eine kollektive Bedeutung. Nach Carl Gustav Jung stehen unserem positiven bewussten Selbstbild eine unbewusste Schattenseite gegenüber, aus der heraus sowohl negative als auch positive Entwicklungsimpulse kommen.

Doch da sie oft nicht zu dem positiven Selbstverständnis und Selbstbild eines Menschen passen, werden sie verdrängt oder verleugnet. Oder aus dem bewussten Leben verbannt.

Wenn man in der Psychologie von der Integration der Schattenseiten redet, meint man im Grunde genommen, sich diese Anteile bewusst zu machen. Schattenarbeit ist Bewusstseinsarbeit.

WAS SIND SCHATTENANTEILE?​

Als Schattenanteile bezeichnet man verdrängte persönliche Qualitäten, die uns zusammen mit den bewussten Anteilen als Mensch ausmachen. Das können handfeste Bedürfnisse nach Bewegung oder körperliche Berührung sein, sexuelle Begierden, unerfüllte Sehnsüchte, aber auch Bedürfnisse mach Wertschätzung und Anerkennung.

Diese verborgenen Persönlichkeitsanteile sind während der Schattenarbeit immer wieder für Überraschungen gut. Denn die Menschen, die bereit sind, sich ihrer dunklen Seite zu stellen, begegnen ihrem Alter Ego, das sie jahrelang ausgeblendet haben.

Menschen, die sich für großzügig und herzlich halten, entdecken möglicherweise an sich eine kalte und kleinliche Seite. Schattenarbeit konfrontiert uns mit einer Seite von uns, von der wir nichts wissen wollen.

Oder andersherum. Menschen, die ihre unterkühlte rationale Art verurteilen, entdecken plötzlich ihre Warmherzigkeit.

Die Auseinandersetzung mit dem Schatten fordert uns heraus, ehrlich zu sein. Die Zeiten, in denen wir uns selbst belogen haben, gehen vorbei.Sind wir wirklich nur lieb und nett, oder haben wir auch Rachegedanken? Unterdrücken wir unseren Neid, die Eifersucht?

Haben wir nicht vielleicht  auch „böse“ Gedanken, die uns helfen, uns zu wehren und unsere Meinung zu sagen.

Aus meiner Praxis

Der verborgene Schatz

Als Marvin in mein Coaching kommt, ärgert er sich unter anderem sehr über seine Chamäleon-hafte Art, sich in jeder Situation mit anderen Menschen unterschiedlich zu verhalten. Er sei, sagt er, wie ein Fähnchen im Wind.

Schattenarbeit und Projektionen enthalten verborgene SchätzeEr wisse immer genau, was von ihm erwartet werde. Und so verhalte er sich. Er hat das Gefühl, nie bei sich zu sein. Er sei gern authentischer. Echter.

Seine „Unstimmigkeit“ fällt ihm besonders bei seinen Kindern auf, wenn sie am Wochenende bei ihm sind. Prinzipiell fällt ihm der Umgang mit Kindern schwer – auch mit seinen eigenen. Er wäre lieber allein, dann müsse er keinem etwas vorspielen.

Außerdem lassen ihn seine Kinder (8 und 9 Jahre alt) auch spüren, dass sie ungern mit ihm zusammen sind. Er kann sich noch so freundlich und aufgeschlossen zeigen – ihnen kann er nichts vormachen.

Frust auf der ganzen Linie.

Vor allem ärgert er sich über Lasse, der ihm sehr deutlich zeigt, wie viel lieber er bei seiner Mutter sei.

„Was ärgert dich am meisten daran?“

„Lasse erinnert mich daran, dass ich schlecht gelaunt bin und eigentlich nichts mit ihnen anfangen kann.“

„Aber den beiden gegenüber zeigst du dich aufmerksam und gut gelaunt?“

„Chamäleon halt!“

„Und das soll anders werden?“

„Ich will jedem und immer zeigen, wie es mir wirklich geht. Wenn es mir dreckig geht, zeige ich das. Wenn’s mir gut geht, will ich das auch zeigen! Ganz einfach.“

„Aber bei anderen Menschen ärgert es dich, wenn sie ihren Ärger und Frust zeigen?“

„Ne, finde ich gut!“

„Und bei Lasse?“

Pause – „Oh ja – das finde ich richtig scheiße … aber jetzt, wo du es sagst, finde ich es … (Marvin grinst) fast … richtig gut.“ – Pause – „Eigentlich ist er tolles Vorbild für mich. Frei Haus!“

Weitere Fallbeispiele aus der Praxis

Schattenanteile verkleiden sich auch in Form von Gedanken. Beispielsweise hält sich ein Mann für einen guten Familienvater, weil er viel Geld mit nach Hause bringt, Überstunden macht und sich für die Familie „aufopfert“. Dass aber seine Angehörigen ihn lieber daheim hätten und gern mehr emotionale Nähe aufbauen würden, ignoriert er.

Seine ursprünglich warmherzige Art mit Menschen umzugehen ist unter seiner mittlerweile einseitigen Vorstellung von einem guten Familienvater völlig begraben worden.
Seine Herzlichkeit ist zu einem Schattenanteil geworden, von dem er nichts wissen will.

SCHATTENARBEIT GEGEN INNERE SABOTEURE​

Das Ziel der Schattenarbeit ist es, diese verdrängten Persönlichkeitsanteile bewusst zu machen und sie in sein Leben zu integrieren.

Denn nur weil wir diese Anteile nicht sehen und sie nicht gelebt werden, heißt nicht, dass sie nicht existieren.

Wir haben sie nicht irgendwann wie einen Mantel abgelegt, sondern haben gelernt sie zu unterdrücken. Sie sind Teil unseres Unbewussten geworden, und es kostet uns Kraft, sie dauerhaft aus unserem Leben „herauszuhalten“.

Wer nur die lichtvollen Seiten leben möchte und von seiner dunklen Seite nichts wissen will, wird sich eines Tages wundern. Irgendwann, wenn die Kraft für die Unterdrückung dieser dunklen Seite schwächer wird, macht sich der Schatten in aller Härte bemerkbar: in Form von Krankheit, Burn-Out oder einer Lebenskrise.

Die Lösung ist nicht das permanente Verdrängen des dunklen Seelenanteils, sondern dessen Annahme und Akzeptanz. Wer Freundschaft im Verlauf seiner Schattenarbeit mit seinen dunklen Anteilen Freundschaft schließt, lebt mit mehr Freude und Lebenslust. Die Beziehung glücklicher.

In spirituellen Kreisen sind viele Menschen auf der Suche nach einer gewissen Vervollständigung ihrer Persönlichkeit. Sie sind beispielsweise um die Integration ihrer männlichen beziehungsweise weiblichen Anteile bemüht. Doch so lange sie ihre schon vorhandenen Anteile nicht aus ihrem Keller holen und in ihr Leben integrieren, wird ihre Suche rastlos und unvollständig bleiben.

Weggesperrte Anteile hinterlassen stets ein Gefühl der Leere.

VERDRÄNGUNGSMECHANISMEN​

Zunächst einmal muss Schattenarbeit aufdecken und bewusst machen, welche unerwünschten Persönlichkeitsanteile wir aus unserem Leben abspalten und quasi „unsichtbar“ machen. Wovon wollen wir nichts wissen? Wo wollen wir nicht ehrlich zu uns selbst sein?

Was viele andere Menschen an uns wahrnehmen und vielleicht sogar immer wieder uns auf den Kopf zu sagen, können wir oft – selbst beim Willen – nicht sehen. Oder wollen es nicht hören. Manchmal weitet es sich zur Lebenslüge aus.
Wir sind Meister verschiedener effektiver Verdrängungsmechanismen, die sich in ihrer Intensität unterscheiden: Bei der Verharmlosung ist uns ein Tatbestand bewusst, aber spielen ihre Bedeutung herunter. Bei der Ignoranz können wir bestimmte Tatsachen und Fakten noch wahrnehmen, aber wollen nichts davon wissen. Und bei der Leugnung passiert etwas vor unseren Augen und wir können es nicht wahrnehmen – obwohl andere uns mit der Nase draufstoßen.
 

Die Verharmlosung​​

Die einfachste Methode ist das Verharmlosen. Ein Beispiel, das jeder von uns kennt, dürfte wohl das Verharmlosen von Trauer über einen Verlust sein. Wir haben einen Wunsch, der leider nicht in Erfüllung geht, und wir sagen: „Ach, halb so wild! Es gibt Schlimmeres!“

Sicherlich gibt es Schlimmeres. Es gibt immer Schlimmeres. Aber in diesem Moment gibt es für uns nichts Schlimmeres. Die Enttäuschung ist da und wird verharmlost. Sie wird heruntergespielt.

Die Ignoranz​

Bei der Ignoranz sieht jemand ein Problem, aber will es nicht wirklich wahrhaben. Er ignoriert es. Ein Beispiel soll das verdeutlichen. Eine Frau wünscht sich in ihrer Beziehung mehr Nähe zu ihrem Partner. Um diesen Partner nicht zu nahe zu treten oder aus Angst, er könnte sich über sie und ihr Bedürfnis lustig machen, ignoriert sie ihr Bedürfnis nach mehr Nähe und spricht es nie an.

Sie weiß, was sie bräuchte, aber sie ignoriert ihr Bedürfnis im Zusammenhang mit ihrem Partner. „Ignorieren“ heißt, sich nicht für sich selbst und seine Bedürfnisse stark machen.

Das Leugnen​​

Würde dieselbe Frau das Bedürfnis nach mehr Nähe haben, aber behaupten, sie habe dieses Bedürfnis nicht, dann würde sie es leugnen.Nach Jahren beharrlichen Ignorierens wird aus Ignoranz das Leugnen, dieses Bedürfnis überhaupt zu haben.

Manche Bedürfnisse werden so hartnäckig verharmlost oder verleugnet, dass jeder Kontakt zu ihnen verloren geht und sie gar nicht mehr als Bedürfnisse gespürt werden können.

Wenn du diese drei Wege des Ausblendens bei dir kennenlernst, was du auch, was Schattenarbeit ist.

DEN SCHATTEN INTEGRIEREN​

Schattenarbeit ist das anfangs ängstliche Aufdecken, Sichtbarmachen und später beherzte Integrieren seiner Persönlichkeitsanteile.

Es ist keine Seelenchirurgie, die etwas entfernt, sondern das Bergen und eine erste Notfallversorgung verschollener Persönlichkeitsanteile, die seit Jahre wie Personae non gratae behandelt werden.

Schattenarbeit ist ein Meilenstein auf dem Weg zur Selbstliebe, zur echten Liebe und auch zur inneren Freiheit. Spürst du nicht auch manchmal so ein Drängen von Impulsen, die aber schnell gedeckelt werden, weil du dich nicht traust, sie leben zu lassen?

Doch wer seine Schattenanteile integriert hat, braucht nicht mehr andere Menschen zu bewundern und zu beneiden, sondern schätzt sie als eigene Qualitäten.

Und wer beispielsweise seinen Partner nicht mehr bewundern muss, kann ihn um seiner selbst Willen lieben. Wie fühlt sich ein Leben mit dieser emotionalen Freiheit an? Das ist das, was ich als wahres Lieben bezeichne.

In vier Schritten lassen sich diese Anteile wieder integrieren.

Schritt 1 – Verdrängungsmechanismen erkennen​

Der erste Schritt der Schattenarbeit ist es, die Verdrängungsmechanismen zu erkennen. Was verharmlose ich? Was ignoriere ich und was verleugne ich?

Am einfachsten ist es, seine Verharmlosungen in seiner Sprache zu hinterfragen. Jemandem passiert ein Missgeschick, du bist betroffen, aber sagst: „Halb so wild!“ Aber ist es das wirklich? Macht es dich nicht wütend? Du sagst „Halb so wild!“ und ballst aber die Fäuste in den Taschen? Da stimmt doch etwas nicht.

Ich weiß genau, wie sich das anfühlt, Ja zu sagen und Nein zu meinen. Ich selbst hatte auch viele Jahre meine eigenen Bedürfnisse in den Keller gesperrt und den Bedürfnissen anderer Menschen mehr Bedeutung gegeben.

Schritt 2 – Anteile identifizieren​​

Im zweiten Schritt werden die Anteile identifiziert, die wir unterdrücken. Eine wirksame Methode ist das automatische Schreiben. Hierbei wird durch die Vorgabe, schnell und ohne Unterbrechung zu schreiben, der Widerstand des vernünftelnden Geistes gebrochen und die ungelebten Persönlichkeitsanteile kommen mehr und mehr ans Licht.

Während der Schattenarbeit werden die aufgedeckten Anteile mit Verständnis betrachtet. Verständnis dafür, dass sie in unserem Leben zu einer bestimmten Zeit abtauchen mussten.Dieses Verständnis setzt voraus, dass wir unsere Lebensgeschichte betrachten und bereit sind zu sehen, dass diese Persönlichkeitsanteile in unserer Vergangenheit unerwünscht waren.

Und dass sie in unserer heutigen Lebenssituation kein Stein des Anstoßes mehr sind, sondern eine Bereicherung unseres Lebens.

Akzent Quote

Die Integration seines Schattens ist ein großes JA zu sich selbst.​

Ekke Scholz

Doch wie geht man mit diesem Schatten um, den man über Jahre oder Jahrzehnte hinweg ignoriert oder verleugnet hat? Am Anfang ist es sehr schwierig zu akzeptieren, dass wir ihn überhaupt haben. Da fällt uns ein beherztes Ja zu ihm (und uns selbst) schwer.

Es ist eher ein schwerer Seufzer, der aus uns kommt, wenn wir diese Anteile nicht länger ignorieren oder leugnen. Und eine große Erleicherung. Eine Befreiung.

Spätestens bei diesem Seufzer fragst du dich nicht länger, was ist Schattenarbeit.

Schritt 3 – Integration​​

Der dritte Schritt ist die Integration. Es ist eine Art Bekenntnis zu sich selbst – mit hellen und dunklen Anteilen. Seine Geschichte erkennen. Die wechselhaften Bedeutungen, die wir unseren Anteilen zuschreiben.

Jeder unserer Lebensabschnitte braucht seine Werte, und oft lässt sich unsere Geschichte im Rückblick besser einordnen und neu bewerten.

Es ist eine wunderbare Möglichkeit, sich selbst mit liebevollem Verständnis zu begegnen. Und sich mit seiner Vergangenheit zu versöhnen.

AUS MEINER PRAXIS

Aufgesetzte Freude

Yvonne ist vor kurzem in ein Studentenwohnheim eingezogen; auf ihrer Wohnetage fühlt sie sich von ihren Mitbewohnerinnen ausgegrenzt.

Sie erlebt die gute Laune der Mitbewohner aufgesetzt. „Kein Mensch“, sagt sie, „könne immer so eine gute Laune haben. Extrem Selma. Wenn die zur Tür reinkommt, puh, tut sie so als wäre sie in einen Topf voller Freunde gefallen.“

„Ihre gute Laune grenzt dich aus?“ frage ich.

„Ja, die tut immer so, als gäbe es nichts anderes als Freude!“

„Wegen dieser aufgesetzten Freude willst du nichts mit ihr zu tun haben?“

„Genau!“

„Ok“, frage ich, „und wie sorgst du dafür, dass diese „Schauspielerin“ keinen Kontakt mit dir aufnimmt?“

„Ich stehe am Herd, schneide Gemüse und wenn sie fröhlich in die Küche kommt, grüße ich kaum.“

„Und was spielst du?“

„Ich spiele die beleidigte Leberwurst!“ platzt es aus ihr heraus.

Sie begreift sofort, dass sie sich selbst ausgegrenzt hat. Der Glaubenssatz, dass kein Mensch immer gute Laune haben kann, stand ihr ihm Weg. Und die Rolle der beleidigten Leberwurst hat verhindert, dass sie mit ihrer „unauthentischen“ Mitbewohnerin Kontakt aufnehmen musste.

Nach unserem Gespräch normalisiert sich Yvonnes Kontakt mit ihren Mitbewohnerinnen rasch. Doch, sagt sie, einige Menschen können tatsächlich immer gut gelaunt sein.

Schritt 4 – Anteile hochleben lassen​​

Bewunderung (eines anderen Menschen) ist eine Art virtuelles Ersatzleben. Die bewunderten Menschen leben Qualitäten, die wir glauben selbst nicht zu haben und die wir uns wünschen. Diese erwünschten Qualitäten lassen uns ständig mit anderen Menschen vergleichen. Aber der Vergleich lässt uns nur die Leere fühlen und füllt sie nicht.

Schattenarbeit öffnet unseren Blick für die in uns unterdrückten Qualitäten.

Sobald du durch Schattenarbeit diese Anteile in dir findest und aufleben lässt, kannst du deine Bewunderung beenden, diese Schattenanteile ins Licht bringen und leben lassen. Hoch leben lassen.

Was ist Schattenarbeit? Es ist eine Art Wiedergeburt.

Dein „Ich“ vergisst nicht, was du einmal für wunderbare Qualitäten hattest. Diese Qualitäten ziehen sich zwar zurück, sobald sie sich nicht erwünscht fühlen, aber sie verlassen dich nicht. Sie bleiben im Unbewussten präsent. Scheinbar unscheinbar.

SCHATTENARBEIT IN BEZIEHUNGEN​

Wir alle tragen unser Päckchen mit uns rum. Keiner von uns kann sich von unbewussten Anteilen frei erklären. In jedem von uns „arbeiten“ solche unbewussten Anteile im Hintergrund und steuern verdeckt unsere Handlungen und Entscheidungen.

Viele Menschen wissen nicht, was der Schatten ist, aber leben ihn Tag für Tag – im negativen Sinn. Sie verdrängen und verleugnen Tatsachen und ruinieren ihre Beziehungen durch Unbewusstheit.

Nicht selten lieben wir einen Menschen, weil er genau das verkörpert, was wir uns selbst nicht trauen zu leben: Unseren Schatten. Es ist eine Gratwanderung zwischen Bewunderung und Liebe – ohne dass es uns bewusst ist.

Diese Bewunderung ist gleichzeitig eine ungute Verstrickung mit unserem Partner. Er lebt das Leben, das wir leben könnten!

So könnte beispielsweise eine Frau, die mit ihrer Lebendigkeit als Kind oft unangenehm aufgefallen ist, gelernt haben diese Lebendigkeit zu unterdrücken und am Ende zu ignorieren.

Sie hat es gelernt, ein leises angepasstes Leben zu führen – aber ihre Lebendigkeit lebt weiter in Form von Projektion. Sie liebt und bewundert die Menschen, die sich vital und lebendig zeigen. Sie liebt Spontanität – solange sie von anderen kommt.

Vielleicht kennst du das von dir? Du wünscht dir mehr emotionale Nähe mit deinem Partner, aber traust dich nicht, diesen Wunsch anzusprechen. Weil du dich spürbar erwünscht fühlen möchtest und weil du dich nicht aufdrängen möchtest.

Bei diesen vielen Voraussetzungen, um deinen Wunsch zu äußern, führt er einen Dornröschenschlaf als Schatten.

Hey, ich bin's - Ekke!

Gedanken-Entspanner & Gefühls-Fütterer, iCoach mit Herz & Schwert, Lehrer, leidenschaftlicher Agitator gegen den seelenlosen Missbrauch des Verstandes. 

Ich bin Experte für festgefahrene Lebenssituationen. Ich liebe es Menschen zuzuhören, mich in ihr Leben zu vertiefen und sie auf einen befreiten Weg zu führen – online oder in meinem Lebenszentrum in Horb bei Stuttgart.

Macht schlau

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Der Weg zu seinen Schätzen

Dieses Buch ist für mich ein absoluter Seelenöffner gewesen. Es ist ein wunderbarer Begleiter, wenn man sich aufgemacht hat, seinen eigenen „Schatten“ zu entdecken und ihn für sich zu nutzen. Mit viel Emotionen und Herz geschrieben. Die Übungen sind einfach nachzuvollziehen und umzusetzen! Ein Klassiker unter den „Schattenbüchern.“

Macht schlau

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Aussöhnung mit sich selbst

Das „Schatten-Prinzip“ von Dahlke finde ich einen wichtigen Schlüssel zu Liebe und Verständnis sich selbst und anderen gegenüber. Voraussetzung: Man muss gnadenlos ehrlich mit sich sein und seine Erkenntnisse aushalten. Es ist ein lebensbegleitendes Arbeitsbuch, dass sich allerdings erst so richtig erschließt, wenn man sein eigenes Schatten-Tagebuch führt. Toller Autor, tolles Buch. Es kreuzte meinen Weg zur rechten Zeit.

Macht schlau

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Schwächen zu stärken

Rüdiger Dahlke beschreibt in diesem Ergänzungsband, wie wir unsere Schwächen zu Stärken machen können. Es geht um unsere Persönlichkeit und unseren Charakter. Wir lernen uns selbst und andere besser kennen. Das Buch ist ein Wegweiser und Arbeitsbuch für alle, die sich auf den Weg gemacht haben, ihr Leben zu verändern.

Der Ekke-Letter

Rundschreiben mit geradem Inhalt: Klar-Denken-Booster und Chaos-Wisch-und-Weg-Effekt.

Illustrationen
„Deine Videos und Email bringen mich öfter in eine Gerührtheit, die ich nicht beschreiben kann! Ich fühl mich wortlos gesehen.“ Esther P.